Giftnotruf in Freiburg

Mediziner warnen: Desinfektionsmittel führen in Baden-Württemberg zu lebensgefährlichen Vergiftungen

Fotomontage: Eine Person desinfiziert sich die Hände, darüber ist ein Warndreieck zu sehen
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Die Preise von Desinfektionsmittel sind wegen des Coronavirus enorm gestiegen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Durch den Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg setzen viele Menschen vermehrt Desinfektionsmittel ein. Das kann schnell gefährlich werden.

  • Zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist die Hygiene und das richtige und häufige Waschen der Hände unumgänglich. Viele Menschen greifen neben Wasser und Seife auch auf Desinfektionsmittel zurück.
  • Der Giftnotruf an der Uniklinik in Freiburg ist für ganz Baden-Württemberg zuständig und rund um die Uhr erreichbar.
  • Seit dem Ausbruch des Coronavirus verzeichnet die Einrichtung deutlich mehr Anrufe. Der Mehrheit der Anrufe stand mit Desinfektionsmitteln und Substanzen wie Seife, Geschirr- und Glasreiniger in Zusammenhang.

Freiburg - Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg und zum Schutz vor einer Infektion ist die Einhaltung der Hygienemaßnahmen unbedingt notwendig. Vermehrt fanden auch chemische Substanzen und Desinfektionsmittel Einzug in private Haushalte.

Die an der Uniklinik Freiburg ansässige Vergiftungs-Informations-Zentrale, verzeichnet seit der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg ein erhöhtes Aufkommen von Anrufen. Gestiegen seien vor allem die Giftunfälle in privaten Haushalten, sagte die Leiterin der Einrichtung, Maren Hermanns-Clausen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Themenschwerpunkt der eingehenden Anrufe habe sich seit dem Ausbruch vor allem auf Substanzen wie Desinfektionsmittel verschoben, die zuvor in privaten Haushalten nicht, oder nicht in diesen Mengen zu finden waren.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Desinfektionsmittel führen zu Vergiftungen

Laut Hermanns-Clausen ist das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht der alleinige Auslöser für das hohe Aufkommen von Giftnotfällen. Die Krise habe aber im Wesentlichen zur steigenden Zahl der Anrufe beigetragen. Bei den Notrufen geht es häufiger als vor der Pandemie um Desinfektionsmittel, Seife, Geschirr- und Glasreiniger. Nach Angaben der Leiterin der Vergiftungs-Informations-Zentrale sind Kinder am häufigsten betroffen. Kinder trinken die chemischen Substanzen und probieren Arzneimittel und Pflanzenteile.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Giftnotruf in Freiburg erhält deutlich mehr Anrufe

„Wir spüren, dass die Menschen daheim bleiben und dass nun Mittel in den Haushalten sind, die es früher in dieser Menge dort nicht gab [...] Meist geht es um Kinder zwischen sechs Monaten und vier Jahren, die Mittel eingenommen haben und so möglicherweise zum Notfall werden“, sagte Maren Hermanns-Clausen der dpa. Die Zahl der Notfälle wegen Suizidversuchen und Drogenmissbrauch sei dagegen weitgehend konstant geblieben.

Giftnotruf verzeichnet wegen Coronavirus deutlich mehr Anrufe als im Vorjahr

Die Vergiftungs-Information-Zentrale in Freiburg ist für das ganze Land Baden-Württemberg zuständig. Der Notruf ist rund um die Uhr erreichbar. Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg kommt es auch abends und nachts vermehrt zu Giftnotfällen bei Privatpersonen. Seit Beginn des Jahres erreichten die Einrichtung 1.400 Anrufe mehr als in den entsprechenden Monaten im Vorjahr. Laut Hermanns-Clausen sind die Anrufe wegen Desinfektionsmitteln im direkten Vergleich mit dem Vorjahr um 40 Prozent gestiegen. Im April diesen Jahres verdoppelten sich die Zahlen sogar.

Insgesamt gibt es in Deutschland acht Einrichtungen, die Giftnotrufe entgegen nehmen. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit hat sich die Zahl der Anrufe wegen des Coronavirus nicht nur in Baden-Württemberg erhöht. Arzneimittel und Haushaltsprodukte bilden deutschlandweit den Hauptteil der Anrufe. Von den Unfällen mit chemischen Substanzen betroffen sind, neben Kinder, auch ältere Personen.

Den Giftnotruf für Baden-Württemberg erreichen Sie rund um die Uhr telefonisch unter Tel. +49 761 192407

Größere Bedrohung als Corona - Tödliches Tier breitet sich in Baden-Württemberg aus

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg geraten manche Themen momentan in den Hintergrund. So zum Beispiel die Asiatische Tigermücke, die sich immer weiter in Süddeutschland ausbreitet. Die Tigermücke kann potentiell Krankheitserreger wie das Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus übertragen.

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