Tödliche Konsequenz

Ärzte warnen: Coronavirus löst medizinische Notlage aus, die gar nichts mit Covid-19 zu tun hat

  • Lisa Schönhaar
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gehen dem Roten Kreuz die Blutkonserven aus. Momentan reichen sie wegen der Covid-19 Pandemie nicht einmal mehr für einen Tag.

  • Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg mussten viele Termine zum Blutspenden abgesagt werden.
  • Die Blutspendedienste melden, dass als Folge der Covid-19-Pandemie nun die Blutkonserven knapp werden.
  • Baden-Württemberg ist besonders stark von den dezimierten Blutvorräten betroffen: Sie reichen nicht einmal für einen Tag.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Während die Maskenpflicht beim Einkaufen vielleicht höchstens lästig ist, kann Covid-19 in anderen Fällen durchaus zu bedrohlichen Situationen führen. Die Blutspendedienste melden nun, dass die Blutkonserven knapp werden - vor allem in Baden-Württemberg.

Die Zahlen des Roten Kreuzes (DRK) zeigen, dass die Blutkonserven in Baden-Württemberg nicht einmal mehr den Bedarf eines durchschnittlichen Tages decken können. Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des DRK sagte zur Deutschen Presse-Agentur, Covid-19 habe das Blutspendewesen sehr deutlich durchgerüttelt. Durch die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg mussten viele Blutspende-Termine abgesagt werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Covid-19-Pandemie dezimiert Blutvorräte

Das Coronavirus in Baden-Württemberg führt zu knappen Vorräten von Blutkonserven.

Vor allem der Wegfall größer angelegter Blutspendeaktionen - etwa in Zusammenarbeit mit großen Firmen, in denen viele Angestellte im Homeoffice sind - macht sich nun bei den Blutkonserven bemerkbar. Auch Spendetage an Universitäten mussten wegen des Coroanvirus in Baden-Württemberg ausfallen. Eberhard Weck vom Blutspendedienst Baden-Württemberg und Hessen sagte zum ARD-Hauptstadtstudio, es sei der niedrigste Stand, den er in seinem Berufsleben erlebt habe.

Nach wie vor verbreitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg und auf der ganzen Welt - und noch immer sind viele Fragen zu Covid-19 ungeklärt. Um die Pandemie schnell zu bekämpfen und die Folgen der Corona-Krise - wie die Knappheit von Blutkonserven - abzumildern, arbeitet das Landesgesundheitsamt in Stuttgart zusammen mit dem Stuttgarter Klinikum und dem Robert-Bosch-Krankenhaus derzeit an Corona-Antikörpertests. Sie sollen zeigen, ob Genesene nach der Erkrankung immun gegen das Coronavirus sind - und wenn ja, wie lange.

Die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg geschrumpften Vorräte der Blutbänke könnten vor allem bei größeren Notfällen zu Problem werden. Die Lage würde dann schnell dramatischer, sagte Küpper laut ARD-Hauptstadtstudio. „Dann haben wir tatsächlich ein großes Problem.“ Sollte sich die Lage in einer Notsituation zuspitzen, müssten andere Bundesländer Baden-Württemberg mit Blutkonserven aushelfen. Doch in den anderen Ländern ist der Blutvorrat teils auch knapp.

Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt für knappe Vorräte an Blutkonserven - auch andere Länder sind betroffen

BundeslandBlutvorrat in Tagen
Baden-Württemberg0,9
Hessen0,9
Berlin1,0
Brandenburg1,0
Sachsen1,0
Hamburg1,0
Schleswig-Holstein1,0
Niedersachsen2,0
Bremen2,0
Sachsen-​Anhalt2,0
Thüringen2,0
Mecklenburg-Vorpommern2,0
Nordrhein-Westfalen2,5
Rheinland-Pfalz2,5
Saarland2,5
Bayern4,3

Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Blutkonserven im Land dramatisch dezimiert. Weil das DRK in Baden-Württemberg aktuell nicht einmal den Bedarf eines einzigen Tages decken kann, muss im Land nun Blut gespart werden. In der Praxis bedeutet das, dass nicht notwendige Operationen teilweise abgesagt oder verschoben werden müssen. Die Lage in Bayern, in dem die Blutvorräte für 4,3 Tage ausreichen, bezeichnet das Rote Kreuz als „gut“.

Das DRK rechnet nicht mit einem baldigen Ende der kritischen Situation. Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg könnte noch das gesamte Jahr über kein normaler Betrieb bei den Blutspenden möglich sein. Hilfreich wäre es deshalb, wenn zu den seltener gewordenen Terminen mehr Leute kommen würden, um die Blutkonserven in Baden-Württemberg wieder aufzufüllen. Zum ARD-Hauptstadtstudio sagte Weck: „Jetzt muss jeder Blut spenden gehen, der kann und möchte.“

Auch das Tochterunternehmen des Automobilkonzerns Daimler AG in Stuttgart, Mercedes Benz, hat über Twitter auf die Blutknappheit wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg aufmerksam gemacht. Vor allem nach bestimmten Blutgruppen besteht dringender Bedarf. „Jeden Tag auf der Welt benötigen schwerkranke und verletzte Menschen Blutspenden“, so der Tweet von Mercedes Benz. Das gilt vor allem im Zeiten von Covid-19 in Baden-Württemberg.

Wie lange die Krisensituation noch andauern wird, die zu den dezimierten Vorräten an Blutkonserven geführt hat, können auch Experten nicht einschätzen. Obwohl sich das Coronavirus in Baden-Württemberg mittlerweile langsamer verbreitet, steigen die Infektionszahlen weiter an. Eine neu eingeführte Vorwarnstufe legt fest, dass bei 35 oder mehr Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen die „Alarmstufe gelb“ zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg in Kraft tritt. Die zuständigen Behörden sind dann angehalten, den Infektionsverlauf genau zu beobachten und die Menschen zu besonderer Vorsicht aufzurufen. Ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen drohen strengere Auflagen, bis hin zu einer erneuten Ausgangsbeschränkung.

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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