Inzidenz unter 10

Baden-Württemberg lockert: neue Corona-Regeln für Kino, Gastronomie und Co.

Zwei Jugendliche tanzen unter freiem Himmel.
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Auch Partys sollen bald wieder möglich sein - das Land wartet aber noch die Ergebnisse der Modellprojekte ab.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Die baden-württembergische Landesregierung lockert die Zügel in der Corona-Pandemie. Fast alle Auflagen fallen von Montag an weg.

Stuttgart - Die Landesregierung in Baden-Württemberg lockert zahlreiche Corona-Auflagen. In vielen Bereichen fallen Einschränkungen weg, größere Ansammlungen werden möglich und auch der Besuch von Diskotheken könnte nach mehr als einem Jahr erlaubt werden. Voraussetzung für viele der nun anstehenden Öffnungsschritte ist, dass die 7-Tage-Inzidenz im entsprechenden Land- oder Stadtkreis unter 10 bleibt.

Landesweit ist die Inzidenzzahl im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zuletzt im Durchschnitt einstellig geworden. Aktuell - Stand 27. Juni - beträgt sie 7,2. Nur noch sieben Land- und Stadtkreise liegen dabei über dem für die Lockerungen entscheidenden Wert von 10. Für die 37 anderen Kreise bedeutet die neue Corona-Verordnung bereits von diesem Montag an weitreichende Lockerungen.

Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg: Mehr Menschen können sich treffen

So dürfen sich in Regionen mit einer stabilen Inzidenz von unter zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen. In den beiden höheren Stufen bis zu einer Inzidenz von 35 und 50 dürfen vier Haushalte mit höchstens 15 Personen zusammenkommen. Geimpfte und Genesene sind von diesen Regelungen ausgenommen und werden nicht mitgezählt. Bislang galt, dass in Kreisen mit einer anhaltenden Inzidenz unter 50 nur Treffen von bis zu zehn Menschen aus drei Haushalten erlaubt sind.

Auch private Veranstaltung wie etwa Hochzeiten werden mit größeren Personenzahlen möglich. 300 Personen dürfen laut Verordnung teilnehmen, die sogenannten 3G (geimpft, genesen oder getestet) müssen erfüllt sein. Ähnliches gilt für die Kulturbranche. Bisher fanden Veranstaltungen unter freiem Himmel statt. Mit der neuen Verordnung können in Opern, Theatern und Kinos nun in geschlossenen Räumen bis zu 500 Personen empfangen werden. Die Filmtheater in Baden-Württemberg bereiten sich seit Wochen auf die Öffnung vor.

Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg: Mehr Lockerungen in allen Bereichen

Erste Lockerungen für die Gastronomie in Baden-Württemberg hatte es bereits im Mai gegeben. Mit der neuen Verordnung fallen nun bereits unter einer 7-Tage-Inzidenz von 35 nicht nur für gastronomische Betriebe alle Einschränkungen weg, sondern auch im Einzelhandel, in Hotels sowie Schwimmbädern, Freizeitparks, Hochseilgärten und Bädern. Galerien, Museen und Bibliotheken können bei einer Inzidenz unter 35 ebenfalls wie in früheren Zeiten besucht werden. Auch der Amateur- und Freizeitsport, also auch das Tanzen, wird erleichtert: In den Inzidenzstufen eins und zwei gibt es keine Beschränkungen mehr.

Die neue Verordnung der Landesregierung sieht insgesamt vier Inzidenzstufen vor. Stufe vier gilt bei einer Inzidenz von über 50, Stufe drei von 50 bis 35, Stufe zwei von 35 bis zehn und Stufe eins für alle Städte und Kreise mit einer Inzidenz unter zehn. Die Maskenpflicht bleibt bei allen Stufen. Der Schutz muss auch weiterhin in geschlossenen Räumen wie in Supermärkten, Museen, Theatern, Kinos, Arztpraxen oder öffentlichen Gebäuden ebenso wie in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen und Straßenbahnen getragen werden.

Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg: Bei den Öffnungen der Clubs ist man noch zurückhaltend

Auch die Öffnung von Diskotheken steht derzeit im Raum - und ist laut aktueller Verordnung zumindest vorgesehen. Sie könnten ebenfalls unter einer Inzidenz von 10 wieder öffnen. Die Besucherzahl wäre auf eine Person pro zehn Quadratmeter beschränkt. Aktuell zeigt sich das Sozialministerium aber noch zurückhaltend, was eine Öffnung von Clubs angeht. Man wolle noch die Ergebnisse aus den Modellprojekten abwarten, heißt es. Die Stadt Stuttgart plant dafür einen Tracker einzusetzen, der unter anderem auch in Clubs zum Einsatz kommen soll und mit dem Personenkontakte besser nachvollzogen werden könne.

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