Protest gegen Maskenpflicht

Peinliche Corona-Demo in Karlsruhe: Hunderte Teilnehmer angemeldet - fast keiner kommt

Ein Teilnehmer einer "Querdenken"-Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen hat ein Schild umhängen, auf dem „Maskenträger gefährden sich und andere“ steht.
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Eine Anti-Corona-Demo in Karlsruhe wurde nun zur Lachnummer, kaum jemand kam (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Erstaunlich ruhig verliefen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen am Donnerstag in Karlsruhe. Angekündigt waren mehr als 500 Teilnehmer, gekommen sind nur wenige.

Karlsruhe - Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei am Donnerstagnachmittag in der Karlsruher Innenstadt an. Einsatzfahrzeuge, Polizisten auf Pferden und Motorräder wappneten sich für eine große Welle von Protestlern. 500 Teilnehmer wurden zu Demonstrationen gegen die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus angemeldet. Ganze drei Demos aus dem Querdenken-Lager sollten beim Verfassungsgericht und am Friedrichsplatz stattfinden. Die Polizei traute ihren Augen nicht: Statt dem erwarteten Pulk an Demonstranten kam nur ein kleiner Haufen an Personen zusammen.

Immer wieder machen Corona-Skeptiker und Querdenker seit Pandemie-Beginn mit kuriosen Kundgebungen auf sich aufmerksam. Erst kürzlich verglich ein Politiker aus Baden-Württemberg den Lockdown mit Konzentrationslagern im Dritten Reich. Bei einer Corona-Demo in der Landeshauptstadt Stuttgart ging das Ganze so weit, dass die Teilnehmer sogar Kinder involvierten. In Karlsruhe verglich sich eine 11-Jährige mit Anne Frank.

Anti-Corona-Demo in Karlsruhe: Nur 15 Demonstranten am Friedrichsplatz - Passanten bemerkten sie nicht einmal

Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe fanden am Donnerstag zwei Kundgebungen der Maskengegner sowie ein Gegenprotest statt, wie die Badischen Neuesten Nachrichten berichteten. Anstatt Hunderter kamen insgesamt am Ende jedoch nur wenige Dutzend Kritiker der Corona-Maßnahmen zusammen. Eine weitere Anti-Corona-Demo wurde am Friedrichsplatz abgehalten. 15 Demonstranten bezogen dort recht unauffällig Stellung und wurden laut der BNN sogar von einigen Passanten übersehen. „Die Sache war zu kurzfristig organisiert“, ließ ein Organisator gegenüber der Zeitung verlauten und sprach von einer an diesem Tag nur „kleinen Gemeinde“.

Von einer Maskenpflicht wurde am Friedrichsplatz abgesehen, die Teilnehmer der Anti-Corona-Demo hielten die Mindestabstände ein. Schon nach 20 Minuten löste sich der kleine Protest auf und wanderte zum Bundesverfassungsgericht, wo sich innerhalb der beiden anderen Proteste ihre Gleichgesinnten in Form von dann 60 Corona-Gegnern versammelt hatten. Hier galt jedoch eine Maskenpflicht - was bei den Anwesenden zu emotionalen Debatten führte. Die Anmelderin der Demo etwa geriet in einen Streit mit der Polizei, weil sie kein Original ihres Attests zur Maskenbefreiung dabei hatte und als Ersatz ein Foto davon vorlegen wollte.

Das für die Demonstranten eher klägliche Tages-Resümee: Von den 500 angemeldeten Anti-Corona-Demonstranten kam am Ende nicht mal ein Fünftel zusammen: 75 Personen ergibt die Bilanz. Rund 50 Teilnehmer kamen bei der Gegendemonstration auf dem Schlossplatz unter dem Motto „Mitdenken statt Querdenken“ zusammen. Man habe sich zwar gegenseitig gehört, zu einer Konfrontation der Gruppen sei es aber nicht gekommen, so die BNN.

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