Kampf gegen Covid-19

US-Magazin verbreitet Theorie, warum Deutschland das Coronavirus im Griff hat - sie hat mit Angela Merkel zu tun

  • Sabrina Hoffmann
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Das Coronavirus hat sich rasant in Baden-Württemberg ausgebreitet. Doch im Vergleich zu anderen Ländern verläuft die Covid-19-Pandemie hier glimpflich. Ein US-Magazin glaubt, Angela Merkel sei der Grund.

  • Das Coronavirus hat in Baden-Württemberg eine geringere Reproduktionszahl als andernorts
  • Überhaupt hat Deutschland die Covid-19-Pandemie im Vergleich zu anderen Ländern gut im Griff
  • Das renommierte US-Magazin The Atlantic hat eine Theorie, warum das so ist - sie hängt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen

Stuttgart/Washington - Seit sich das Coronavirus in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern verbreitet hat, ruht das öffentliche Leben in Deutschland. Zwar dürfen die ersten Geschäfte nach wochenlangen Schließungen wieder öffnen und auch die Schulen in Baden-Württemberg sollen ab Mai wieder den Betrieb aufnehmen. Doch die Angst vor Covid-19 sitzt immer noch tief.

Das Coronavirus hat sich rasant in Baden-Württemberg ausgebreitet. Innerhalb von zwei Monaten stieg die Zahl der Corona-Fälle im Bundesland auf mittlerweile mehr als 28.000. Das Coronavirus forderte in Baden-Württemberg mehr als 1.000 Todesopfer. Doch im Vergleich zu anderen Ländern mit Zehntausenden Corona-Toten ist Deutschland bislang glimpflich davon gekommen.

Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland: Erfolg dank Angela Merkel?

Die Reproduktionszahl des Coronavirus liegt in Baden-Württemberg mittlerweile sogar unter dem Bundesdurchschnitt. Das bedeutet, dass Corona-Infizierte in der Region weniger Menschen anstecken als im Rest Deutschlands und in anderen Ländern weltweit. Woran liegt das? Bedeutet das, dass die Maßnahmen zum Infektionsschutz in Deutschland und ganz besonders in Baden-Württemberg besser umgesetzt wurden als anderswo? Oder halten sich die Menschen besonders gut an das Kontaktverbot?

Das renommierte US-Magazin The Atlantic mit Sitz In Washington, DC, hat eine Theorie, warum das Coronavirus Baden-Württemberg und die anderen Bundesländer in Deutschland weniger hart trifft als etwa Italien, Spanien und die Vereinigten Staaten. In einem aktuellen Artikel argumentiert eine Autorin des Magazins, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel der Grund für Deutschlands erfolgreichen Umgang mit dem Coronavirus sei. Als Wissenschaftlerin sei die promovierte Physikerin besonders qualifiziert dafür, ein Land durch die Corona-Krise zu führen.

Wissenschaft entscheidet Kampf gegen Coronavirus - Baden-Württemberg führend

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hat Deutschland Covid-19 dank Angela Merkel im Griff (Archivfoto)

Verschafft uns also die besonders in Baden-Württemberg starke Forschung einen Vorteil im Kampf gegen das Coronavirus? The Atlantic setzt jedenfalls zu einer wahren Lobeshymne auf Angela Merkel an. „Die Pandemie stellt sich als krönende Herausforderung dar für eine Politikerin, deren Führungsstil immer wieder als analytisch, emotionslos und vorsichtig beschrieben wurde“, argumentiert das US-Magazin über die Bundeskanzlerin.

Weiter heißt es: „Merkel ist am Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit und demonstriert die bescheidene Glaubwürdigkeit einer Wissenschaftlerin bei der Arbeit.“ Einen Vorteil habe die Bundeskanzlerin auch durch die gut vernetzte Wissenschaftswelt und den Medizinsektor in Deutschland. Tatsächlich unterstützen Wissenschaftler aus Baden-Württemberg mit ihrer Coronavirus-Studie die Bundesregierung bei ihrer Arbeit.

Angela Merkel hat 1986 ihre Doktorarbeit im Fachbereich Theoretische Chemie an der Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin eingereicht. Titel: „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden“. Merkels Doktorarbeit wurde mit „sehr gut“ bewertet. Nach ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin untersuchten mehrere Wissenschaftler die Dissertation und attestierten Merkel ein ausgezeichnetes Fachwissen. Auch die in der Politik so aktiven Plagiatsjäger konnten keine zweifelhaften Passagen entdecken.

Stuttgart und Tübingen forschen an Medikamenten gegen das Coronavirus

Die Wissenschaft entpuppt sich im Kampf gegen das Coronavirus nun als größte Stärke von Baden-Württemberg und dem Rest Deutschlands. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das erkannt. The Atlantic schreibt: „Wissenschaftliches Denken bleibt wichtiger Bestandteil von Merkels täglichem Entscheidungsprozess und ihrer politischen Persönlichkeit - dazu gehören ihr bewusstes Prüfen jedes neuen Informationsfetzens, ihre umsichtigen Beratungsgespräche mit Experten.“

Seit das Coronavirus in Baden-Württemberg und den anderen Bundesländern tobt, ruhen die Hoffnungen auf der Wissenschaft. So wollen Radiologen vom Klinikum Stuttgart Medikamente gegen das Coronavirus finden und starten deswegen eine groß angelegte Studie. Zudem machte mit der Firma CureVac aus Tübingen eine weitere Forschungsinstanz aus Baden-Württemberg Schlagzeilen: Das Unternehmen will einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln. CureVac erteilte US-Präsident Donald Trump eine Absage, als der das Unternehmen beauftragen wollte, die Impfung nur für die USA zu entwickeln. Es spricht für sich, dass der US-Präsident deutsche Forscher aus Baden-Württemberg auserkor, das Coronavirus zu bekämpfen.

Coronavirus: Angela Merkel überzeugt laut US-Magazin mit Fakten

Als entscheidend wird auch Angela Merkels öffentliche Zusammenarbeit mit dem Chef-Virologen der Berliner Charité Christian Drosten gesehen. „Die Leute wissen, dass sie von Drosten und Angela Merkel echte und gut geprüfte Fakten bekommen“, zitiert The Atlantic den Dekan der Charité Axel Radlach Pries. Die beiden kommunizierten in der Öffentlichkeit auch klar, wenn sie etwas nicht wüssten. „Sie sind ehrlich in Bezug auf ihre Informationen“, sagte Pries dem US-Magazin.

The Atlanctic beendet seine Lobeshymne auf Angela Merkel mit einem Blick in die Zukunft: „Sie wird eines Tages womöglich nicht als Deutschlands größte Wissenschaftlerin in Erinnerung bleiben, sondern als Chefwissenschaftlerin: als die politische Anführerin, die faktenbasiertes Denken ausführte, feierte und personifzierte, als es am Wichtigsten war.“

Die Bundesrepublik unterstützt die Forschung von des Unternehmens CureVac aus Tübingen mit einer Investition von 300 Millionen Euro. Das gaben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Dietmar Hobbs, Mitgründer des Softwarekonzerns SAP am 15. Juni bekannt. Das Biotech-Unternehmen forscht bereits seit Januar an einem Impfstoff.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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