Studie mit 14- bis 34-Jährige

Coronavirus: Mehrheit der jungen Menschen will auch nach der Pandemie nicht auf Maske verzichten

Jugendliche trägt Gesichtsmaske
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Auch nach der Corona-Pandemie will die Mehrheit Jugendlichen und jungen Menschen nicht auf einen Nasen-Mund-Schutz verzichten.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu einer Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Läden. Eine Studie zeigt jetzt, dass junge Menschen auch nach der Pandemie Maske tragen wollen.

Villingen-Schwenningen - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg beschloss die Landesregierung im April eine Maskenpflicht für öffentliche Verkehrsmittel und Läden. Obwohl diese bis heute und trotz der weitreichenden Corona-Lockerungen vom 1. Juli weiterhin Gültigkeit hat, gibt es viele Menschen, die sich weigern, einen Nasen-Mund-Schutz zu tragen.

Die Vorfälle, bei denen sich Maskenverweigerer auf zum Teil sogar irre Weise gegen die Maskenpflicht zur Wehr setzen, häufen sich trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg. In Stuttgart kam es beispielsweise zu einem Kopfnuss-Eklat, bei dem ein Mann in einem Einkaufszentrum vortäuschte, sich an die Maskenpflicht zu halten und dann unvermittelt das Sicherheitspersonal angriff.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Junge Menschen wollen nach der Pandemie weiterhin Maske tragen

Obwohl häufig Berichte von Maskenverweigerern zu lesen sind und auf Hygienedemos zum Teil Tausende Menschen wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg protestieren, scheint es sich bei den Kritikern dennoch nur um eine Minderheit zu handeln. Eine Umfrage der Universität Heidelberg hat kürzlich sogar gezeigt, dass die meisten, nämlich 80 Prozent der Bevölkerung, mit den Regeln einverstanden sind.

Das bestätigt nun auch eine bundesweite Studie unter 14- bis 34-Jährigen im Auftrag der Schwenniger Krankenkasse in Kooperation mit der Stiftung „Die Gesundarbeiter - Zukunftsverantwortung Gesundheit“. Diese untersuchte unter anderem die langfristigen Verhaltensänderungen, die durch die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg hervorgerufen wurden.

Die Ergebnisse zeigen beispielsweise: Die Mehrheit der jungen Menschen hat vor, auch langfristig nicht auf die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes zu verzichten. 58 Prozent der etwa 1.000 Befragten gaben demnach an, auch zukünftig in besonderen Situationen wie Erkältungszeiten eine Maske tragen zu wollen - selbst dann, wenn die Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg bereits gebannt ist.

„Vor der Corona-Pandemie kannte man einen Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum vornehmlich aus fernöstlichen Ländern“, wird Gesundheitsexpertin Tanja Katrin Hantke in einer Pressemitteilung der Schwenninger Krankenkasse zitiert. „Mit der neuen AHA-Formel hat sich die Maske auch in Deutschland durchgesetzt“. Die AHA-Formel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) wurde eingeführt, damit sich das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter verbreitet.

Junge Menschen wollen auch nach dem Coronavirus in Baden-Württemberg nicht auf Maske verzichten

Doch nicht nur in Bezug auf das Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes hat das Coronavirus in Baden-Württemberg Auswirkungen auf das Verhalten von jungen Menschen. 72 Prozent der Befragten in der Studie gaben beispielsweise an, allgemein vorsichtiger im Kontakt mit anderen Menschen geworden zu sein. „Im gesellschaftlichen Leben hat die Virus-Epidemie zu deutlich mehr Vorsicht geführt. Die Menschen halten Abstand und vermeiden Berührungen“, sagt Tanja Katrin Hantke.

Fast die Hälfte der Studien-Teilnehmer haben zudem die Befürchtung, dass das Coronavirus in Baden-Württemberg ihnen berufliche Chancen nehmen könnte. „Wir haben die Zielgruppe nochmals unterteilt und festgestellt, dass die Jüngsten etwas gelassener sind“, so Tanja Katrin Hantke. „Den 14- bis 17-Jährigen bleibt mehr Zeit, sie blicken daher entspannter in die Zukunft. Aber in der Altersgruppe 18 bis 25 bewertet nahezu jeder Zweite seine Jobaussichten skeptisch“. Auffällig bei den Ergebnissen ist, dass sich mit 71 Prozent der befragten 14- bis 34-Jährigen mehr junge Menschen Sorgen um die Gesundheit ihrer Familie und Freunde machen als um ihre eigene (44 Prozent).

Auch wenn es sich bei den Maskenverweigerern nur um eine Minderheit handelt, wurden die Bußgelder beispielsweise in Stuttgart zwischenzeitlich stark erhöht. Derweil rechnete der Innenminister wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg, mit läppischen Strafen in anderen Ländern ab. Nicht nur Maskenverweigerern in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Läden droht jedoch ein hohes Bußgeld. Einer Familie könnte beispielsweise nach der Urlaubsrückkehr aus einem Risikogebiet eine Strafe von bis zu 25.000 Euro erhalten.

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