Coronavirus in Baden-Württemberg

Erster Landkreis in Baden-Württemberg erreicht Inzidenz von 0,0 - Landrat warnt: „Nicht nachlässig werden“

Weggeworfener Mundschutz auf Straße in Stuttgart
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Während im Main-Tauber-Kreis die Inzidenz bei Null ist, steigt sie in Stuttgart und Umgebung wieder.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Rund um Tauberbischofsheim hat es in den vergangenen Tagen keine neuen Coronafälle mehr gegeben. Damit ist der Main-Tauber-Kreis der erste Landkreis in Baden-Württemberg mit einer Inzidenz von 0,0.

Tauberbischofsheim - Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist wieder auf dem Vormarsch. Im Südwesten ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch wieder auf 8,1 gestiegen. Steigt die Inzidenz in Stadt- oder Landkreisen weiter, gelten womöglich bald schon wieder strengere Maßnahmen. Nicht so im Main-Tauber-Kreis: Als erster und einziger im Bundesland hat der Landkreis eine Sieben-Tages-Inzidenz von 0,0 erreicht. Schon fünf Tage hintereinander ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen bei Null - und das trotz anderorts wieder ansteigender Inzidenzen und trotz der Deltavariante.

„Es freut mich sehr, dass wir als erster und einziger Landkreis in Baden-Württemberg im Jahr 2021 den Wert von 0,0 erreicht haben. Ich hoffe, wir können diesen nun möglichst lange auf Null oder zumindest nahe Null halten“, lautet eine Stellungnahme von Christoph Schauder, CDU-Landrat, auf der Seite des Landratsamts Main-Tauber-Kreis.

Seiner Meinung nach habe vor allem der Fortschritt bei den Impfungen zum Erfolg des Landkreises beigetragen. „Auch das Gesundheitsamt mit seiner konsequenten Arbeit in der Kontaktpersonenermittlung und Quarantäneanordnung, alle Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen sowie die Städte und Gemeinden haben einen wichtigen Anteil geleistet“, sagt der Landrat weiter.

Landrat warnt: „Wir dürfen nicht nachlässig werden“

Dennoch warnt Christoph Schauder, nun nicht nachlässig zu werden. „Die sich ausbreitende, hochansteckende Deltavariante des Coronavirus in Verbindung mit der bevorstehenden Urlaubs- und Reisezeit kann schnell wieder zu einem deutlichen Anstieg des Infektionsgeschehens führen“, warnt er.

Daher gelte weiterhin: Maske, Hygiene und Abstand sind immer noch essenziell, um das Coronavirus einzudämmen. „Um es klar und unmissverständlich zu sagen: Das Fehlverhalten Einzelner kann schnell wieder zu Einschränkungen für alle führen. Dies gilt es unbedingt zu verhindern“, so der CDU-Landrat.

Entscheidend ist hierbei auch die Impfquote. Laut Elisabeth Krug, Gesundheits- und Sozialdezernentin, kann nur durch konsequentes Impfen eine vierte Welle verhindert werden. „Nur durch einen sehr hohen Anteil vollständig geimpfter erwachsener Menschen in der Bevölkerung kann eine neue Welle ausgeschlossen oder bestmöglich abgemildert werden“, sagt Elisabeth Krug.

Aktuell sieben Personen im Main-Tauber-Kreis mit Corona infiziert

Von seinen knapp 130.000 Einwohner sind derzeit nur sieben Personen im Main-Tauber-Kreis nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Obwohl die Impfpriorisierung seit dem 7. Juni aufgehoben ist, sei die Nachfrage nach Erst-Impfungen im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Bad Mergentheim deutlich zurückgegangen, schreibt das Landratsamt.

So hätten in der Woche von Montag, 5. Juli, bis Sonntag, 11. Juli, 390 Erst-Impfungen und 1.567 Zweit-Impfungen stattgefunden. Im Schnitt wurden in diesem Zeitraum im KIZ 280 Impfdosen täglich verabreicht. Bisher erhielten im Main-Tauber-Kreis seit dem Impfstart insgesamt 37.351 Personen ihre erste und 26.012 Personen ihre zweite Impfung durch das KIZ.

Seit dem 6. April impfen in Baden-Württemberg auch Arztpraxen flächendeckend. Im Main-Tauber-Kreis nehmen laut Kassenärztlicher Vereinigung 94 Praxen Corona-Schutzimpfungen vor.

Corona-Inzidenz im Südwesten steigt - Stuttgart erlässt wieder strengere Regeln

Aufgrund der steigenden Inzidenz kehrt die Landeshauptstadt nun zu strengeren Regeln zurück. Weil in den vergangenen fünf Tagen die Inzidenz jeweils über dem Schwellenwert von 10,0 lag, sind laut Stadtverwaltung private Treffen nur noch mit 15 Personen aus vier Haushalten erlaubt.

Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sowie Geimpfte und Genese werden hier nicht mitgezählt. Am höchsten war die Sieben-Tages-Inzidenz mit 26,8 im Stadtkreis Ulm (Stand: Mittwoch, 15.07.2021). Die Stadt ist damit unter den fünf Stadt- und Landkreisen in Deutschland mit der höchsten Inzidenz.

In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile mehr als sechs Millionen Menschen einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind 57,4 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt bei 58,7 Prozent. Als vollständig geimpft gelten im Südwesten 42,6 Prozent.

Bei der als hoch ansteckend geltenden Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, ist die Tendenz steigend. Der Anteil der Erkrankungen an der Delta-Variante liegt inzwischen bei über 50 Prozent - doppelt so hoch wie noch vor einer Woche. Reiserückkehrer hatten die Corona-Mutante nach Baden-Württemberg eingeschleppt. Die Stadt Stuttgart rechnet bereits fest mit einer vierten Welle.

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