Morddrohungen gegen Palmer

Tübinger OB Boris Palmer bekommt nach kontroverser Corona-Äußerung Nachrichten mit beängstigendem Inhalt

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne)
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Nach Aussage zum Coronavirus in Baden-Württemberg: Boris Palmer erhält Morddrohungen
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    vonJulian Baumann
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Die kontroversen Äußerungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg handeln dem Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer (Grüne) Morddrohungen gegen ihn und seine Familie ein.

  • Nach kontroversen Äußerungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg bekommt der OB von Tübingen Boris Palmer die Folgen zu spüren.
  • Seine Partei, die Grünen, berät am Freitag über Ordnungsmaßnahmen gegen den Politiker
  • Nun richten sich Morddrohungen und Drohbriefe gegen den Grünen-Politiker und seine Familie.

Tübingen – Der Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer (Grüne) stieß durch seine kontroversen Äußerungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg auf Empörung und Wut. Nachdem seine Partei Ordnungsmaßnahmen gegen ihn angekündigt hatte, bekommt der Politiker nun auch Morddrohungen.

Boris Palmer sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass er in Briefen und E-Mails bedroht werde. Die Drohungen richten sich nicht nur gegen ihn selbst, sondern auch gegen seine Familie.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Boris Palmer macht bei Sat.1 kontroverse Aussagen

In Bezug auf die Maßnahmen zum Coronavirus in Baden-Württemberg, sagte Boris Palmer bei einem Interview im Sat-1 Frühstücksfernsehen: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“. Die Äußerung handelte ihm bereits einigen Ärger ein. Viele Zuschauer reagierten entsetzt.

Mitglieder der Grünen forderten wegen der Coronavoris-Entgleisung von Boris Palmer seinen Parteiausschluss. Im Falle einer erneuten Kandidatur als Oberbürgermeister von Tübingen in 2 Jahren, könne Boris Palmer nicht mit Unterstützung der Grünen rechnen, hieß es.

Zwar gibt es viele Menschen, die Boris Palmer und seinen Einschätzungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg zustimmen.

Doch die Wut auf den OB von Tübingen ist groß.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Partei berät über Maßnahmen gegen Palmer  

Der Grünen-Landesvorstand berät am Freitagabend in Stuttgart über Maßnahmen gegen Boris Palmer. Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg berät der Vorstand per Videokonferenz über den OB von Tübingen. Zu den möglichen Maßnahmen gehören Verwarnungen, Aberkennung der Leitungsfunktion, zeitweiliges Ruhen der Mitgliedsrechte und Ausschluss aus der Partei. Schon vor einem Jahr diskutierten die Grünen über einen möglichen Rauswurf Palmers. Ein Parteiausschluss ist jedoch, genau wie damals, eher unwahrscheinlich.

Mordrohungen an Boris Palmer:Oberbürgermeister erhält Briefe

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Tübingen sagte, dass Boris Palmer bisher eine Postkarte und zwei E-Mails mit Drohungen weitergeleitet hatte. Der Politiker sprach jedoch Angaben von 100 weiteren Drohschriften, die er aufgrund seiner Äußerungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg erhalten habe. Die Verfasser der Schriften hatten diese nicht anonym an Boris Palmer (Grüne) abgeschickt, sondern zum Großteil unter Angabe des vollständigen Namens. Die Staatsanwaltschaft leitet nach dem Gesetzbuch Maßnahmen gegen die Urheber ein. Laut Gesetz drohen den Verfassern der Drohbriefe Geldstrafen oder Haftstrafen, die bis zu einem Jahr lang sein können. 

Äußerung zum Coronavirus in Baden-Württemberg: Boris Palmer entschuldigt sich

Boris Palmer hat angekündigt, dem Landesvorstand am Freitag eine Erklärung zukommen zu lassen. Er hatte sich bereits im Vorfeld für seine Äußerung zum Coronavirus in Baden-Württemberg entschuldigt. Der OB von Tübingen sagte, dass er sich zwar für das Gesagte entschuldige, sich jedoch falsch dargestellt fühle. Gegenüber dem Internetportal TheEuropean.de sagte Boris Palmer, er erhalte momentan mehr Unterstützung von den Grünen als jemals zuvor.  Viele Mitglieder der Partei schreiben ihm und bestätigen seine Aussage, fügte er hinzu.

Morddrohungen an Palmer: Die Aussage zum Coronavirus war nicht die erste Kontroverse des Oberbürgermeisters von Tübingen.

Bereits in der Vergangenheit sorgte Boris Palmer für Ärger und Unmut in seiner Partei. Er legte sich wegen Ruhestörung auf offener Straße in Tübingen mit einem Studenten an, nannte Mitglieder seiner Partei „Meinungstyrannen“ und machte eine abfällige Bemerkung zu dunkelhäutigen Menschen in der Werbung der Deutschen Bahn. Wegen seiner kontroversen Äußerung bezüglich des Coronavirus in Baden-Württemberg richten sich nun Morddrohungen gegen ihn und seine Familie. Außerdem muss er sich seiner Partei stellen, die am Freitagabend über Maßnahmen gegen den Oberbürgermeister verhandelt.

Boris Palmer plant, seine Stadt auf eine mögliche zweite Infektionswelle vorzubereiten. Dazu schreibt er per Zufallsprinzip ausgewählte Tübinger an und bittet sie um die Teilnahme an Antikörper-Tests.

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