Pandemie-Ticker

Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz über 180 – ab wann gilt Bundes-Notbremse?

  • vonRobin Eichelsheimer
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Corona in Baden-Württemberg - Die aktuellen Fallzahlen, Inzidenzen, Entwicklungen und News rund um die Covid-19-Pandemie findest Du hier in unserem News-Ticker:

  • In Baden-Württemberg gab es bisher 421.248 (+3.793) Infektionen mit dem Coronavirus. (Stand: 23. April, 3:09 Uhr, RKI)
  • Bislang sind 9.160 (+14) Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 184,5. (Stand: 23. April, 3:09 Uhr, RKI)

Update vom 22. April: Nachdem auch der Bundesrat die Corona-Notbremse beschlossen hat, will Baden-Württemberg die Maßnahmen auch im Ländle umsetzen*. Zunächst wollte das Bundesland im Südwesten strengere Ausgangssperren ab 21 Uhr in Kraft setzen. Am Donnerstag (22. April) bekräftigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), man wolle die „Bundes-Notbremse*“ „eins zu eins“ umsetzen: „Jetzt da immer rumzumachen, das hat keinen Sinn“, sagte Kretschmann am Rande von Koalitionsverhandlungen in Stuttgart. Die bundesweit einheitliche Notbremse gilt ab Samstag (24. April).

Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz bei über 180 – hilft strenge Covid-19-Verordnung?

Update vom 20. April, 6:51 Uhr: In ganz Baden-Württemberg* gelten seit Montag (19. April) verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus*. Die Landesregierung um Ministerpräsident Winfried Kretschmann* (72, Grüne) hat bereits am späten Samstagabend (17. April) eine neue Corona-Verordnung beschlossen. Damit kommt die Landesregierung der sogenannten „Bundes-Notbremse“ zuvor und geht am Beispiel „Ausgangssperren“ sogar noch einen Schritt weiter. Während der Bund deutschlandweit eine aufgeweichte nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr einführen und sogar Joggen und Spaziergänge bis Mitternacht erlauben will, ist die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg strenger*, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Währenddessen sinkt die 7-Tage-Inzidenz leicht um 2,9 auf aktuell 170,5. Im inoffiziellen Corona-Ranking der 16 Bundesländer verharrt Baden-Württemberg auf dem 12. Platz – mit deutlichen Vorsprung vor Bayern (185,3) und Sachsen-Anhalt (185,7).

Update vom 15. April, 17:52 Uhr: Das Land Baden-Württemberg wird die angekündigte „Notbremse“ der Bundesregierung* schon ab Montag (19. April) umsetzen – das kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha am Donnerstag in Stuttgart an. „Wir warten nicht auf den Bund, wir müssen jetzt handeln. Jeder Tag zählt in der Pandemiebekämpfung und wir wollen den Menschen in einer Woche nicht schon wieder eine neue Verordnung präsentieren“, so Lucha. Da die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ohnehin am Wochenende verlängert werden müsse, würden die Verschärfungen des Bundes gleich mit eingearbeitet.

Am Dienstag (13. April) hat das Bundeskabinett eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, die bundeseinheitliche Maßnahmen für Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 vorsieht – unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr. Schon jetzt gelten im Südwesten in zahlreichen Stadt- und Landkreisen Ausgangsbeschränkungen*. In der kommenden Woche sollen die Neuerungen im Parlament beschlossen werden.

Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz sinkt leicht – Doch jetzt über 9.000 Tote

Update vom 15. April, 6:40 Uhr: Laut Robert Koch-Institut sinkt die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg erfreulicherweise leicht um 4,3 auf aktuell 165,3. Dadurch klettert das drittgrößte Bundesland im inoffiziellen Corona-Ranking um einen Platz und belegt nun den 10. Rang knapp vor seinem nördlichen Nachbarn Hessen (166,0). Dagegen traurig: Aufgrund weiterer 26 Menschen, die seit Beginn der Pandemie an oder mit Covid-19 gestorben sind, steigt die Zahl der Todesfälle auf 9.006. Die Zahl der Infektionen insgesamt könnte noch vor dem Wochenende die unrühmliche Marke von 400.000 ‚knacken‘.

Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz explodiert – fällt noch diese Woche die 200er Marke?

Update vom 14. April, 6:47 Uhr: Ab Montagmorgen (19. April) ist es in ganz Baden-Württemberg* soweit, dass sich alle Menschen über 60 Jahre einen Corona-Impftermin buchen können. Bislang waren über 60-Jährige nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder von Berufswegen impfberechtigt – diese Einschränkung fällt nun weg. „In einzelnen Zentren bleiben aktuell AstraZeneca-Termine frei. Das ist zwar verständlich, aber in der Sache unbegründet. Der Impfstoff ist hochwirksam und ungefährlich“, erklärt Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) am Dienstag (13. April) in Stuttgart*.

Update vom 13. April, 6:16 Uhr: Da die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg laut RKI am Dienstagmorgen um 4,1 auf aktuell 143,7 steigt, rutscht das drittgrößte Bundesland im inoffiziellen Corona-Ranking weiter ab und belegt nur noch den 12. Rang. Zur Erinnerung: Noch vor wenigen Wochen lieferte sich Baden-Württemberg mit seinem kleinen Nachbarn Rheinland-Pfalz* ein tägliches Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz des Bundeslandes mit der niedrigsten Inzidenz.

Corona in Baden-Württemberg: So ging es Winfried Kretschmann nach seiner Impfung mit AstraZeneca

Update vom 12. April, 7:01 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Montagmorgen in Baden-Württemberg 1.547 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus und seinen gefährlichen Mutationen. Somit steigt die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie im März 2020 auf 388.266. Im gleichen Zeitraum sind 8.927 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben – dies sind 15 Todesfälle mehr als noch am Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz im drittgrößten deutschen Bundesland steigt um 5,6 auf aktuell 139,6. Mit diesem alarmierenden Wert belegt das Bundesland im inoffiziellen Corona-Ranking den 11. Platz nur knapp vor Hessen (141,5).

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann gesteht – Impfung nicht spurlos an ihm vorbeigegangen

Update vom 11. April: Drei Wochen ist es her, seit sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) als erster deutscher Regierungschef gegen das Coronavirus hat impfen lassen. Wie er nun am Rande eines Parteitags in Heilbronn verriet, ist die Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen. Auf die Nebenwirkungen angesprochen, berichtete der 72-Jährige von Gliederschmerzen, und dass er sich schlapp gefühlt habe – er habe einen Tag Homeoffice machen müssen. „Aber es lohnt sich für den Schutz, den man dadurch bekommt.“

Corona in Baden-Württemberg: So viele Menschen wurden schon geimpft – Impfgipfel am 16. April

In Baden-Württemberg haben nach Angaben des RKI bislang 1,5 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen, über 600.000 sind bereits durchgeimpft. Damit rangiert der Südwesten anteilig auf die Bevölkerung gerechnet im unteren Drittel und auch leicht unter dem Bundesschnitt von rund 15 Prozent. Spitzenreiter hier sind Bremen und das Saarland,, wo schon knapp 17 Prozent der Bewohner*innen geimpft wurden.

Jetzt sollen die Weichen gestellt werden für den Moment, wenn kein Impfstoffmangel mehr herrscht. Um die Impfkampagne in Baden-Württemberg weiter nach vorne zu treiben, trommelt Gesundheitsminister Manne Lucha am kommenden Freitag (16. April) Excperten und Verantwortliche für einen Impfgipfel zusammen. Mit Landräten, Oberbürgermeistern sowie Vertretern etwa von Landesärztekammer, Landesapothekerverband und Baden-Württembergischer Krankenhausgesellschaft will er online besprechen, wie es weitergehen soll, wenn deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

„Ab Mai und Juni sollen die Impfstofflieferungen nach derzeitigen Angaben der Hersteller auch nach Baden-Württemberg deutlich zunehmen, das Impfen im Land erhält also absehbar deutlich mehr Schub“, hieß es in einer Mitteilung des baden-württembergischen Ministeriums. „Damit bricht eine neue Phase für die Impfungen im Land an“, sagte Lucha.

Corona in Baden-Württemberg: Gipfel gestrichen – Kretschmann verteidigt Merkels Notbremsen-Gesetz

Update vom 9. April: Der für Montag (12. April) geplante Corona-Gipfel von Bund und Ländern wurde am heutigen Freitag abgesagt, weil sich die Ministerpräsident*innen offenbar beim vorab viel diskutierten harten Lockdown nicht einig sind – stattdessen will Bundeskanzlerin Angela Merkel ein deutschlandweit verpflichtendes Notbremsen-Gesetz* durchbringen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßt die Wende bei der neuen Corona-Strategie, stellt sich hinter Merkel: „Wir haben schon mehrfach signalisiert, dass wir einen Rahmen, der länderübergreifend bei bestimmten Punkten für mehr
Einheitlichkeit, Nachvollziehbarkeit und Rechtssicherheit sorgt, für sinnvoll und notwendig erachten.“

Kretschmann halte es für absolut richtig, die Notbremsen-Regel ab einer Inzidenz von über 100 verbindlich im Bundesinfektionsschutzgesetz zu verankern. „Aber um es klar zu sagen: Die Länder haben bereits jetzt alle Instrumente in der Hand, um die Notbremse effektiv umzusetzen. So machen wir das auch in Baden-Württemberg.“ Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass hier noch einige seiner Kolleg*innen zögerten.

Corona in Baden-Württemberg: Die Zahlen vom Ostermontag

Update vom 5. April: In Baden-Württemberg haben sich in den vergangenen 24 Stunden weitere 1.020 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie haben sich somit 372.408 Personen mit dem gefährlichen SARS-CoV2-Erreger angesteckt. Insgesamt sind 8.747 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben – das sind vier Todesfälle mehr als noch am Ostersonntag. Die Inzidenz ist unterdessen minimal gesunken: Hier liegt der landesweite Wert inzwischen bei 121,0. Damit liegt Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich weiterhin im oberen Mittelfeld (siehe Video unten).

Gleich drei Kreise liegen derzeit über einem Inzidenz-Wert von 200: Der Landkreis Schwäbisch-Hall ist trauriger Spitzenreiter mit einer 7-Tage-Inzidenz von 316,6, der Hohenlohekreis folgt mit 220,1, dahinter die Stadt Heilbronn mit 200,6. Landesweit ist die Inzidenz in Freiburg am niedrigsten – hier meldete das RKI jüngst einen Wert von 60,6.

Doch folgt nach den Ostertagen das böse Erwachen? Gut möglich, denn auf der Übersichtsseite des RKI wird auf den Umstand hingewiesen, dass rund um die Feiertage meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen und in der Folge weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dadruch werden womöglich weniger Corona-Fälle an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. Laut RKI ist es zudem möglich, dass nicht alle Ämter auch wirklich an jedem Tag die Zahlen übermitteln.

Corona Baden-Württemberg: Erste Altersgruppe fast durchgeimpft – Inzidenz gesunken

Update vom 2. April: Der Großteil der über 80-jährigen Impfwilligen in Baden-Württemberg soll bis Mitte April durchgeimpft sein – das erwartet Landesgesundheitsminister Manne Lucha. Wie der Grünen-Politiker am Karfreitag in Stuttgart mitteilte, zeige diese Gruppe weiterhin eine hohe Impfbereitschaft. Das verwundet angesichts der Todeszahlen in Verbindung mit dem Coronavirus kaum, schließlich waren rund 70 Prozent der bislang an Covid-19 Gestorbenen älter als 80. „Aktuell vermitteln allein unsere Call-Center 500 bis 1000 Menschen dieser Altersgruppe täglich ein Impfangebot“, so Lucha.

In Baden-Württemberg wurden bisher mehr als 460.000 über 80-Jährige mindestens einmal geimpft, rund 340.000 haben bereits ihre Zweitimpfung und somit den vollen Schutz erhalten.

Der April werde laut Lucha der Monat der über 70-Jährigen werden: „Im April stehen uns eine Million Impfdosen zur Verfügung. Wir haben ausreichend Kapazitäten in den Impfzentren. Zudem steigen die Hausärzte ein.“ Das Ziel des Landes sei es, dass alle Impfwilligen, die älter als 70 sind, em Ende des Monats einen Termin haben.

Corona in Baden-Württemberg: Ärzte warnen – „Bleiben Sie über Ostern Zuhause...“

Update vom 1. April, 9:08 Uhr: Mit den rasant steigenden Infektionszahlen wächst auch die Angst vor einem Kollaps unserer Kliniken. Schließlich arbeiten vor allem die Beschäftigten auf den Intensivstationen seit über einem Jahr „hoch professionell unter andauernd enormem Druck“, ohne echte Erholungspausen und unter hohem Infektionsrisiko. So heißt es in einem Aufruf, den die Ärztevertretung Marburger Bund und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch (31. März) in Stuttgart veröffentlicht haben.

Die Beschäftigten auf den Intensivstationen der baden-württembergischen Krankenhäuser haben sich deswegen nun mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung gewandt: „Bleiben Sie über Ostern zu Hause und reduzieren Sie ihre Kontakte auf das absolut Notwendige. Sorgen Sie so dafür, dass die dritte Welle beherrschbar bleibt.“

Alarmierend: Eine Überlastung in den Kliniken sei absehbar! Dramatisch sei, dass es auch in den Zeiten zwischen den Pandemie-Wellen keine Entspannung der kritischen Lage geben konnte, da dringend notwendige planbare Eingriffe nachgeholt wurden. Wenn nach der Pandemie noch gesunde und einsatzfähige Beschäftigte auf den Intensivstationen zur Verfügung stehen sollen, dann muss jetzt alles dafür getan werden, um die Infektionszahlen in Grenzen zu halten und wieder nach unten zu bringen“, warnt Frank Joachim Reuther, des Landesverbands-Chef des Marburger Bundes in Baden-Württemberg, im SWR.

Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften fordern von der Landesregierung „wirksame und gerecht verteilte Maßnahmen für die nächsten zwei Wochen, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden“. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse „umgehend mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Personalbemessung für genügend Personal sorgen“.

Corona in Baden-Württemberg: AstraZeneca-Impfungen nur noch für Menschen über 60

Update vom 31. März: Nach den Beschlüssen der Gesundheitsministerkonferenz von Dienstag (30. März) soll das Vakzin von AstraZeneca bundesweit primär Menschen über 60 Jahren verabreicht werden. Auch Baden-Württemberg hat seine Impfstrategie entsprechend angepasst*: „Vaxzevria*“ ‒ so heißt der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca seit letzter Woche ‒ wird Impflingen unter 60 künftig nur nach vorheriger Absprache mit dem Impfarzt und auf eigenes Risiko gespritzt. Wenn möglich sollen AstraZeneca-Termine in Impfzentren in Baden-Württemberg* auf andere Impfstoffe umgebucht werden.

Corona in Baden-Württemberg: Schock-Inzidenz – Dieser Ort wird zum Mega-Hotspot

Update vom 30. März: Noch vor einer Woche hatte die Stadt Schrozberg im Landkreis Schwäbisch Hall die höchste 7-Tage-Inzidenz Baden-Württembergs. Der Wert lag bei über 1.200. Doch am Montagabend (29. März) ergattert die Nachbarstadt Blaufelden den unrühmlichen Titel. Innerhalb einer Woche hat es in der 5.300 Einwohner-Kommune 274 Neuinfektionen gegeben. Das ergibt einen Wert von 1059,4 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Doch auch andere Gemeinden im Kreis Schwäbisch Hall haben gewaltiges Hotspot-Potenzial.

So liegt die Inzidenz in Crailsheim bei 723,9 und in Braunsbach bei 846,1. Schrozberg ist mittlerweile auf 481,2 gesunken. Mit einer Inzidenz von mittlerweile 482,3 gehört der Landkreis Schwäbisch Hall zu den größten Corona-Hotspots in ganz Deutschland. Für Blaufelden und die anderen Kommunen des Landkreises gelten seit eineinhalb Wochen unter anderem Kontaktbeschränkungen und eine strenge Maskenpflicht auch tagsüber. Unterschreitet die Inzidenz an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen einen Wert von 200, werden diese automatisch aufgehoben.

Corona in Baden-Württemberg: Kontaktbeschränkung wird gelockert, Maskenpflicht verschärft

Update vom 28. März: Angesichts schnell steigender Corona-Zahlen hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann rasche Gespräche mit Bund und Ländern über einen harten Lockdown und andere Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt. „Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch.“ , sagt er am Wochenende in Stuttgart. Zum Herunterfahren des gesamten gesellschaftlichen Lebens sagte er: „Aus pandemischer Sicht wäre das am besten.“ Allerdings müsse man genau abwägen, ob es sinnvoll und machbar sei, alles zuzumachen. Bei Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man „zu Klarheit kommen“.

Trotz der ernsten Lage hat Baden-Württemberg die Kontaktbeschränkung gelockert. Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner erlaubt. Die Notbremse sieht eigentlich vor, dass sich in Hotspot-Regionen mit einer Inzidenz von über 100 nur ein Haushalt mit einer zusätzlichen Person treffen darf. Zuletzt hat es geheißen, die Lockerung sei eine Sonderregelung für die Osterfeiertage.

  • Bei Mitfahrten von haushaltsfremden Personen im Auto gilt für alle Insassen eine Maskenpflicht (medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske). Paare, die nicht zusammenleben, gelten auch hier als ein Haushalt.
  • Keine Verschärfung der Kontaktbeschränkung bei der „Notbremse“. Hier bleibt die allgemeine Regelung bestehen: Maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.
  • Definition von Schnell- und Selbsttests, die erforderlich sind, um gewisse Dienstleistungen und Angebote wahrnehmen zu können: Soweit ein negativer COVID-19-Schnelltest erforderlich ist, muss dieser durch geschulte Dritte durchgeführt und ausgewertet werden oder unter Aufsicht eines geschulten Drittens durchgeführt und ausgewertet werden.
  • In Stadt- und Landkreisen mit einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 dürfen Bibliotheken und Archive analog zu Museen ohne Einschränkungen öffnen.
  • Ermöglichung der Kontaktnachverfolgung über Apps (§ 6 Absatz 4).
  • Der Buchhandel gehört nicht mehr zum Einzelhandel des täglichen Bedarfs. Für ihn gelten nun auch die entsprechenden Click & Collect bzw. Click & Meet Regelungen, abhängig der 7-Tage-Inzidenz. Das Land setzt damit ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg um.

Corona in Baden-Württemberg: Lockerungen zu Ostern? Diese Regeln sollen gelten

Erstmeldung vom 27. März: Die Zahl der Corona-Infektionen und die Sieben-Tages-Inzidenz steigt in Baden-Württemberg weiter an. Über der 200-Marke liegen derzeit vier Stadt und Landkreise, weitere 26 liegen über der 100. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann* hat angekündigt, die steigenden Infektionszahlen mit einer Notbremse gezielt drücken zu wollen. Eine regionale Notbremse soll die Kontakte weitgehend verringern. Das bedeutet konkret, dass Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden müssen, sobald die 7-Tages-Inzidenz drei Tage lang über dem Wert von 100 liegt.

Dann sollen nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs regulär geöffnet haben, dazu zählen auch Garten- und Baumärkte. Der Einzelhandel dürfte kein „Click&Meet“ mehr anbieten, nur noch „Click and Collect“ wäre möglich. In der Landesregierung wächst der Ärger darüber, dass manche Land-und Stadtkreise die Notbremse nicht konsequent genug umsetzen würden. Die Landeshauptstadt Stuttgart hatte beispielsweise erklärt, erst die neue Corona-Verordnung von Baden-Württemberg abwarten zu wollen und frühestens am Dienstag die Notbremse ziehen zu wollen. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Corona in Baden-Württemberg: Keine landesweite nächtliche Ausgangssperre

Trotzdem will die Landesregierung keine landesweite nächtliche Ausgangssperre einführen*. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ist dieser Plan verworfen worden. Das Gesundheitsministerium soll lediglich die jeweiligen Landräte anweisen, entsprechende Maßnahmen bei einer Inzidenz von über 100 umzusetzen.

„Das ist immer ein Grat, auf dem wir da wandern und da müssen wir hoffen, dass wir nicht abstürzen“, so Kretschmann. Jedoch soll die Maskenpflicht im Auto verschärft werden*. Ob dies erst bei einer 7-Tages-Inzidenz von über 100 der Fall ist, oder für alle Landkreise und Städte in Baden-Württemberg gelten soll, ist nicht bekannt.

Corona in Baden-Württemberg: Lockerungen zu Ostern beschlossen

Die Notbremse für Corona-Hotspots beinhaltet in Baden-Württemberg* auch eine Kontaktbeschränkung. So soll sich in Städten und Landkreisen mit einer stabilen Inzidenz von über 100 ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen dürfen. Diese Regel soll jedoch über die Osterfeiertage ausgesetzt werden. An Ostern sollen sich bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Bei der gezielten Lockerung über die Feiertage handelt es sich um ein Entgegenkommen gegenüber den Bürgern.

Die entsprechende Anpassung der Corona-Verordnung muss noch formal beschlossen und soll am Samstag (27. März) verkündet werden, sagt ein Regierungssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. An extremen Hotspots wie Schwäbisch Hall mit einer 7-Tages-Inzidenz von 400 soll diese Regel nicht gelten.

Corona in Baden-Württemberg: Oster-Gottesdienste können stattfinden, Mediziner rät zu Selbsttests

Nach einem Rückzieher der Politik, sind auch Gottesdienste an den Feiertagen wieder möglich - unter der Beachtung eines strengen Hygienekonzepts. Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis warnt vor einer großen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus* an Ostern und empfiehlt sich einem Schnelltest zu unterziehen bevor man sich zu Ostern mit den Großeltern trifft.

Corona in Baden-Württemberg: Schüler sollen nach den Osterferien wieder zurück in den Unterricht

Ministerpräsident Winfried Kretschmann will am Montag, 29. März, mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern besprechen, ob die Schulen nach den Osterferien trotz steigender Corona-Zahlen schrittweise weiter geöffnet werden können. Kretschmann hat am Mittwoch im Landtag erklärt, dass nach den Osterferien alle Kinder und Jugendlichen schrittweise und mit regelmäßigen Corona-Tests im Wechsel wieder in die Schulen zurückkehren sollen. Es solle einen Stufenplan geben, wonach Stadt- und Landkreise je nach Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche über die Art des Unterrichts entscheiden können.

Corona in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen beinhaltet die Notbremse (ab Inzidenz von 100)

  • Ein Haushalt darf höchstens nur noch eine weitere Person treffen, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt (an den Osterfeiertagen vom 2. bis 5. April soll diese Regel nicht gelten)
  • Nächtliche, regional begrenzte Ausgangssperren
  • Der Einzelhandel darf kein „Click and Meet“ mehr anbieten, „Click and Collect“ ist möglich
  • Körpernahe Dienstleistungen müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen und Friseurbesuche sind weiterhin erlaubt
  • Außen- und Innensportanlagen für den Freizeitsport müssen schließen, Ausnahmen gibt es bei Individualsport auf weitläufigen Anlagen, etwa beim Golf. Gruppensport im Freien ist nicht mehr erlaubt
  • Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologische und botanische Gärten werden für den Publikumsverkehr geschlossen
  • Schulen sollen bei einem Inzidenz-Wert von über 200 wieder schließen

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Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg

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