Re-Infektion ist sehr selten

Erster Fall in Deutschland: Mann aus Freudenstadt stirbt an zweiter Corona-Infektion

  • Julian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg stellt noch immer eine große Bedrohung dar. Nun starb ein Mann aus Freudenstadt nach einer zweiten Infektion mit dem Erreger - es ist der erste Fall in Deutschland.

Freudenstadt - Das Coronavirus in Baden-Württemberg prägt auch das Leben im noch jungen Jahr 2021 deutlich. Der bereits seit Dezember vergangenen Jahres gültige Lockdown wurde zunächst bis Ende Januar verlängert. Die Landesregierung verschärfte auch die aktuellen Corona-Regeln für Baden-Württemberg erneut. Nach einem Krisengespräch mit Bund und Ländern wurde der Lockdown nun erneut verlängert und soll bis zum 14. Februar andauern. Grund für die erneute Verschärfung der Maßnahmen zum Infektionsschutz sind unter anderem auch neue Virus-Mutationen, die bereits im Südwesten nachgewiesen wurden.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg stieg im Herbst und Winter wieder deutlich an. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde bei einer Frau aus dem Bundesland die neue Virus-Mutation aus Großbritannien entdeckt. Der erste von der Virus-Mutation betroffene Landkreis in Baden-Württemberg war Freudenstadt. Dort starb nun ein Mann, nachdem er sich zum zweiten Mal mit dem gefährlichen Erreger infiziert hatte, wie die Badische Zeitung (BZ) berichtet. In Deutschland ist das der erste nachgewiesene Todesfall nach einer zweiten Infektion. Re-Infektionen mit dem Coronavirus sind bisher sehr selten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Erneute Infektionen bislang sehr selten

Laut Angaben des Landesgesundheitsamtes haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie fast 280.000 Menschen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert (Stand: 20. Januar, 16:00 Uhr). Davon sind jedoch bereits rund 238.000 Personen wieder von ihrer Erkrankung mit Covid-19 genesen. Erneute Infektionen mit dem Coronavirus waren im bisherigen Verlauf jedoch äußerst selten. Dass eine zweite Infektion zum Tod führt, ist ebenfalls sehr ungewöhnlich. Für das Gesundheitsamt in der Landeshauptstadt Stuttgart ist der Tod des Mannes aus Freudenstadt der erste bekannte Fall.

Der Mann aus Freudenstadt habe sich im April vergangenen Jahres zum ersten Mal mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Im Dezember 2020 wurde dann eine erneute Infektion bei dem 73-Jährigen nachgewiesen. Das entspricht ungefähr dem Zeitraum, in dem auch die hochansteckende Virus-Mutation aus Großbritannien in Freudenstadt entdeckt wurde. „Der Patient verstarb im weiteren Verlauf an einer Covid 19-Pneumonie (Lungenentzündung) und Sepsis mit Multiorganversagen“, heiß es aus dem Landesgesundheitsamt, wie die BZ berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hat sich Mann aus Freudenstadt mit Mutation infiziert?

Im Laufe der nun bereits seit fast einem Jahr andauernden Corona-Pandemie kam es immer wieder zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zunächst wurde angenommen, dass ein Mensch nach einer überstandenen Infektion zumindest teil-immun sei. Die Annahme wurde inzwischen zwar wieder verworfen, laut tagesschau.de gab es bislang jedoch nur drei nachgewiesene Todesfälle weltweit durch eine zweite Infektion. Eine 89-jährige Niederländerin sei im Oktober an einer zweiten Infektion gestorben und ein Mann aus Israel im August. Bei dem Todesfall durch eine erneute Ansteckung mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in Freudenstadt handelt es sich demnach um den dritten nachgewiesenen Fall weltweit.

Ein Mann aus Freudenstadt starb an einer zweiten Corona-Infektion - der erste Fall in Deutschland (Symbolbild).

Laut Stefan Brockmann, Leiter des Referats Gesundheitsschutz und Epidemiologie am Landesgesundheitsamt, sei der Tod durch eine zweite Infektion mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in Freudenstadt der erste Fall im Südwesten. Der 73-jährige Mann habe eine Vorerkrankung gehabt und habe deshalb möglicherweise bei der ersten Infektion keine starke Immunität ausbilden können, so Brockmann laut der BZ. Dass sich der Mann aus Freudenstadt mit der Virus-Mutation aus Großbritannien infizierte, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er eine der neuen Virusvarianten hatte“, sagte Brockmann.

Im Falle des nach einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg verstorbenen Mannes aus Freudenstadt handelt es sich demnach um einen äußerst seltenen Fall. Trotz der zeitlichen Übereinstimmung mit der Entdeckung der Virus-Mutation und der erneuten Infektion gebe es „keinen epidemiologischen Hinweis“, dass der Verstorbene mit dieser Mutation in Berührung kam. „Nur bei den Fällen, bei denen eine Reiseverbindung nach Großbritannien, Südafrika oder Irland besteht, würden wir dem Gesundheitsamt Bescheid geben, eine Sequenzierung zu veranlassen“, sagte Christine Wagner-Wiening vom Landesgesundheitsamt laut tageschau.de.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow

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