Geschlossen wegen Corona-Verdacht

„In 20 Jahren noch nie erlebt“: 40 Kinder mit Fieber an einem Tag in Kindergarten Friedrichshafen gemeldet

Drei Kinder spielen in einem Kindergarten in Friedrichshafen das Geschicklichkeitsspiel Jenga.
+
Coronavirus in Baden-Württemberg: 40 Kinder eines Kindergartens mit Fieber gemeldet (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich inzwischen langsamer als noch vor ein paar Wochen. Die Infektionsgefahr besteht jedoch noch immer. Ein Kindergarten in Friedrichshafen meldet nun 40 Kinder mit Fieber. Die Einrichtung musste für mehrere Tage schließen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich inzwischen langsamer aus. Das führte zu einer ganzen Reihe von Lockerungen in verschiedenen Bereichen.
  • Seit dem 29. Juni ist auch ein Regelbetrieb an Kindergärten und Grundschulen wieder möglich - unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen.
  • Ein Kindergarten in Friedrichshafen im Bodenseekreis meldete nun 40 Kinder mit Fiebersymptomen an einem Tag. Die Einrichtung musste wieder schließen.

Friedrichshafen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu weitreichenden Maßnahmen und Verboten. Inzwischen verbreitet sich die Lungenkrankheit deutlich langsamer als noch vor ein paar Wochen. Auf dieser Grundlage lockerte die Landesregierung die Verordnungen immer weiter. Die seit Ende April in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen geltende Maskenpflicht besteht jedoch weiter. Andere deutsche Bundesländer diskutierten bereits darüber, die Maskenpflicht abzuschaffen, doch Baden-Württemberg weigert sich strikt.

Im Zuge der Lockerungen wegen der langsameren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg ist seit dem 29. Juni ein Regelbetrieb an Kindergärten und Grundschulen wieder möglich. Grund für diese Entscheidung war das Ergebnis einer Studie. Laut der Studie verbreiten Kinder unter zehn Jahren das Coronavirus deutlich seltener als ursprünglich angenommen. Sie erkranken auch seltener und haben im Falle einer Infektion mildere Verläufe mit wenigen oder gar keinen Symptomen. Nur wenige Tage nach der Wiederaufnahme des Regelbetriebs gab es in einem Kindergarten in Friedrichshafen im Bodenseekreis die Krankmeldung von 40 Kindern wegen Fieber.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kindergarten muss nur wenige Tage nach der Wiederaufnahme des Regelbetriebs wieder schließen

An nur einem Tag meldeten Eltern 40 Kinder des Kindergartens St. Columban in Friedrichshafen wegen Fieber krank. Nach Bekanntgabe der Meldung am Montag schloss der katholische Träger die Einrichtung für die nächsten zwei Tage. Eine Infektion mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist jedoch laut Ulrike Weiß, der Leiterin des Verwaltungszentrums und Gesamtkirchenpflegerin, bislang nicht nachgewiesen. Fieber ist allerdings ein häufiges Symptom für eine Infektion mit Covid-19. Bereits im Vorfeld habe es vereinzelte Fiebererkrankungen bei den insgesamt 67 Kindern in dem Kindergarten gegeben, wie Weiß der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

Wegen der anhaltenden Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg müssen in den nächsten Tagen auch die Mitarbeiter des Kindergartens zuhause bleiben. Am Donnerstag sollen Kinder ohne Symptome die Einrichtung wieder besuchen können. Der Kindergarten wird in der Zwischenzeit gereinigt. „Das sind sehr ungewöhnliche Zahlen. Das habe ich in 20 Jahren noch nie zuvor erlebt“, sagte Weiß der dpa. Das Landratsamt Bodenseekreis untersucht die Erkrankungen.

Das Gesundheitsamt sieht derweil keine Hinweise auf eine Infektion mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Das teilte Amtssprecher Robert Schwarz am Dienstag in Friedrichshafen mit. Am Donnerstag sollen beschwerdefreie Kinder demnach wieder kommen dürfen. Corona-Tests bei den Kindern sind laut Gesundheitsamt derzeit nicht geplant. Sie stellten einen erheblichen Eingriff für die Kinder dar. Eltern müssten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind beim Hausarzt testen lassen wollen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Neue Infektionen an Schulen im Bundesland

Nach dem Lockdown wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg kehrten am 29. Juni auch Schulen zum Regelbetrieb zurück. Bereits am selben Tag kam es zu Neuinfektionen. Mehrere Schulen in Baden-Württemberg waren von dem neuen Coronavirus-Ausbruch betroffen. Eine Grundschule in Göppingen östlich von Stuttgart musste wegen positiven Corona-Tests mehrere Tage schließen. Auch ein Gymnasium im Kreis Karlsruhe meldete Infektionen bei drei Schülern und einem Lehrer.

Kommentare