Fast 160 Corona-Tests nötig

Ausbruch an Schulen in Stuttgart: Großfamilie ging sorglos mit Symptomen um und verbreitete Coronavirus

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg dürfen Kinder seit Ende Juni wieder in Grundschulen und Kitas gehen. An Stuttgarter Schulen kam es nun zu einem Corona-Ausbruch, der womöglich auf eine Großfamilie zurückzuführen ist.

  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg waren die Schulen im Land für mehrere Wochen geschlossen.
  • Erst seit Ende Juni herrscht wieder Regelbetrieb an den Schulen im Land - seitdem kam es bereits an mehreren Einrichtungen zu Neuinfektionen und Schließungen.
  • An mehreren Schulen in Stuttgart kam es zu einem erneuten Corona-Ausbruch, weil eine Großfamilie offenbar zu sorglos mit Symptomen umgegangen ist.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) waren die Schulen für mehrere Wochen geschlossen und wurden nur schrittweise wieder geöffnet. Da sich das Coronavirus seit einiger Zeit vergleichsweise langsam verbreitet, hat die Landesregierung kürzlich das Ende der Schulschließungen in Baden-Württemberg* beschlossen.

Seit dem 29. Juni sind alle Bildungseinrichtungen wieder vollständig geöffnet - allerdings nach wie vor unter bestimmten Hygieneauflagen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg*. Seitdem kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen an Schulen im Land - in der Landeshauptstadt Stuttgart* sind mindestens fünf Schulen und zwei Kitas betroffen. Laut einer Pressemitteilung des Gesundheitsamts Stuttgart geht der Corona-Ausbruch an den Schulen auf das sorglose Verhalten einer Großfamilie zurück.

Coronavirus in Baden-Württemberg: An mehreren Schulen in Stuttgart kam es zu Corona-Ausbrüchen - sie gehen vermutlich auf eine Großfamilie zurück.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mehrere Corona-Ausbrüche seit Öffnung der Schulen in Stuttgart

Nachdem die Neuinfektionen an den Schulen in Stuttgart bekannt wurden, ordneten die Behörden umfangreiche Tests an. Bei mehreren Schülern wurden Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann* hatte die Öffnung aller Schulen aufgrund sinkender Infektionszahlen beschlossen, seitdem wurden in mehreren Landkreisen neue Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg* nachgewiesen. Die aktuellen Corona-Fälle in Stuttgart betreffen die Lehenschule und die Marienschule sowie zwei Klassen der Bismarckschule. Zudem sollen einzelne Schüler der Helene-Fernau-Horn-Schule, der Robert-Mayer-Schule und Kinder des Gustav-Werner-Kindergartens sowie der Kita Kafkaweg Kontakt zu Covid-19-Erkrankten gehabt haben. Bereits am Wochenende wurden Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Ausbruchs an den Schulen und Kitas in Stuttgart* eingeleitet.

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind laut Gesundheitsamt Stuttgart auf eine Großfamilie zurückzuführen, die verteilt auf zwei Flüchtlingsunterkünfte lebt. Zwölf Personen, darunter acht Kinder und Jugendliche, seien demnach positiv getestet worden. Die Corona-Tests sollen nun ausgeweitet werden: 18 weitere Personen hatten laut Pressemitteilung Kontakt zu den Infizierten, zudem werden 140 Kinder, Jugendliche, Lehrer und Betreuer getestet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Großfamilie aus Stuttgart ging sorglos mit Krankheitssymptomen um

Stefan Ehehalt, der Leiter des Gesundheitsamts Stuttgart, sagte am Dienstag, man müsse die Corona-Tests ausweiten, weil die Patienten viele Sozialkontakte hätten. „Wir mussten hier leider einen sorglosen Umgang mit Krankheitssymptomen erkennen“, so Ehehalt. Die Ergebnisse der Tests sollen bis Donnerstag vorliegen. Die Infizierten wurden isoliert und sind in Quarantäne in einer Schutzunterkunft untergebracht. Sollten die Schülern oder Lehrern positiv auf das Coronavirus in Baden-Württemberg getestet werden oder Symptome vorliegen, will das Gesundheitsamt über den weiteren Betrieb der Klassen entscheiden.

Die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stützt sich bei der Öffnung der Schulen und Kitas auf eine Corona-Studie aus Baden-Württemberg mit Kindern* bis zu zehn Jahren. Sie hat ergeben, dass Kinder keine Treiber der Corona-Infektionen sind. Kretschmann sagte zu dem Ergebnis, es sei wichtig gewesen, die Öffnung der Kindergärten und Schulen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg wissenschaftlich zu untermauern. Zudem entfällt nach den Sommerferien trotz Coronavirus der Mindestabstand an Schulen*.

Bereits zwei Wochen zuvor hatte sich die Regierung bei ihrem Entschluss auf Zwischenergebnisse der Kinder-Studie zum Coronavirus in Baden-Württemberg* berufen. Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte jedoch betont, dass Grundschulen im Fall von Neuinfektionen wieder geschlossen werden müssen. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Boris Roessler

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