Alle Besucher kontaktiert

Albtraumszenario: Corona-Infizierter im Europa-Park - der fast 15.000 Besuchern täglich hat

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt stark an. Jetzt war ein Infizierter im Europa-Park in Rust - den derzeit jeden Tag bis zu 15.000 Menschen besuchen.

  • Seit der Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die Infektionszahlen wieder an.
  • Eine infizierte Person hat kürzlich den Europa-Park in Rust besucht - der Park hat derzeit täglich fast 15.000 Gäste.
  • Alle Personen, die online ein Europa-Park-Ticket für den betreffenden erworben haben, wurden per E-Mail vom Park benachrichtigt und sollen auf Symptome achten.

Rust - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) legte das Leben in nahezu allen Bereichen lahm und führte zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens sowie zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz*.

Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* nach der Hochphase der Corona-Pandemie auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau im Land ausbreitete, beschloss die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bereits mehrfach Lockerungen für den Alltag und die Freizeit der Bürger - so durfte auch der Europa-Park in Rust Ende Mai mit einem Corona-Konzept* wieder für Gäste öffnen. Damit sich möglichst wenige Menschen mit der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anstecken, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor Hygieneauflagen wie die Ende April von der Landesregierung eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg*.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ein Infizierter hat den Europa-Park in Rust besucht (Symbolfoto).

Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums in der Landeshauptstadt Stuttgart* zufolge steigen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* derzeit wieder drastisch an. Das liegt nicht nur an Reiserückkehrern aus Risikogebieten, sondern auch an Einzelpersonen, die trotz einer bestätigten Infektion an größeren Veranstaltungen wie Partys teilnehmen - oder sich in Freizeitparks wie dem Europa-Park in Rust zusammen mit fast 15.000 weiteren Menschen aufhalten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Infizierter besucht Europa-Park in Rust, in dem sich tausende Menschen aufhalten

Wie das Gesundheitsamt Ortenaukreis und der Europa-Park in Rust am heutigen Mittwoch in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben, hatte eine an Covid-19 erkrankte und wahrscheinlich ansteckende Person am 10. August den Freizeitpark besucht. Zwischen 9:30 Uhr und 16 Uhr soll sich der oder die Infizierte auf dem Parkgelände aufgehalten haben. Zwischen 13 Uhr und 13:30 Uhr habe die mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infizierte Person im Restaurant Bamboe Baai im Themenbereich Holland zu Mittag gegessen.

Die engen Kontaktpersonen des infizierten Parkbesuchers seien durch das Gesundheitsamt kontaktiert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet worden, heißt es in der Pressemitteilung. Alle Personen, die online ein Europa-Park-Ticket für den 10. August 2020 erworben haben, seien bereits per Mail vom Europa-Park benachrichtigt und darum gebeten worden, auf mögliche Symptome zu achten. Gegebenenfalls solle ein Hausarzt aufgesucht werden, um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten.

Reinhard Kirr, Dezernent für Sicherheit, Ordnung und Gesundheit des Ortenaukreises, sagte laut Pressemitteilung, man stehe seit Beginn der Corona-Pandemie in engem und regelmäßigem Austausch mit den Verantwortlichen des Europa-Parks und der Gemeinde Rust und habe so frühzeitig einen Ablaufplan für einen solchen Fall erstellen können. „Die Besucherzahl von nahezu 15.000 Menschen pro Tag macht es für die Behörden unmöglich, jede Person einzeln telefonisch zu kontaktieren. Daher fiel die Entscheidung auf die Kontaktaufnahme per Mail“, so Kirr.

Coronavirus in Baden-Württemberg eindämmen - Besucher des Europa-Parks sollen auf Symptome achten

Die Infektionsgefahr für Gäste und Mitarbeiter des Europa-Parks in Rust an diesem Tag sei laut Gesundheitsamt sehr gering, der Europa-Park habe sein Hygienekonzept mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten. „Zudem ist bei den meisten Gästen davon auszugehen, dass überhaupt kein Kontakt stattgefunden hat“, wird Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes beim Landratsamt Ortenaukreis, in der Mitteilung zitiert.

Das Gesundheitsamt bittet dennoch alle Personen, die sich an diesem Tag im angegebenen Zeitraum im Europa-Park in Rust befunden haben, wachsam zu bleiben. Bis einschließlich 24. August soll zum Schutz vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg eine gute Beobachtung des eigenen Gesundheitszustands vorgenommen werden. „Sollte es in diesem Zeitraum zum Auftreten von typischen Krankheitssymptomen für Covid-19 kommen, wie Husten, erhöhte Temperatur, Halsschmerzen, Geruchs- oder Geschmacksstörungen, sollen sich Betroffenen telefonisch an ihre Hausarztpraxis wenden, wo dann ein Test auf Covid-19 erfolgen kann“, so Bressau laut Pressemitteilung. 

Die steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind auch auf Corona-Ausbrüche in einzelnen Gemeinden und Landkreisen zurückzuführen, die häufig auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückgehen. Der Kreis Göppingen etwa war schon mehrfach von Neuinfektionen betroffen. Nach einer Abifahrt nach Kroatien schleppten Teilnehmer das Coronavirus in Baden-Württemberg ein* - fast alle der 14 Urlauber hatten sich infiziert. Vergangene Woche haben weitere Reiserückkehrer aus Kroatien andere Menschen mit dem Coronavirus infiziert*. Acht Personen hatten sich in Kroatien auf der Insel Pag angesteckt und anschließend eine private Geburtstagsfeier in einem Club in Stuttgart mit rund 40 Gästen besucht. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke sprach sich deshalb nun dafür aus, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten den verpflichtenden Corona-Test selbst bezahlen* - bislang trägt der Bund die Kosten. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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