Kurzarbeit wegen Corona-Krise

Daimler-Manager verzichten wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg auf Gehalt

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG in Stuttgart stellt wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg für zwei Wochen auf Kurzarbeit um. Aus Solidarität verzichten auch Führungskräfte auf Teile ihres Gehalts. 

  • Die Daimler AG hat infolge des Coronavirus in Baden-Württemberg und weltweit Absatzschwierigkeiten.
  • Der Betrieb in den Werken soll deshalb für vorerst zwei Wochen auf Kurzarbeit umgestellt werden.
  • Daimler-Manager verzichten nun teilweise auf ihr Gehalt - aus Solidarität mit den Werksarbeitern.

Stuttgart - Die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg schwächt die Wirtschaft in der Region. Viele Unternehmen haben Absatzschwierigkeiten und reagieren auf die Covid-19-Pandemie, indem sie die Produktion in ihren Werken herunterfahren. Die Folge für die Mitarbeiter: Kurzarbeit.

Das Coronavirus lähmt die Wirtschaft in Baden-Württemberg und geht auch an der Daimler AG nicht spurlos vorbei. Die Liste der deutschen Unternehmen, in denen Kurzarbeit angeordnet wurde, ist lang. Mehr als 70.000 Unternehmen haben wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg bis Ende März bei der Arbeitsagentur einen Antrag auf diese Maßnahme gestellt. Das meldete die IHK-Bezirkskammer Rems-Murr. Unter ihnen sind der nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen, wie der Outdoor-Ausstatter Vaude aus Tettnang, der mit der Coronakrise anders umgeht als Adidas oder H&M, sondern auch Riesen wie Porsche, Bosch, der Automobilzulieferer Mahle, der Flughafen Stuttgart und die Daimler AG

Coronavirus in Baden-Württemberg: Internes Daimler-Schreiben schildert Pläne für Kurzarbeit

Die Daimler AG leidet unter den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg

Die Daimler AG stellt ab der kommenden Woche seinen Werksbetrieb für vorerst zwei Wochen auf Kurzarbeit um. Auch Daimler-Manager bekommen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg weniger Geld. Vorstände und Führungskräfte der oberen drei Ebenen des Stuttgarter Autokonzerns verzichten aus Solidarität mit den Werksarbeitern teilweise auf Gehalt.

Laut eines internen Schreibens, das dpa vorliegt, wird die Grundvergütung der Daimler-Vorstände und -Aufsichtsräte bis Jahresende wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg um 20 Prozent reduziert. Die Führungskräfte der oberen drei Ebenen verzichten freiwillig für die kommenden drei Monate auf 10 Prozent. Variable Gehaltsbestandteile sind von den Kürzungen nicht betroffen. Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Ola Källenius, hatte 2019 ein Grundgehalt von 1,3 Millionen Euro.

Gesetz erleichtert Daimler und anderen Unternehmen, auf Coronavirus zu reagieren

Seit Mitte März hat Daimler wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg große Teile seiner Produktion in Europa, den USA und Südamerika eingestellt. Unternehmenssprecher Jörg Höwe kündigte auch bei Twitter an, der Konzern habe für zunächst 14 Tage Kurzarbeit ab dem 6. April 2020 beantragt. Das betreffe die meisten Daimler-Mitarbeiter in der Produktion, aber auch ausgewählte Bereiche der Verwaltung. 

Der Bundestag hat infolge der Corona-Krise ein neues Gesetz verabschiedet, das den Vorgang für Unternehmen wie die Daimler AG erleichtert. Dadurch soll die deutsche Wirtschaft während der Covid-19-Pandemie am Laufen und Menschen im Job gehalten werden. Die Bundesagentur für Arbeit hat vorsorglich zusätzliche zehn Milliarden Euro beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales beantragt, um die durch das Coronavirus angeordnete Kurzarbeit zu finanzieren. Sie gleicht bei Arbeitnehmern ohne Kinder 60 Prozent, bei Müttern und Vätern 67 Prozent des Netto-Verlusts aus. Das erste Quartal 2020 endete wegen des Coronavirus mit einer Schock-Vorhersage für Daimler. Kurz zuvor hatte Daimler ein einzigartiges Fahrzeug für die Coronakrise gebaut.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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