Noch härtere Maßnahmen für Hotspots

Kretschmann wird deutlich: Baden-Württemberg steht harter Lockdown bevor

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht während der ersten Pressekonferenz der Landesregierung von Baden-Württemberg nach der Sommerpause.
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Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann will drastische Maßnahmen nach Weihnachten.
  • Carolin Freytag
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg scheint sich nicht zurückdrängen zu lassen. Wegen der hohen Infektionszahlen wird nun ein harter Lockdown in Aussicht gestellt.

Update vom 10. Dezember, 15:08 Uhr: Noch immer steigen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg an. Eine Trendwende scheint nicht in Sicht. Bereits zu Beginn der Woche brachte Ministerpräsident Winfried Kretschmann daher die Möglichkeit eines harten Lockdowns ins Gespräch.

Ein harter Lockdown auch in Baden-Württemberg rücke näher, sagte er. „Es liegt jetzt an den Bürgern.“ Nun ist Winfried Kretschmann noch einmal deutlicher geworden: Angesichts der sich zuspitzenden Pandemie halte er einen harten Lockdown von Weihnachten bis zum 10. Januar für unerlässlich, berichtet die Deutsche Presseagentur am Donnerstag. Es sei klar, dass das kommen müsse.

Winfried Kretschmann betonte, man könne sich weiter steigende Infektionszahlen nicht mehr leisten. Das gesellschaftliche Leben solle so weit wie möglich heruntergebracht werden. Bund und Länder wollen noch einmal gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten - noch diese Woche könnte es so weit sein.

Erstmeldung vom 8. Dezember: Stuttgart - Die Lage scheint sich nicht zu entspannen: Die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen - trotz abgeflachten Wachstums - weiter an. Inzwischen liegt die 7-Tage-Inzidenz im Bundesland bei 152,1 (Stand 8. Dezember, 8 Uhr). Die Landeshauptstadt Stuttgart kämpft ebenfalls mit hohen Zahlen, hier liegt die Inzidenz aktuell bei 124,4 - immerhin etwas niedriger als im Landesschnitt.

Und obwohl bereits seit Anfang November ein Teil-Lockdown in Baden-Württemberg und auch in ganz Deutschland gilt, sinken die Zahlen nicht. Einige Experten haben den teilweisen Lockdown bereits für wirkungslos erklärt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ausgangssperren in Hotspots verhängt

Für Corona-Hotspots in Baden-Württemberg gelten bereits Ausgangssperren, denn ab einer Inzidenz von über 200 wird bereits zu härteren Maßnahmen gegriffen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann reicht das nun nicht mehr. Er will den steigenden Coronazahlen mit drastischen Maßnahmen begegnen, wie er am Dienstag verkündete.

Auch die zuvor beschlossenen Lockerungen an Weihnachten stehen auf dem Spiel. Lockerungen an Silvester wurden in Baden-Württemberg schon wieder zurückgenommen. „Silvester ist kein Feiertag“, kommentierte Winfried Kretschmann Anfang der Woche die Entscheidung, auch zum Jahreswechsel harte Corona-Regeln in Kraft zu lassen.

Alle aktuellen Zahlen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es im Coronavirus-Ticker.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg droht jetzt ein harter Lockdown

Doch nun soll es in Baden-Württemberg bald noch strenger zugehen. Nach Weihnachten droht dem gesamten Bundesland ein harter Lockdown, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Ein harter Lockdown nach den Weihnachtsfeiertagen rücke näher, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Das ist gut denkbar“. Es hänge nun an den Bürgern.

Doch auch schon für die Weihnachtstage dürften die bisherigen Entscheidungen zu Lockerungen erneut auf den Prüfstand stellen. Die Ministerpräsidenten sollen sich auf Drängen von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor dem Weihnachten erneut treffen. Die Zahlen in Deutschland sind vielen Politikern zu hoch, um die geplanten Lockerungen gelten zu lassen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ab einer Inzidenz von 300 sollen harte Maßnahmen greifen

Weitere drastische Verschärfungen sind zudem für Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von über 300 in Baden-Württemberg geplant. Diese Hotspot-Grenze reißt derzeit nur die Stadt Pforzheim. Hier steigen die Infektionszahlen immer weiter an. Man werde noch diese Woche für diese Regionen drastische Maßnahmen beschließen, kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann an.

Ab einer Inzidenz von über 200 sind für Städte und Landkreise in Baden-Württemberg bereits verschärfte Maßnahmen getroffen worden - wie etwa nächtliche Ausgangssperren oder die Schließungen von Friseursalons.

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