Perfide Masche

Betrüger erschleichen sich 3 Millionen Euro an Corona-Hilfen - „völlig inakzeptabel“

Jemand tippt im Dunkeln auf einer Tastatur.
+
Die Fälle des Betrugs bei Corona-Finanzhilfen in Baden-Württemberg häufen sich.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

Anstatt bei den Unternehmen, die es dringend brauchen würden, kommen Corona-Soforthilfen in Baden-Württemberg häufig auch bei Betrügern an.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg* erhalten viele Unternehmen vom Staat Soforthilfen (*BW24 berichtete). Offenbar völlig schamlos nutzen immer mehr Betrüger dieses Konzept aus, um sich daran zu bereichern. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, wurden seit dem Start der Corona-Soforthilfen vor einem Jahr inzwischen rund 800 Verfahren wegen Betrugs eingeleitet.

Eigentlich sollten die Subventionen die fatalen wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus* abfedern. Anstatt zu bedürftigen Firmen wanderten die Zuschüsse jedoch häufig in die falschen Hände. Wie das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg laut der Heilbronner Stimme mitteilte, sei im Jahr 2020 ein Gesamtschaden von drei Millionen Euro allein im Bundesland durch Subventionsbetrüger entstanden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Betrüger beantragten Gelder auf unterschiedliche Weise

Um an das Geld zu kommen, gingen die Kriminellen unterschiedlich vor, wie das Ministerium erklärte. So hätten manche im Namen eines wirklich existierenden Unternehmens Soforthilfe beantragt und das Geld dann umgelenkt. Andere hätten einen Antrag doppelt für dasselbe Unternehmen gestellt. Ebenso sei es vorgekommen, dass Antragsteller falsche Angaben zur Situation ihres Unternehmens machten und so noch mehr Geld herausschlugen. Manche Betrüger hatten mit ihrer perfiden Masche hingegen keinen Erfolg und konnten noch vor der Auszahlung beantragter Summen überführt werden.

„Es ist völlig inakzeptabel, wenn sich gewisse Personen an Hilfsgeldern zu bereichern versuchen, die eigentlich für die Rettung von Unternehmen vorgesehen sind“, sagte Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) der Heilbronner Stimme. Das gelte auch in den Fällen, in denen es zu keiner Auszahlung der Finanzhilfen gekommen sei. „Auch diese Fälle werden als das verfolgt, was sie sind: Ein strafbarer und vollendeter Subventionsbetrug.“

Corona-Krise ruft Betrüger auf den Plan - windige Millionengeschäfte

Nicht nur Finanzbetrüger machen sich die Corona-Pandemie zunutze. So verkaufte ein windiger Betrüger angebliche Corona-Schutzausrüstung für 2 Millionen Euro* - die jedoch in dieser Form nie bei den Kunden ankam. Andere boten einer Seniorin am Telefon einen Impftermin* an und räumten kurz darauf ihr Konto leer. Da die Krisensituation durch das Virus offenbar ganz neue Vorgehensweisen bei Kriminellen hervorruft, heißt es in diesen Zeiten: Achtsam bleiben. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare