Landkreis zieht drastische Konsequenzen

Schwäbisch Gmünd: Corona-Ausbruch nach Trauerfeier – Zahl der Infizierten steigt!

Corona in Schwäbisch Gmünd: Nach einem Totengebet vor der Ditib-Moschee werden immer mehr neue Infektionen nachgewiesen. Das Gesundheitsamt und die Stadt ergreifen nun drastische Maßnahmen:

  • Corona*-Ausbruch nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd
  • Über 80 Infizierte nach Totengebet in Baden-Württemberg* positiv getestet – darunter auch Kinder.
  • Landratsamt geht von mehr als 100 Gästen aus, die zum Totengebet vor der Ditib-Moschee in Schwäbisch Gmünd kamen.
  • Nach weiterhin steigenden Infektionszahlen beschließen Gesundheitsamt und Stadt Schwäbisch Gmünd drastische Maßnahme:

Update vom 3. August: Die Zahl der Corona-Infizierten nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg ist auf rund 100 gestiegen. Mehrere Betroffene seien mittlerweile genesen aus der häuslichen Isolation entlassen worden, teilte das Landratsamt Ostalbkreis am Montag mit. Derzeit gebe es im gesamten Landkreis 58 aktive Fälle - also Menschen, die noch erkrankt sind. Ende vergangener Woche waren es 61.

Die Tests in einer Grundschule in Schwäbisch Gmünd seien negativ ausgefallen. Mitarbeiter der Kommunen kontrollieren nach Angaben einer Sprecherin, ob die Infizierten sich an die häusliche Isolation halten. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat zudem Regeln für Trauerfeiern erlassen. So müssen ab 50 Gästen Teilnehmerlisten erstellt werden, erläuterte eine Sprecherin des Landratsamts. Auch Mundschutz ist Pflicht.

Corona-Ausbruch in Schwäbisch Gmünd: Über 80 Infektionen nach Trauergebet vor Moschee

Update vom 31. Juli: Am Donnerstag, 30. Juli 2020 meldet das Gesundheitsamt des Ostalbkreises 84 Coronainfektionen, die auf die Versammlung Mitte Juli in Schwäbisch Gmünd zurückzuführen sind. 24 Erkrankte davon sind inzwischen wieder gesund und konnten bereits aus der häuslichen Isolation entlassen werden. Acht Schulen wurden in diesem Zusammenhang bereits getestet. Mittlerweile sind alle Test-Ergebnisse aus dem Schulen da – sie sind negativ. Das Gesundheitsamt empfiehlt denjenigen, die sich noch in vom Gesundheitsamt angeordneten Isolation befinden, einen zweiten kostenlosen Corona-Test an.

Das Gesundheitsamt hat im Zusammenhang mit den Ermittlung von Erkrankten und Kontaktpersonen bereits über 500 Tests durchgeführt. Davon wurden etwa 100 bereits zwei Mal getestet. Auch aus den Nachbarlandkreisen Rems-Murr-Kreis, Göppingen und Reutlingen wurden Kontaktpersonen ermittelt. An anderer Stelle droht der Lockdown, nachdem sich in einer rumänischen Gemeinde in Sinsheim mehreren Dutzend Personen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Corona-Ausbruch in Schäbisch Gmünd: Bußgelder beim Verlassen der häuslichen Isolation

Da sich die Zahl der Neuinfektionen in der letzen Woche stark an der vom Ostalbkreis festgelegten „Vorwarnmarke" von 78,5 Fällen pro sieben Tage angenähert hat, beschließt Landrat Klaus Pavel folgende Maßnahmen: „Wir haben mit den Städten Schwäbisch Gmünd und Heubach abgestimmt, dass die Einhaltung der behördlich angeordneten häuslichen Isolation vor Ort durch die Kommunen persönlich kontrolliert und bei Verstößen mit deutlichen Bußgeldern geahndet wird“, erklärt Pavel.

Corona-Ausbruch nach Trauerfeier in Moschee: Neue Allgemeinverfügung in Schwäbisch Gmünd

Ziel dieser Maßnahmen sei es, den Betroffenen klar zu machen, dass die Einhaltung der Quarantäne für die Eindämmung des Coronavirus unerlässlich ist. „Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat bereits erklärt, dass sie in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl bei Bestattungsfeiern die erforderlichen Maßnahmen, wie etwa Maskenpflicht oder das Führen von Teilnehmerlisten, verbindlich festlegen will“, so der Landrat weiter. Die Stadt Schwäbisch Gmünd wird eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen.

Corona-Ausbruch nach Trauerfeier in Moschee: Steigende Infektionszahlen – Test-Ergebnis aus Schule da

Update vom 30. Juli: Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilt, sind bislang 71 Fälle im Ostalbkreis auf die Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd zurückzuführen. Die getestet Schüler der Uhlandschule Bettringen seien jedoch alle negativ auf das Coronavirus getestet worden. Die Ergebnisse der Grundschule auf dem Hardt stünden noch aus.

Corona-Ausbruch nach Trauerfeier: Fast 60 Infizierte – manche erleiden schweren Verläufe

Update vom 28. Juli, 17:45 Uhr: Elf weitere Menschen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steigt die Zahl der Infizierten nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd auf insgesamt 58 an. Es stehen noch einige Testergebnisse aus, weshalb eine höhere Infektionszahl möglich sein kann.

Wie das Landratsamt des Ostalbkreises mitteilt, sind auch 12 Kinder im Alter von 0 bis 19 erkrankt. Es sind deshalb auch sieben Schulen beziehungsweise acht Klassen sowie eine Kita auf das Coronavirus getestet worden. An der Kita ist kein positiver Fall aufgetreten, weshalb diese wieder öffnen kann. An der Schiller Schule in Heubach ist eine Person erkrankt. Es werden im Laufe der Woche deshalb erneut Corona-Tests an der Schule durchgeführt.

Corona-Ausbruch nach Trauerfeier – Erkrankte haben teilweise schwere Krankheitsverläufe

Laut dem Landratsamt erleiden die Infizierten leichte bis schwere Krankheitsverläufe. Es befinden sich auch Personen in Kliniken, um medizinisch behandelt zu werden. Nach den Infektionsketten wird weitergesucht gesucht. Alle Infizierten sowie die Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich in Quarantäne. Wegen der erneut steigenden Corona-Fälle im ganzen Land will Stuttgart nun auch am Flughafen, dem Hauptbahnhof und an den Autobahnen Tests anbieten. Diese sind kostenlos und (noch) freiwillig.

Das Gesundheitsamt hat inzwischen eine Vermutung, bei wem es sich um den Indexfall handelt – also die Person, die zu Beginn der Infektionskette steht. Dies sei allerdings noch nicht verifiziert. „Inwieweit das Infektionsgeschehen inzwischen eingegrenzt ist, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, da die genaue Anzahl der Teilnehmenden und deren Wohnsitz – möglicherweise auch außerhalb des Ostalbkreises – nach wie vor nicht bekannt ist insofern ist das Gesundheitsamt auf die Angaben der Trauergäste angewiesen. Eine Verpflichtung zur Führung einer Teilnehmerliste besteht nach der aktuellen Rechtslage nicht", so das Landratsamt.

Landrat Klaus Pavel bescheinigt der türkischen Gemeinde ein sehr kooperatives Verhalten. Obwohl es keine Anwesenheitslistenpflicht gibt, konnten durch die aktive Mitarbeit von Teilnehmern der Trauerfeier, die Infektions-und Kontaktketten größtenteils nachvollzogen werden. Das berichtet die Rems-Zeitung.

Corona in Baden-Württemberg: Trauerfeier wird zum Superspreader-Event

Update vom 28. Juli, 14:20 Uhr: Laut eines Berichts der Rems-Zeitung seien bei der Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd, nach der bereits 47 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet wurden, auch viele Kollegen des Verstorbenen aus der Firma Bosch AS Schwäbisch Gmünd gewesen. Die Rems-Zeitung berichtet weiter, dass sich der größte Arbeitgeber in Schwäbisch Gmünd mittlerweile mit einem Rundschreiben bei den Mitarbeitern gemeldet hätte: Alle Kolleg*innen, die bei der Trauerfeier anwesend waren, sollen sich demnach sofort freiwillig in häusliche Quarantäne begeben und testen lassen.

Erstmeldung vom 28. Juli. 9:40 Uhr: Nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg wurden 47 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet. Dies bestätigt eine Sprecherin des Landratsamt am Montag. Es bestehe außerdem die Gefahr, dass noch mehr Menschen mit dem Virus infiziert seien. Wie HEIDELBERG24* berichtet, gibt es zwar keine Teilnehmerliste zu der Trauerfeier, die vor rund zwei Wochen in Schwäbisch Gmünd stattfand – jedoch gehe man von mehr als hundert Gästen aus.

Viele Corona-Infektionen nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd (Symbolfoto)

Corona in Baden-Württemberg: Fast 50 Infizierte nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd

Wie die lokale Rems-Zeitung berichtet, habe sich die Zahl der positiv infizierten Trauergäste im Ostalbkreis innerhalb von 48 Stunden vervierfacht. Bei dem Verstorbenen habe es sich um einen „geschätzten jungen Mann“ gehandelt, der an einer anderen Krankheit verstorben sei. Die deutsch-türkische Trauerfeier hätte laut Bericht am Dienstag (14. Juli) zunächst vor der Ditib-Moschee in Schwäbisch Gmünd stattgefunden, die Beisetzung des Mannes am selben Tag auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof.

Corona in Baden-Württemberg/Schwäbisch Gmünd: Nach Trauerfeier in Moschee werden auch Kinder getestet

Unter den Corona-Infizierten im Ostalbkreis in Baden-Württemberg sind nach Angaben der Sprecherin des Landratsamts auch Kinder. Eine Kita in Schwäbisch Gmünd sei vorübergehend geschlossen worden, eine Grundschulklasse sei getestet worden. Offenbar habe sich jedoch kein Mitschüler angesteckt. Bis Mittwoch seien weitere Tests in mehreren Klassen an verschiedenen Schulen geplant. Außerdem wird lazt der Sprecherin weiter nach den Teilnehmern der Trauerfeier gesucht.

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg bis Montagabend auf mindestens 36.926 gestiegen. Das sind 98 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitgeteilt hat. Rund 34.231 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 854 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert. Die Reproduktionszahl für Baden-Württemberg gibt das Robert-Koch-Institzt mit 0,79 an. (dpa/kab) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare