Protest gegen Hygieneauflagen

Die neusten Corona-Demos in Stuttgart zeigen, dass sich der Wind dreht

  • Lisa Schönhaar
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Obwohl sich Coronavirus in Baden-Württemberg weiter verbreitet, gibt es weiterhin Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen. Am vergangenen Wochenende deutete sich in Stuttgart die Trendwende an.

Stuttgart - Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt noch immer an (BW24* berichtete). Da sich Covid-19 allerdings langsamer verbreitet als noch vor einigen Wochen, gibt es bereits zahlreiche Lockerungen in vielen Bereichen des Alltags. Einigen Bürgern in Baden-Württemberg gehen diese allerdings nicht weit genug und sie protestieren auf Corona-Demos gegen die noch geltenden Auflagen zum Infektionsschutz.

Um die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* einzudämmen, gelten die aktuellen Corona-Auflagen des Landes. Bereits mehrfach haben Proteste mit mehreren tausend Menschen auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart gegen die Vorschriften zum Infektionsschutz stattgefunden. Weitere sogenannte Hygiene-Demos gegen die Beschränkungen wegen des Coronavirus fanden auch am vergangenen Pfingswochenende statt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hunderte Menschen demonstrieren in Stuttgarter Innenstadt

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hunderte Menschen haben am Wochenende an einer Corona-Demo in der Innenstadt von Stuttgart teilgenommen.

Auch auf den Corona-Demonstrationen müssen sich Teilnehmer an die Auflagen zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg* halten. Bei den Corona-Demos auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart haben am vergangenen Wochenende mehrere Hundert Menschen gegen Einschränkungen durch die Corona-Verordnung des Landes demonstriert. Nach Angaben der Polizei verliefen die Proteste friedlich und die Hygiene- und Abstandsregeln wurden weitgehend eingehalten.

Am Samstag hatten sich rund 150 Menschen auf dem Cannstatter Wasen versammelt. Am Sonntag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in der Innenstadt von Stuttgart. Es nahmen deutlich weniger Menschen teil als zu den Hochzeiten der Corona-Demos vor wenigen Wochen. Auch eine Corona-Demo in Leonberg wurde zu einem peinlichen Flop - die Veranstalter mussten Teilnehmer dazu erfinden. Die Proteste scheinen abzuflauen.

Angesichts steigender Fallzahlen des Coronavirus in Baden-Württemberg und der Infektionsgefahr bei den Corona-Demos gegen die Auflagen hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann* zuvor gesagt, er sei hochgradig beunruhigt über die Proteste. Einem Bericht des Innenministeriums zufolge haben sich viele Demonstranten bei den vergangenen Hygiene-Demos nicht an die geltenden Hygienevorschriften zum Schutz vor Covid-19 gehalten. Zu den Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus zählt die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 Meter und die Maskenpflicht, die in Baden-Württemberg für das Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt*.

Die Corona-Demos gegen die Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg in Stuttgart hatten am Pfingstwochenende unter Einsatz vieler Polizeikräfte stattgefunden. Redner verlangten unter anderem die sofortige Öffnung der Kitas und den sofortigen Vollbetrieb der Schulen. Die Gefahr, an Corona zu sterben, sei inzwischen geringer als die, von einer Straßenbahn überfahren zu werden, sagte ein Redner lau Angaben der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Radikalisierung unter Teilnehmern der Corona-Demos in Stuttgart

Ein Bündnis aus 25 linken Gruppierungen aus Stuttgart und der Region hatte auf einer anderen Corona-Demo vor einem drohenden Sozialabbau als wirtschaftliche Folge des Coronavirus in Baden-Württemberg gewarnt.

Im Vorfeld der Hygiene-Demos gegen die Corona-Verordnungen am vergangenen Wochenende fürchteten viele, die Proteste an Pfingsten könnten alle bisherigen Corona-Demonstrationen übertreffen. Ursprünglich meldete der Veranstalter für den Corona-Protest am Sonntag* eine Teilnehmerzahl von 10.000 Menschen an. Die Stadt beschränkte die Teilnehmerzahl aber auf maximal 5.000.

Das Landesamt für Verfassungsschutz in Stuttgart hatte zudem bereits vor möglichen Radikalisierungen auf den Corona-Demos gegen die Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg gewarnt. Die Präsidentin des Landesamts für Verfassungsschutz sagte, unter Anmeldern und Teilnehmern der Corona-Demonstrationen befänden sich vereinzelt auch Rechtsextremisten*.

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Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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