Schulkind bringt alles ins Rollen

Schulkind verursacht Corona-Ausbruch: In dieser Gemeinde muss jeder 10. Einwohner in Quarantäne

Drei Schüler gehen mit Schulranzen zum Eingang einer Grundschule in Prenzlauer Berg.
+
Ein Schüler sorgte in einem Ort im Kreis Ravensburg dafür, das zahlreiche Menschen in Quarantäne müssen.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

In einer Gemeinde im Kreis Ravensburg befinden sich ab sofort zahlreiche Menschen in Quarantäne. Schuld ist der Ausbruch der südafrikanischen Corona-Mutation.

Achberg - Aktuelle Fallzahlen des Coronavirus in Baden-Württemberg geben Anlass zur Sorge. Anstatt weiter zu sinken, stagnieren oder steigen die 7-Tage-Inzidenzen im Land und hochansteckende Corona-Mutationen treiben ihr Unwesen. Nun hat es eine kleine Gemeinde im Kreis Ravensburg voll erwischt - zahlreiche Einwohner sind in Quarantäne. Auslöser war offenbar ein Schulkind.

In Aschberg herrscht Ausnahmezustand: Von den 1.600 Einwohnern müssen aktuell 150 Personen in Quarantäne - also etwa jeder zehnte. Nachdem eine südafrikanische Virus-Mutation an einer Grundschule ausgebrochen ist, befinden sich allein dort rund 70 Kinder sowie deren Kontaktpersonen in häuslicher Isolation, wie der SWR berichtet. Erst kürzlich wurden die Regeln zur Corona-Quarantäne in Baden-Württemberg verschärft. Betroffene müssen nun länger als bisher in Quarantäne bleiben.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Grundschulkind bringt Infektionskette in Gang

Nach Angaben der Rhein-Neckar-Zeitung war der erste Infizierte, der alles ins Rollen brachte, ein Grundschulkind in Aichberg. Der Junge habe in Folge direkt mehrere Personen angesteckt - darunter neben seiner Lehrerin auch sein Geschwisterkind. Unkontrollierbar nahm die Infektionskette ihren Lauf. Zwei Kindergartengruppen des Geschwisterkinds mussten ebenso geschlossen werden wie die Schule des Jungen selbst. Wo sich der Junge mit der Mutation infiziert hat, sei noch unklar, wie eine Gemeinde-Sprecherin der Rhein-Neckar-Zeitung mitteilte.

Wegen des rasanten Anstiegs der Corona-Infektionen in seiner Gemeinde zeigt sich der Achberger Bürgermeister Johannes Aschauer besorgt. Schnell könnte die Zahl der unter Quarantäne gestellten Achbergerinnen und Achberger auf 200 steigen, sagte der Bürgermeister dem SWR.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch in Stuttgart viele Schließungen

Auch Einrichtungen in der Landeshauptstadt Stuttgart sind vom Ausbruch der Corona-Mutationen betroffen. Wie am Montag bekannt wurde, müssen gleich mehrere Kitas in Stuttgart schließen, da es dort zahlreiche Infizierte gab. Die Fälle im Land häufen sich. Auf die Betroffenen warten nun noch härtere Quarantäne-Regeln als bisher.

Weil die Mutationen als deutlich ansteckender gelten als die herkömmliche Variante des Coronavirus, müssen Infizierte künftig wieder 14 statt zehn Tage in Quarantäne. Außerdem gilt die Quarantäne jetzt für einen größeren Personenkreis: Neben Haushaltsangehörigen der Infizierten müssen auch jegliche Kontaktpersonen sowie bei Mutationen auch deren Haushaltsangehörige in Quarantäne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare