CureVac forscht an Impfung

Impfstoff-Hoffnung: Bundesregierung investiert 300 Millionen Euro in Firma aus Tübingen

Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Bundesrepublik unterstützt CureVac finanziell
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Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg hofft die Bevölkerung auf einen Impfstoff. Der deutsche Staat investiert nun 300 Millionen Euro in die Firma CureVac aus Tübingen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg stellt noch immer eine Gefahr dar. Die Bevölkerung hofft auf einen Impfstoff
  • Das deutsche Biotech-Unternehmen CureVac mit Sitz in Tübingen arbeitet schon seit Januar an einer Impfung gegen das Coronavirus.
  • Die Bundesregierung investierte nun 300 Millionen Euro in die Firma und erwirbt Anteile für den deutschen Staat.

Tübingen/Berlin - Das Coronavirus in Baden-Württemberg kann für ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen lebenbedrohlich sein. Seit dem Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 hoffen Menschen in der ganzen Welt auf einen Impfstoff. Wann ein solches Produkt vorliegt, ist noch ungewiss.

Doch nun verdichten sich die Anzeichen, dass eine Firma aus Baden-Württemberg auf einer heißen Spur ist. Das deutsche Biotech-Unternehmen CureVac mit Sitz in Tübingen forschte bereits an einem Impfstoff, bevor das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland ausbrach. Der Deutsche Staat stieg nun bei dem Unternehmen ein und wird es finanziell bei seiner Arbeit unterstützen. Das verkündeten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Dietmar Hopp, SAP-Mitgründer und Mitgründer der Beteiligungsgesellschaft dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG am Montag.

Coronavirus in Baden-Württemberg: CureVac als Hoffnungsträger

Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg und der ganzen Welt arbeiten Forscher an einem Impfstoff - so auch beim Unternehmen CureVac aus Tübingen. Die Forschung von CureVac ist weltbekannt. Bereits im März lud US-Präsident Donald Trump den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Tübinger Firma zusammen mit weiteren Vertretern der Pharmaindustrie in das Weiße Haus ein.

Er informierte sich über den Fortschritt der Forschungen und bot CureVac eine hohe Geldsumme an, um den Impfstoff gegen das Coronavirus exklusiv für die USA zu entwickeln. Dietmar Hopp besitzt bisher rund 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen aus Tübingen. Er lehnte einen Verkauf des Unternehmens in der Vergangenheit entschieden ab. „Ich habe gesagt, das kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Und ich nehme an, damit habe ich bei CureVac offene Türen eingerannt“, sagte er am Montag.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Bundesrepublik unterstützt CureVac

Die Bundesrepublik Deutschland wird das Unternehmen CureVac bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg finanziell unterstützen. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens investiert der Deutsche Staat 300 Millionen Euro in CureVac.

„Die Technologie von CureVac hat das Potenzial, neue Impfstoffe und therapeutische Behandlungsmöglichkeiten für viele Menschen zu entwicklen und über den Markt zur Verfügung zu stellen“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. „Die Bundesregierung beteiligt sich an diesem vielversprechendem Unternehmen, weil sie erwartet, damit Entwicklungen zu beschleunigen, und es CureVac finanziell zu ermöglichen, das Potenzial seiner Technologie ausschöpfen zu können.“

Außerdem erklärt Peter Altmaier, dass die Investition in CureVac Teil des Konjunkturpakets ist, dass Bundesregierung Anfang Juni als Reaktion auf das Coronavirus in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern beschlossen hat. Darin habe sich die Regierung zum Ziel gesetzt, bei der Herstellung von Wirkstoffen und Impfungen unabhängiger zu werden. Mit dieser Investition tun wir einen ersten Schritt in diese Richtung“, sagte Peter Altmaier.

Dietmar Hopp sagte zum Potenzial des Unternehmens aus Tübingen: „Über meine Investmentgesellschaft dievini habe ich mich seit 2005 sehr stark für die Entwicklung neuartiger und innovativer Therapien und Verfahren in der deutschen Biotechnologie engagiert. Durch die Corona-Krise wurde die herausragende Relevanz und hohe Bedeutung der Biotechnologiebranche für Patienten, unsere Gesellschaft und die Welt sichtbar“.

Impfstoff gegen das Coronavirus: CureVac aus Tübingen bleibt unabhängig

Die Bundesrepublik investiert erstmalig in ein Biotechnologie-Unternehmen. Die finanzielle Unterstützung zur Forschung an einem Impfstoff gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg soll durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erfolgen. Auch von Tesla-Chef Elon Musk bekommt die Firma aus Tübingen unverhofft Unterstützung. Das Unternehmen CureVac bleibt jedoch unabhängig. „Der Bund nimmt keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen“, heißt es in der Pressemitteilung. Nach Angaben der Deutschen-Presse Agentur (dpa) kündigte CureVac an, bereits in diesem Monat mit einer ersten klinischen Studie zu beginnen.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist seit dem 16. Juni verfügbar. Viele Deutsche unterliegen einem fatalen Trugschluss. Sie fürchten um die Angabe ihrer persönlichen Daten und des Standorts. Die Tracing-App erfasst jedoch nur relevante Kontakte und nicht den Standort der Begegnung.

Inzwischen will das Biotech-Unternehmen CureVac sogar an die US-Börse. Der Börsengang soll CureVac 209 Millionen Euro bringen. Die Firma will die Einnahmen in die Entwicklung des Corona-Impfstoffs investieren, aber auch in andere Projekte.

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