„Wann, wenn nicht jetzt?“

Notzulassung von Curevac: Palmer sauer auf die EU - „lässt sich ewig Zeit“

  • Sina Alonso Garcia
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Um bei den Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg voranzukommen, drängt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer auf die rasche Zulassung des Tübinger Impfstoffes Curevac.

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fordert, den in Tübingen produzierten Impfstoff Curevac per Notfallzulassung zu genehmigen. Der Grünen-Politiker sieht diesen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland als unabdingbar an. „Diese Dosen könnten jetzt Leben retten“, sagte er gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Die EU lasse sich jedoch „ewig Zeit für die Zulassung“, während Curevac bereits auf Vorrat Impfstoff produziert habe.

„Die Schein-Sicherheit von bürokratischer Prüfung wird über die reale Sicherheit des Impfstoffes gestellt“, so Palmer. Bereits im Februar hatte er gefordert, den Impfstoff aus Tübingen vorzeitig zuzulassen. Jetzt macht er nochmal ordentlich Druck: „Wann soll denn eine Notfallzulassung Sinn machen, wenn nicht in der dritten Welle dieser Pandemie?“, fragte er.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Tübinges OB Boris Palmer schwört auf Curevac

Als Testperson hat sich Boris Palmer selbst schon vor einiger Zeit mit Curevac impfen lassen. Damit war er einer von rund 180 ersten freiwilligen Probanden - und zeigte sich im Nachgang höchst zufrieden mit seiner Entscheidung. Ein Prüfverfahren von Curevac hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA bereits im Februar gestartet. Abhängig von den klinischen Daten erwartet das Unternehmen die Zulassung für die EU im zweiten Quartal 2021. Curevac selbst kündigte an, seinen Corona-Impfstoff ab Juni einsetzten zu wollen.

In der EU zugelassen sind bislang Impfstoffe von Biontec-Pfizer, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson. Dass es in Deutschland und Europa im weltweiten Vergleich eher länger mit dem Impfen dauert, liegt zum Teil daran, dass die Impfstoffe in der EU in der Regel eine Marktzulassung statt nur eine Notfallzulassung bekommen - und das dauert länger. Andere Länder gehen bei der Impfung teils völlig anders vor als Deutschland.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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