Handel will andere Öffnungskriterien

Corona-Lockdown: Einzelhändlern reicht es - Öffnung Mitte Februar gefördert

Eine Frau mit Maske geht im Dorotheen Quartier an einem geschlossenen Kleidungsgeschäft vorbei.
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Der Handel in Baden-Württemberg will so schnell wie möglich wieder öffnen.
  • vonEva Kaczmarczyk
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Viele Einzelhändler stehen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg bereits am Rande der Insolvenz. Sie machen nun einen Vorstoß, wie Mitte Februar die Läden wieder öffnen könnten.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt derzeit vielen Einzelhändlern die Chance auf eine Zukunft. Gerade im Südwesten werden Rufe nach einem Ende der generell verordneten Ladenschließungen laut. Die Händler in der Landeshauptstadt Stuttgart und ganz Baden-Württemberg fordern, dass beim nächsten Bund-Länder-Gipfel in der kommenden Woche eine Öffnungsperspektive vorgestellt werden soll. „Der Handel braucht dringend eine Öffnungsperspektive. Ohne die geht es nicht“, erklärt die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, gegenüer der Deutschen Presseagentur.

Einzelhandel fordert Ende der Schliessungen und Lockdown-Lockerungen

„Der aktuelle harte Lockdown darf nicht ohne eine klare Öffnungsperspektive für die Händler fortgesetzt werden“, so Hagmann. Des Weiteren kritisierte die Hauptgeschäftsführerin die Maßnahmen scharf als „pauschal“ und „mit der Gießkanne erlassen“. Ein Hoffnungsschimmer für alle Betroffenen ist nun am kommenden Mittwoch in Sicht, wenn Bund und Länder ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten werden. Die Hauptthemen der Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden weitere Maßnahmen für Handel, sowie Schulen und Kitas im Notbetrieb sein. Derzeit sind nur Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken geöffnet.

Susanne Hagmanns Urteil über die Schließung des Handels fällt klar aus: Für sie haben die Schließungen seit Dezember vergangenen Jahres nicht zu niedrigeren Corona-Infektionszahlen geführt. Die Händler fordern mehr Transparenz und Verbindlichkeit, was die bundesweiten Maßstäbe und Werte für Lockerungen betrifft. Ihr Vorschlag lautet, sich beispielsweise künftig an der Sieben-Tages-Inzidenz, am Alter der Neuinfizierten, an der aktuellen Belastung des Gesundheitssystems oder am Impffortschritt zu orientieren, so Hagmann.

Der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sei dagegen nicht zielführend. Gefordert worden war dieser Wert unter anderem erneut bei einer Regierungspressekonferenz am Dienstag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Werde dieser nicht erreicht, müsse es Verlängerungen des Lockdowns geben. Kretschmann wies ausdrücklich darauf hin, dass man im November vergangenen Jahres zu früh Hoffnungen auf Lockerungen gemacht habe, die man dann habe enttäuschen müssen. Das dürfe sich jetzt nicht wiederholen

Handel in Baden-Württemberg rechnet wegen Corona mit bis zu 12.000 Insolvenzen

Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat sich zuletzt für eine Verlängerung des Lockdowns statt Lockerungen ausgesprochen.

In den kommenden zwei Jahren fürchtet der Südwest-Branchenverband aufgrund des Corona-Lockdowns und den fatalen Folgen für die Wirtschaft bis zu 12.000 Geschäftsschließungen und Insolvenzen*. Betroffen wären hier mehr als eine halbe Million Beschäftigte, deren Interessen vom Verband vertreten werden. Von Schließung betroffen ist beispielsweise die Handelskette Real mit ihren rund 270 Märkten. *Echo24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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