Trotz Covid-19-Gefahr

Oberbürgermeister von Freiburg will trotz Coronavirus Spielplätze öffnen: Wichtig für Psyche der Kinder

  • Lisa Schönhaar
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Obwohl sich das Coronavirus in Baden-Württemberg nach wie vor verbreitet, fordert der Oberbürgermeister von Freiburg die Öffnung von Spielplätzen.

  • Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg.
  • Trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie fordert der Oberbürgermeister von Freiburg die Öffnung von Kinderspielplätzen.
  • Da Schulen und Kindergärten wegen des Coronavirus geschlossen seien, bräuchten Kinder Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Freiburg - Trotz der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg, fordert der Oberbürgermeister der Stadt Freiburg die Öffnung von Kinderspielplätzen. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) rief der parteilose Freiburger Bürgermeister Martin Horn die Bundes- und Landesregierung dazu auf, die Spielplätze trotz der Covid-19-Krise so schnell wie möglich wieder zu öffnen.

Am vergangenen Mittwoch sagte Horn in Freiburg, das Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken, sei im Freien deutlich niedriger als im geschlossenen Räumen. Das sei die Einschätzung von Virologen. Kinder und Eltern könnten zudem dafür sensibilisiert werden, besonders vorsichtig zu sein. Um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, gelten mehrere Maßnahmen zum Infektionsschutz.

Spielplätze in Freiburg sollen trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg wieder öffnen

So muss zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg unter anderem ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen eingehalten werden. Nach offiziellem Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg gilt seit dem 27. April zudem eine Maskenpflicht, um sich und andere vor Covid-19 zu schützen.

Martin Horn, Oberbürgermeister von Freiburg, will trotz Coronavirus in Baden-Württemberg die Spielplätze öffnen.

Ein Öffnen der Spielplätze sei verhältnismäßig und wichtig, sagte Freiburgs Oberbürgermeister Horn. Schulen und Kindergärten seien wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg seit Wochen geschlossen und Familien mit Kindern benötigten nun Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Am heutigen Donnerstag berät Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder zum weiteren Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Bereits bekannt wurde nun, dass es sowohl für Spielplätze als auch für Zoos Lockerungen geben soll. Auch für Museen und wichtige Veranstaltungen im Familienkreis - wie Hochzeiten und Trauerfeiern - sind Lockerungen der Maßnahmen wegen Covid-19 geplant. An dem Verbot von Großveranstaltungen wie Volksfesten, größeren Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Konzerten sowie Straßen-, Wein- und Schützenfesten will der Bund jedoch weiterhin bis mindestens zum 31. August festhalten.

Der Schulbetrieb startet trotz der anhaltenden Verbreitung von Covid-19 in Baden-Württemberg am Montag, den 4. Mai - allerdings zunächst schrittweise und stark eingeschränkt. Geplant war, zunächst nur Schüler der Abschlussklassen an die Schulen zurückkehren zu lassen. Nun haben die Kultusminister der Länder jedoch vorgeschlagen, dass alle Schüler trotz Coronavirus in Baden-Württemberg noch vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen sollen.

Die Forderung des Freiburger Oberbürgermeisters Horn nach einer Öffnung der Spielplätze schließt sich einer ganzen Reihe von Wünschen nach Lockerungen an, obwohl sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiterhin ausbreitet. Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald haben sich nach Angaben des Landratsamts bisher 2.051 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert (Stand Donnerstag, 30. April). Davon wurden allein in Freiburg 954 Infektionen registriert.

Experten zufolge dürften die tatsächlichen Covid-19-Fälle um ein vielfaches höher liegen, da nicht alle Infektionen erkannt werden. Darauf weist auch die im bundesweiten Vergleich hohe Sterblichkeitsrate von 6 Prozent hin.

Coronavirus wird die Bürger in Baden-Württemberg noch monatelang begleiten

Dennoch steht Horn mit seiner Meinung keineswegs alleine da: Auch der ärztliche Direktor eines Klinikums in der Region kritisierte dem Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Er sieht die Covid-19-Pandemie nicht als vorübergehende Krise, sondern als Dauerzustand - und befürwortet deshalb weitere Lockerungen und eine Rückkehr zum Alltag.

Am vergangenen Mittwoch hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Bürger angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg auf einen langen Alltag mit Covid-19 vorbereitet. In seiner Regierungserklärung sagte Kretschmann, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben - das werde viele Monate dauern. Bis dahin müsse man noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen.

Die Schulen in Baden-Württemberg werden auch nur vorsichtig und schrittweise wieder geöffnet. Am 4. Mai kehren die ersten Schüler in Baden-Württemberg in die Schule zurück - sie ist wegen des Coronavirus nicht wiederzuerkennen. Bis zu den Sommerferien sollen alle 1,5 Millionen Schüler in Baden-Württemberg schrittweise wieder am Präsenzunterricht teilnehmen können. Wegen Covid-19 gelten auch dort strenge Hygieneregeln.

Kretschmann hatte zuvor bereits wiederholt davor gewarnt, trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg zu große Lockerungen der Maßnahmen zu fordern. Er sagte, das Coronavirus sei ein „übermächtiger Gegner“ und es könne eine zweite Infektionswelle geben, wenn wir zu sorglos handelten.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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