Tausende Freiwillige

Menschen stürmen Astrazeneca-Impfaktion in Freiburg - Polizei muss eingreifen

Studierende stehen während eines Probelaufs des Zentralen Impfzentrum an der Freiburger Messe und warten auf den Einlass.
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Studierende stehen während eines Probelaufs des Zentralen Impfzentrum an der Freiburger Messe im Sommer 2020 und warten auf den Einlass.
  • Sabrina Kreuzer
    VonSabrina Kreuzer
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Bei einer Astrazeneca-Impfaktion gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg versammelten sich bis zu 3.000 Impfwillige auf der Freiburger Messe. Dabei gab es nicht annähernd so viele Impfdosen.

Freiburg - Seit Dezember vergangenen Jahres werden die Menschen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft. Seither gab es viele Probleme rund um das Impfen: Weil in einigen Fällen bekannt wurde, dass jüngere Menschen schwere Thrombosen bekommen haben, nachdem sie mit Astrazeneca geimpft wurden, stoppte Deutschland zunächst die Verwendung des Vakzins. Erst nach einer genauen Überprüfung sowie einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), fanden wieder Impfungen mit Astrazeneca statt. Doch seither ist der Ruf des britisch-schwedischen Stoffes nicht der Beste: Um das Image aufzupolieren, ließ sich sogar Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Astrazeneca impfen. Viele Ärzte werden dennoch den Impfstoff nicht los. Die Menschen haben Vorbehalte.

Für Impfberechtigte unter 60 in Baden-Württemberg ist es zudem einiges zu beachten: Sie können sich zwar weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen, jedoch nur auf ausdrücklichen Wunsch und mit einer vorherigen Aufklärung über mögliche Risiken. In der vergangenen Woche wurde der Impfstoff zudem für alle freigegeben, die sich Impfen lassen wollen. Ohne Priorisierung.

Dennoch bleiben viele Ärzte auf dem Vakzin sitzen - zu viele Impfberechtigte haben Vorbehalte. Deswegen startete eine Ärztin eine Impfaktion vor einer Edeka-Filiale in Pforzheim. Dort verimpfte sie 1.000 Astrazeneca-Impfdosen an Freiwillige, die keine Angst gegenüber der möglichen Nebenwirkungen haben. Der Andrang war riesig.

Video: Die Zahlen der Neufinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sinken

Astrazeneca-Impfaktion in Freiburg: Tausende warten auf Impfung gegen Coronavirus in Baden-Württemberg

Eine ähnliche Aktion wie in Pforzheim fand nun am Sonntag, 9. Mai, in einem Impfzentrum in Freiburg statt. Das Zentrum auf der Freiburger Messe veranstaltete einen „Astrazeneca-Impftag“, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Schon am frühen Morgen warteten 1.000 Menschen, teils mit Wohnmobilen oder Campingstühlen, vor dem Messegelände. Im Laufe des Tages waren es nach Angaben der Polizei bis zu 3.000 impfwillige Erwachsene - und das, obwohl es nur 1.400 Impfdosen gab.

Obwohl die Polizeibeamten eigentlich nur geplant hatten, sporadisch auf der Freiburger Messe vorbeizuschauen, um das Impfen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg zu überwachen, entwickelte sich daraus ein dreistündiger Polizeieinsatz. Die Beamten mussten laut der dpa verbale Konflikte schlichten. Viele der Impfwilligen hatten sich wegen Vordränglern oder dem Nicht-Einhalten des Mindestabstands beschwert. Zudem musste der Verkehr auf dem Gelände der Messe geregelt werden. Neben den Astrazeneca-Impfungen wurde gleichzeitig mit anderen Vakzin weitergeimpft.

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