Shitstorm in sozialen Medien

Tanzparty mit 200 Menschen in Freiburg sorgt für Empörung - sie war als Demo angemeldet

Menschen tanzen dicht gedrängt am Platz der Alten Synagoge in Freiburg
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200 Menschen versammelten sich in Freiburg zu einer Tanzparty, die als Demonstration angemeldet war
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Inzwischen sind die Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg in vielen Bereichen gelockert. Auch größere Veranstaltungen sind möglich. Eine Tanz-Party in Freiburg sorgte im Netz dennoch für Kontroversen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich inzwischen langsamer. Die Landesregierung lockerte die Maßnahmen schrittweise.
  • Inzwischen sind auch größere Veranstaltungen wieder möglich - unter Einhaltung des Mindestabstands.
  • Eine Tanzparty auf einem Platz in Freiburg im Breisgau sorgt im Netz für Kontroversen. Die Teilnehmer haben die Abstände offenbar nicht eingehalten.

Freiburg - Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich inzwischen langsamer als noch vor ein paar Wochen. Die Regierung lockerte die Maßnahmen immer weiter. In Teilen der Bevölkerung kehrt eine gewisse Sorglosigkeit im Umgang mit dem Coronavirus ein. Dabei belegen aktuelle Beispiele, dass Covid-19 noch immer gefährlich ist. In der Landeshauptstadt Stuttgart kam es zu erneuten Ausbrüchen. Eine Großfamilie ging zu sorglos mit den Symptomen um und verbreitete das Virus. Mehrere Schulen mussten kurz nach Wiederaufnahme des Betriebs wieder schließen.

In Freiburg sorgte nun eine als Demonstration angemeldete Tanzparty für Kontroversen in den sozialen Medien. Die Teilnehmer hatten offenbar den Mindestabstand nicht eingehalten. Der Veranstalter wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Coronavirus in Baden-Württemberg: 200 Menschen feiern in Freiburg - mutmaßlich ohne Mindestabstand

Am Samstag tanzten etwa 200 Menschen auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg zu lauter Musik. Trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg sei der Mindestabstand dabei teilweise nicht eingehalten worden. Bei der Versammlung handelte es sich nach Angaben der Zeitung um eine angemeldete Demonstration. Auch bei Demonstrationen müssen die Abstandsregel sowie - wenn notwendig - die Maskenpflicht eingehalten werden. Das Amt für öffentliche Ordnung prüfe nun, ob Verstöße gegen die geltende Verordnung gegeben seien. „Aktuell wird in enger Abstimmung mit der Stadt bewertet, wie mit der in Rede stehenden Versammlung beziehungsweise gleich gelagerter Versammlungen, die sich im Konsum von Musik und Tanz erschöpfen, zukünftig umzugehen ist“, sagte Freiburgs Polizeisprecher Özkan Cira auf Anfrage der Badischen Zeitung.

In den sozialen Medien wird die Tanz-Party in Freiburg kontrovers diskutiert. Ein User schrieb laut der Badischen Zeitung, dass es dreist sei, in diesen Zeiten das Versammlungsrecht auszunutzen, um eine Party zu feiern. Die Sorglosigkeit im Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg macht sich immer häufiger bemerkbar. Trotz Coronavirus feierten 200 Menschen in einem Club in Meßkirch (Kreis Sigmaringen). Die Polizei musste die Diskothek räumen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Veranstalter der Tanz-Party in Freiburg wehrt sich gegen die Vorwürfe

Die zentralen Aspekte der Versammlung in Freiburg seien nach Angaben des Veranstalters Maciej Szymczyk die „Freiheit des Ausdrucks“ und die „Begegnung im realen Raum“ gewesen, wie die Badische Zeitung berichtet. Die Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg seien ausreichend eingehalten worden. „[...] wir hatten zwölf Ordner bei der Versammlung, die verantwortlich und bewusst umgesetzt wurde“.

Die Polizei prüfe nun, ob es sich noch um eine Versammlung mit Musikdarbietung oder um eine reine Tanzparty gehandelt habe. Ob die Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg missachtet oder eingehalten wurden, sei schwer festzustellen. „Da sich alle Personen in dauerhafter, unvorhersehbarer Bewegung befinden, ist ein rechtzeitiges polizeiliches Einschreiten kaum möglich“. Eine Auflösung der Veranstaltung kam für die Polizei am Samstag in Freiburg nicht infrage. Eine friedliche Versammlung zu beenden, „auch unter dem Blickwinkel stetiger Lockerungen im Umgang mit den Corona-Regeln, bedarf der genaueren Überlegung und Abwägung der widerstreitenden Interessen“, sagte ein Sprecher der Polizei Freiburg der Badischen Zeitung.

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