Folgen von Covid-19

Blutungen aus den Venen, multiples Organversagen, Albträume: Corona-Patient schildert sein Martyrium

  • Valentin Betz
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Der Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus kann sehr unterschiedlich ausfallen. Symptome können gänzlich ausbleiben oder beinahe zum Tod führen - wie ein Beispiel aus dem Kreis Emmendingen zeigt.

  • In Waldkirch litt ein 64-Jähriger an einem schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung.
  • Der Mann kämpfte wochenlang ums Überleben und leidet heute noch an den Folgeschäden.
  • Besonders wenn eine Beatmung notwendig wird, überleben Patienten die Infektion häufig nicht.

Waldkirch - Noch immer gibt es gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und der Welt kein Heilmittel. Zwar hat Russland bereits einen Impfstoff zugelassen, das wird von internationalen Experten allerdings sehr skeptisch gesehen. In Deutschland gilt die Firma CureVac als großer Hoffnungsträger auf der Suche nach einem Impfstoff. Der Börsengang soll CureVac 209 Millionen Euro einbringen - den Profit will die Firma auch in die Entwicklung der Corona-Impfung stecken.

Seitdem sich das Coronavirus auf der ganzen Welt ausgebreitet hat, konnte die Forschung immer neue Erkenntnisse dazu gewinnen. Ein Tübinger Pathologe machte in Körpern von Corona-Toten besorgniserregende Entdeckungen. Er fand heraus, dass das Coronavirus auch in anderen Organen außer der Lunge wütet und dort zu Gerinnungsstörungen führt. Forscher aus Heidelberg fanden heraus, was genau Corona-Patienten mit schweren Verläufen tötet. Sie kamen zu dem Schluss, dass Gerinnsel in der Lunge zu besonders schweren Verläufen von Covid-19 führen - und damit häufig zum Tod. Letzterem konnte ein Mann aus Waldkirch im Kreis Emmendingen nur knapp entkommen. Noch heute plagen ihn die Folgeschäden seiner Covid-19-Infektion.

Schwerer Verlauf von Covid-19: Mann kämpft nach Infektion mit dem Coronavirus wochenlang ums Überleben

Wie die Badische Zeitung (BZ) berichtet, hatten sich der Mann und seine Frau vermutlich bei einem Wellness-Aufenthalt Mitte März mit dem Coronavirus infiziert - genau wissen die Eheleute das bis heute nicht. Doch während die Frau nur über leicht erhöhte Temperatur und Gliederschmerzen klagte und nach ein paar Tagen wieder gesund war, wurde der Mann mit hohem Fieber ins Krankenhaus eingewiesen. Insgesamt blieb er sieben Wochen, fünf davon auf der Intensivstation.

Der 64-Jährige musste wegen Covid-19 beatmet werden - und wurde dafür ins künstliche Koma versetzt (Symbolbild).

Obwohl der 64-Jährige nach eigener Aussage keine Vorerkrankungen hat, bekam er über die so genannte „assistierte Maskenbeatmung“ zusätzlich Sauerstoff. Doch die Sauerstoffsättigung in seinem Blut war bald so niedrig, dass auch das nicht mehr genüget. „Ihre Lunge macht bald nicht mehr mit“, sagten die Ärzte laut BZ. Der Mann musste intubiert werden - bekam also einen Schlauch direkt in die Lunge - und wurde dafür ins künstliche Koma versetzt.

Infektion mit Coronavirus: Erst versagt die Lunge, dann kollabiert fast der gesamte Körper

Der 64-Jährige aus Waldkirch gehört zu der Hälfte, die eine Beatmung wegen einer Covid-19-Erkrankung überlebt haben. Für die andere Hälfte gibt es laut einer Corona-Studie nach diesem Punkt keine Rettung mehr. Auch für den Mann aus Waldkirch sah es sehr schlecht aus. Neben der Lunge versagten auch Niere und Leber. Weil der Körper nicht mehr genügend gerinnungshemmende Stoffe bildete, blutete der Erkrankte aus den Venen - dort, wo ihm Zugänge gelegt worden waren. Neben den Blutergüssen durch das Liegen auf dem Krankenbett bekam der 64-Jährige auch noch innere Blutungen.

Nachdem der Mann die kritische Phase überstanden hatte, war sein Martyrium noch lange nicht beendet. Die Narben der Blutergüsse waren das geringste Problem. Schrittweise wurden seine Narkosemittel abgesetzt, im Gegensatz bekam er Albträume durch die Entzugserscheinungen. Insgesamt absolvierte der Mann aus Waldkirch acht Wochen Reha.

Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war er um 18 Kilogramm leichter. Noch immer fühlt er sich matt und abgeschlagen, „jeder Schritt die Treppe hoch ist eine Anstrengung“, erklärt der 64-Jährige der BZ. Was bleibt, ist eine tiefe Dankbarkeit: Gegenüber den Ärzten, dem Pflegepersonal und generell dem Krankenhaus.

Rubriklistenbild: © Technische Hochschule Rosenheim

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