Chronische Überbelegung

Containerbau als Zwischenlösung für Maßregelvollzug in Weinsberg

Klinikum am Weissenhof
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Ein Zaun umschließt das Klinikum am Weissenhof.

Aufgrund von Überbelegung müssen ab April neun Patienten im Maßregelvollzug in Weinsberg vorübergehend in einem Container untergebracht werden.

Weinsberg (dpa/lsw) - Wegen chronischer Überbelegung werden von April an neun Patienten im Maßregelvollzug, die nach erfolgreicher Therapie aus dem Klinikum am Weissenhof in Weinsberg entlassen werden, in einem Container untergebracht. Das teilte das Klinikum am Montag mit. Mit derzeit 100 Plätzen für den Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter sei die Klinik andauernd überbelegt. Der zweistöckige Container auf dem Gelände der Klinik sei eine «kurzfristige Abhilfe für die Kapazitätsengpässe».

Die befristete Containerlösung sei mit der Stadt Weinsberg, einer Bürgerinitiative, der Polizei Weinsberg und dem Sozialministerium abgestimmt. «Die Aufstellgenehmigung wird voraussichtlich bis Ende 2026 erteilt werden», sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Das Ministerium will aber weiterhin das ehemalige Gefängnis «Fauler Pelz» vorübergehend und befristet für Patienten im Maßregelvollzug nutzen. Einen Vertrag mit der Stadt Heidelberg gebe es noch nicht, sagte der Ministeriumssprecher. Die Behörde hatte der Stadt Heidelberg angeboten, eine Zwischennutzung des ehemaligen Gefängnisses für den Maßregelvollzug von etwa drei Jahren vertraglich abzusichern. Der Oberbürgermeister von Heidelberg, Eckart Würzner (parteilos), sträubt sich gegen Pläne, im ehemaligen Frauengefängnis einen Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter einzurichten.

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