Lockdown bis mindestens 10. Januar

Lockdown kommt: Baden-Württemberg macht dicht - Ausgangssperren schon ab Samstag

Eine Frau geht an einem mit Weihnachtskugeln geschmücktem Schaufenster vorbei.
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In ganz Baden-Württemberg kommen jetzt Ausgangssperren.
  • Carolin Freytag
    vonCarolin Freytag
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Die Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg wird immer dramatischer - die Zahlen steigen. Jetzt kommt der harte Lockdown. Schon Samstag sind Ausgangssperren angekündigt.

Update vom 11. Dezember, 13.28 Uhr: Nachdem wegen der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg am Freitag bereits der Lockdown nach Weihnachten bis vorerst 10. Januar angekündigt wurde, kommt nun der nächste Corona-Hammer: Schon ab diesem Samstag sollen Ausgangsbeschränkungen im ganzen Südwesten gelten, heißt es von der Deutschen Presseagentur.

Bisher gibt es nächtliche Ausgangssperren nur in Corona-Hotspots in Baden-Württemberg, die die 7-Tages-Inzidenz von 200 überschritten haben. Ausnahmen bei den landesweiten Ausgangsbeschränkungen ab Samstag könnten etwa die Arbeit oder ein Arztbesuch sein, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann jetzt in Stuttgart. Tagsüber seien mehr Kontakte erlaubt als nachts.

Sowohl tagsüber als auch nachts soll es Ausgangsbeschränkungen geben, berichtet der SWR. Zwischen 5 Uhr morgens und 20 Uhr abends dürfen sich die Bürger nur draußen aufhalten, wenn sie einkaufen, zur Schule oder zur Arbeit gehen. Auch Sport und Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt. Nachts, in der Zeit von 20 Uhr bis 5 Uhr morgens, darf die Wohnung nur aus einem triftigen Grund verlassen werden. Dazu zählt der Weg zur Arbeit, die Versorgung von Tieren, ein Notfallbesuch beim Arzt oder die Begleitung von schwer kranken oder sterbenden Menschen.

Eine weitere Ausnahme: Über Weihnachten - vom 23. bis 27. Dezember - sei der Besuch von privaten und religiösen Veranstaltungen auch nachts erlaubt, so Kretschmann. Die Maßnahmen sollen vorerst für vier Wochen gelten.

Der Einzelhandel dürfe trotz der beschlossenen Ausgangssperren auch tagsüber weiterhin öffnen. „Wir haben ja keinen Lockdown beschlossen“, so Kretschmann weiter. Es könne aber sein, dass sich Bund und Länder am Sonntag auf weiterreichende Regeln einigen. „Geschäfte vor Weihnachten zu schließen, ist schon eine sehr drastische Maßnahme“, so der Ministerpräsident.

Erstmeldung vom 11. Dezember, 10:20 Uhr: Stuttgart - Eine richtige Überraschung ist die Nachricht für die wenigstens, dennoch trifft sie viele harte: Wegen des deutlichen Anstiegs bei den Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg macht das Land nach Weihnachten dicht. Der harte Lockdown kommt.

Verwunderlich ist das kaum. Die Zahlen steigen und steigen. 4.412 Menschen haben sich Stand Freitagmorgen an nur einem Tag mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Auch die 7-Tage-Inzidenz im Bundesland steigt weiter an. Inzwischen liegt sie bei 169, einen Tag zuvor lag der Wert noch bei 160. In der Landeshauptstadt Stuttgart liegt die Inzidenz aktuell noch darunter, bei knapp 130.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Infektionsanstieg erzwingt harten Lockdown

Die bisherigen Verbote und Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus haben nicht die erwünschte Wirkung gezeigt. Nachdem bereits einige Landkreise und Städte mit einer Inzidenz von über 200 als Hotspot mit drastischen Maßnahmen belegt wurden - unter anderem nächtliche Ausgangssperren - kommt nun der harte Lockdown fürs ganze Bundesland.

In unseren Ticker gibt es die aktuellen Informationen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann verkündete am Freitag, dass Baden-Württemberg wegen der „ungebremst steigenden Coronainfektionen“ bis mindestens 10. Januar in den Lockdown geht. Man strebe außerdem eine gemeinsame Lösung mit benachbarten Bundesländern an, sofern bundesweit keine einheitliche Lösung gefunden wird, berichtet die Deutsche Presseagentur.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Die Lage ist alarmierend“

Winfried Kretschmann findet drastische Worte für die aktuelle Situation. „Die Lage ist alarmierend. Wir haben Anzeichen für eine erneute exponentielle Zunahme der Neuinfektionen, deshalb müssen wir zwingend die Maßnahmen drastisch verschärfen.“

Landesregierung und kommunale Landesverbände seien gemeinsam zu der Einschätzung gekommen, dass ein harter Lockdown nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar 2021 unerlässlich sei. Am kommenden Sonntag wollen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer noch einmal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen. Auch hier wolle sich Kretschmann für diesen Schritt bundesweit einsetzen. Andernfalls wolle der Südwesten „mit den Nachbarländern voranschreiten“.

Wie genau der harte Lockdown in Baden-Württemberg aussehen wird und welchen Regeln dann in dieser Zeit gelten, ist bisher noch nicht bekannt.

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