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Getanzt, gefeiert und angesteckt: „Viele, die auf der Fasnacht waren, sind jetzt krank“

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Von: Nadja Pohr

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Menschen in Kostümen feiern Fastnacht in einer Kneipe
In den Fasnethochburgen wurde trotz der Corona-Pandemie wieder gefeiert und getanzt. Nun steigt die Inzidenz in Baden-Württemberg wieder deutlich an (Symbolbild). © IMAGO / ANP

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Baden-Württemberg wieder deutlich an. Die Fastnacht kann dabei einen Beitrag zu den hohen Inzidenzwerten geleistet haben.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt wieder Fahrt auf. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat im Südwesten erneut die 1.500er-Marke geknackt und liegt derzeit bei 1.552,1 (Stand: 9.3.22, 13 Uhr). In den vergangenen Tagen stiegen die Zahlen wieder deutlich an. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte bereits vor einer „Sommerwelle“.

Man kann nur darüber mutmaßen, warum die Zahlen in der Region wieder steigen. Zum einen werden auch in Baden-Württemberg immer mehr Corona-Maßnahmen gelockert - mittlerweile gilt wieder die Warnstufe und somit in vielen Bereichen die 3G-Regel. Zum anderen dürften auch die Feiern rund um die Fastnacht in den Landkreisen in Baden-Württemberg einen Beitrag dazu geleistet haben.

„Kontaktfreudigkeit der Bevölkerung“ könnte zu Anstieg der Coronazahlen geführt haben

In Köln habe der Karneval jedenfalls zu einem massiven Anstieg der Infektionszahlen geführt, wie 24RHEIN* berichtet. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart bezog bislang noch keine Stellung, ob auch in Baden-Württemberg der Fasching die Ursache für den hiesigen Anstieg sein könnte. Eine „gestiegene Mobilität und Kontaktfreudigkeit der Bevölkerung“ durch Lockerungen und Faschingsferien könnten zu einem leichten Anstieg der Coronazahlen geführt haben, erklärte ein Sprecher gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Auffallend ist, dass vor allem in den Fasnethochburgen, wo getanzt und gefeiert wurde, die Ansteckung zunahm. Im Schwarzwald-Baar-Kreis lag der Wert am Montag (7. März) bei 2365,3. Im Landkreis Sigmaringen betrug er sogar 2676,7. Auch eine Sprecherin des Landratsamts Schwarzwald-Baar in Villingen-Schwenningen möchte einen Zusammenhang mit der Fastnacht nicht offiziell bestätigen. Dennoch wisse sie persönlich: „Viele, die auf der Fasnacht waren, sind jetzt krank.“

Auch in Konstanz wurden nach einer Faschingsveranstaltung mit 25 Gästen am Ende 16 positiv auf das Coronavirus getestet. „Fastnacht war so schön, und wir waren alle so positiv drauf. Ich bin es heute noch“, schrieb ein Teilnehmer in einer WhatsApp-Gruppe.

Corona-Lockerungen vor Fastnacht sei laut Narrenzunft-Präsident „richtige Entscheidung gewesen“

Das Landesgesundheitsamt teilte mit, dass auch die Omikron-Variante BA.2 einen großen Anteil an der steigenden Inzidenz in Baden-Württemberg habe. Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, sieht die Ursache nicht bei der Fastnacht. „Wir haben kontrolliert und coronagerecht gefeiert“, sagt er. Die Öffnung kurz vor der Fastnacht sei seiner Meinung nach „die richtige Entscheidung gewesen“.

Die Bürger in Stuttgart zeigten sich derweil auch skeptisch über die Entscheidung, das Frühlingsfest „light“ in Stuttgart unter vielen Veränderungen stattfinden zu lassen. Unter anderem gibt es zum Schutz der Besucher in diesem Jahr keine Brauerei-Festzelte. Einigen hatte allerdings das Fest während Corona-Pandemie nicht gefehlt. *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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