Wahrscheinlichkeit zu sterben, steigt dramatisch an

Schock nach Rechnung des Stuttgarter Mathematikers: So tödlich ist die britische Corona-Mutation

  • vonJulia Thielen
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Die Corona-Mutation aus Großbritannien B.1.1.7 gilt als hochansteckend. Doch nicht nur das. Ein Mathematiker aus Stuttgart stellt eine erschreckende Rechnung auf.

Es ist eine erschreckende Rechnung, die ein Mathematiker aus Stuttgart* aufgestellt hat. Christian Hesse, Wissenschaftler der Universität Stuttgart, hat das Sterberisiko der britischen Corona-Mutation B.1.1.7 aufzuschlüsseln versucht. Besonders für ältere Menschen steigt laut echo24.de* die Gefahr für einen tödlichen Verlauf von Covid-19 nach Ansteckung mit der Variante dramatisch an. Doch auch jüngeren Menschen droht nach einer Infektion dieses Schicksal.

Britische Corona-Mutation: Erschreckende Rechnung - so tödlich ist B.1.1.7

Aktuell sind die Corona-Mutationen der große Unsicherheits-Faktor* bei der Überlegung, wie es in der Corona-Pandemie weitergehen kann. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt einen 4-Stufen-Plan für mögliche Lockerungen* nach dem harten Lockdown aufstellte, warnen Experten davor, dass eine dritte Welle des Coronavirus* längst nicht mehr aufzuhalten ist. Der angegebene Grund: Die Varianten des Coronavirus sind ansteckender und verbreiten sich auch in Deutschland rasant*.

Mutation aus GroßbritannienB.1.1.7
Unterschied zum Coronaviruslaut Experten zwischen 22 und 35 Prozent ansteckender
Symptomeunter anderem: Kopfschmerzen,

Kürzlich hatte es beispielsweise einen Ausbruch der britischen Corona-Mutation B.1.1.7 bei der Firma Würth* im baden-württembergischen Künzelsau gegeben. Schnell waren trotz umfangreicher Hygiene-Maßnahmen Dutzende Mitarbeiter erkrankt. Eine Studie aus Großbritannien befürchtete bereits, dass die Variante, die zunächst dort aufgetaucht war, möglicherweise sogar tödlicher sein könnte, als das Coronavirus selbst. Doch nicht alle Experten sind dieser Meinung.

Britische Corona-Mutation B.1.1.7: Mathematiker aus Stuttgart mit erschreckender Rechnung

Der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse hat sich mit einem anderen Vergleich der Gefährlichkeit der Corona-Mutation B.1.1.7 genähert. Er macht mit seiner Rechnung deutlich, dass das Sterberisiko nach einer Infektion mit der Variante im Vergleich zum Sterberisiko ohne Corona-Infektion dramatisch ansteigt.

„Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1.000 Mal so hoch wie für 20-Jährige“, erklärte Hesse der Deutschen-Presse Agentur zu seiner Rechnung. Ohne Corona sähe das ganz anders aus. Da liege der Faktor bei 80-jährigen Männern „nur“ bei rund 130, bei Frauen bei 200. Bei älteren Menschen ist der Tod auch ohne eine Corona-Infektion mit B.1.1.7 immer wahrscheinlicher als bei jungen.

Britische Corona-Mutation: Erschreckende Rechnung von Mathematiker - so tödlich ist B.1.1.7

Die Daten des Stuttgarter Mathematikers zu der britischen Corona-Mutation basieren auf der sogenannten Infektionssterblichkeit. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung muss dafür unter anderem mittels Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.

Was ist anders an der Corona-Mutation B.1.1.7.?

Laut einer Studie der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) äußert sich eine Infektion mit dem Virus-Mutanten etwas anders als eine „normale“ Coronavirus-Infektion. Bei einer Infektion mit der britischen Virus-Mutation traten Husten, Müdigkeit, Halsschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen etwas häufiger auf. Die Patienten berichteten hingegen seltener von dem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Keine Unterschiede gab es bei den Symptomen Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Durchfall und Erbrechen. Generell sei der Anteil der Menschen, die nach einer Ansteckung an Beschwerden leiden, bei B.1.1.7 etwas höher als bei anderen Virus-Varianten.

Auf Basis von britischen Analysen hat Hesse so die Gefährlichkeit des Corona-Typs B.1.1.7 berechnet. Ableiten lässt sich demnach, dass eine Infektion mit der Mutante für 55-jährige Männer und 35-jährige Frauen das normale Sterblichkeitsrisiko in diesem Alter wohl verdoppelt. Für 80-jährige Männer und 60-jährige Frauen werde es verdreifacht. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/imago

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