Forschung in Baden-Württemberg

Forscher fanden im Gehirn von Corona-Toten alarmierende Veränderungen

Ein Querschnitt des menschlichen Gehirns: Auch Sport kann Schäden im Hirn verursachen.
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Eine Studie zeigt, dass das Coronavirus Auswirkungen auf das menschliche Gehirn hat. (Symbolbild)
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg wird im ganzen Südwesten geforscht. Wissenschaftler in Freiburg fanden heraus, dass Covid-19 auch Auswirkungen aufs Gehirn hat. 

Freiburg/Hamburg - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat gravierende Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. Nachdem die Maßnahmen und Verbote am 1. Juli gelockert wurden, sieht sich die Bevölkerung im Südwesten aktuell mit der von vielen Experten angekündigten zweiten Welle konfrontiert - die Zahl der Neuinfektionen steigt erneut stark an. In Stuttgart etwa herrscht bereits Corona-Alarm - ab Mittwoch gelten in der Landeshauptstadt erneut scharfe Beschränkungen.

Um das Coronavirus in Baden-Württemberg in den Griff zu bekommen, wird auch im Südwesten von Deutschland derzeit mit Hochdruck geforscht - das Land rechnet noch im Jahr 2020 mit einer Corona-Impfung und trifft daher Vorbereitungen. Derweil sammeln Forscher immer mehr Erkenntnisse über die Lungenkrankheit. Wissenschaftler aus Tübingen fanden beispielsweise jüngst heraus, dass Corona auch die Organe befällt. Eine neue Studie zeigt jetzt zudem, dass Covid-19 für Veränderungen im Gehirn sorgen kann.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Studie zeigt, dass Covid-19 auch Auswirkungen aufs Gehirn hat

Das Coronavirus in Baden-Württemberg führt zu vielen unterschätzten Symptomen. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) untersuchte in Zusammenarbeit mit Forschern des Universitätsklinikums Freiburg 43 Verstorbene, die sich zu Lebzeiten mit Covid-19 infiziert hatten. Dabei entdeckten sie bei etwa der Hälfte von ihnen geringe Mengen von Virusproteinen im Hirnstamm sowie in Nerven, die diesem entspringen.

„Üblicherweise zeigen Covid-19-Patientinnen und -Patienten vor allem im Blut eine deutlich veränderte Immunantwort“, erklärt Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg, in einer Pressemitteilung. „Wir konnten jetzt auch im Gehirn eine klare Entzündungsreaktion nachweisen, was in diesem Ausmaß nicht bekannt war“.

Nach Erkenntnis der Wissenschaftler ist es nicht das Coronavirus, das Einfluss auf das Gehirn nimmt, sondern das Immunsystem des Körpers, das auf den fremden Mikroorganismus reagiert. Die neurologischen Veränderungen werden somit nur indirekt durch Covid-19 hervorgerufen. Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und reichen von leichten diffusen Beschwerden bis hin zu Schlaganfällen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse sollen noch Behandlungsmöglichkeiten erforscht und entwickelt werden.

Freiburg: Forscher finden in Studie heraus, dass Coronavirus bis ins Gehirn reicht

Die Entwicklung eines Impfstoffs gilt als wichtiger Schritt im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Die Firma Curevac ist in der Entwicklung vorne mit dabei. Das in Tübingen ansässige Biotech-Unternehmen konnte bereits Erfolge erzielen und kündigte an, schon bald einen Impfstoff auf den Markt bringen zu wollen. Anfang September besuchte sogar Tesla-Chef Elon Musk den Impfstoffhersteller Curevac

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