Shitstorm auf Facebook

„Schon dreist“: Erlebnispark Tripsdrill verschiebt Saisonstart 20 Minuten vor Eröffnung

Menschen sitzen in einer Achterbahn im Erlebnispark Tripsdrill.
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Statt den geplanten Saisonstart rechtzeitig abzusagen, meldeten sich die Betreiber erst am Morgen der geplanten Eröffnung bei den Besuchern.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Eigentlich wollte der Erlebnispark Tripsdrill bereits am 2. April in die neue Saison starten. Doch das schneereiche Wetter zwang die Betreiber, die Eröffnung kurzfristig zu verschieben - zum Ärger vieler Fans.

Cleebronn - Das hatten sich die Betreiber und Besucher anders vorgestellt: Statt der geplanten Eröffnung des Erlebnisparks Tripsdrill am Samstag, 2. April, blieb die Parkanlage in Cleebronn gähnend leer. Der Grund: In der Nacht zum Samstag war in Baden-Württemberg* der Winter mit Schnee und Frost* zurückgekehrt. Schnell mussten die Betreiber handeln. Während einige Besucher sich am Samstagmorgen bereits ins Auto gesetzt hatten, erreichte sie die ernüchternde Nachricht über Facebook: „Aufgrund des Wetters müssen wir den Saisonstart vom Erlebnispark leider auf Sonntag, 3. April, verschieben.“ (BW24* berichtete)

Für alle Besucher, die bereits unterwegs waren, bot Tripsdrill an, alternativ kostenlos das Wildparadies nebenan zu besuchen. Zudem erhielten alle, die eine Eintrittskarte für den 2. April gebucht hatten, einen kostenlosen Gutschein für einen frei wählbaren, anderen Besuchstag inklusive Wildparadies. „Aus Sicherheitsgründen mussten wir uns am Samstag kurzfristig gegen die Inbetriebnahme unserer Attraktionen entscheiden“, erklärt Tripsdrill-Sprecher Birger Meierjohann gegenüber Echo24.de. „Bis zum letzten Moment hatten wir gehofft, pünktlich in die Saison zu starten - schließlich war auch das gesamte Personal einsatzbereit vor Ort.“

Erlebnispark Tripsdrill: Zeitpunkt der Bekanntgabe empört Nutzer - „ich finde es frech“

Offenbar war der Zeitpunkt, zu dem Tripsdrill die verschobene Öffnung verkündete, nicht optimal gewählt. So erschien das Facebook-Posting nur 20 Minuten vor der regulären Öffnung. Gerade diejenigen, die bereits auf dem Weg waren, konnten die späte Bekanntgabe nicht nachvollziehen. „Ich finde es frech, dass es wenigstens nicht gestern schon kommuniziert wurde“, ärgert sich ein Nutzer. „Es gibt Leute, die fahren doch schon um einiges länger und erfahren dann im Auto, dass der Park geschlossen bleibt.“

„Wow, ich hoffe echt, dass keiner heute hingefahren ist“, meint ein weiterer Nutzer. „20 Minuten vor der Öffnung sowas bekannt zu geben, ist schon dreist.“ Auch andere können die spontane Entscheidung nicht nachvollziehen. „Das kann man nicht bringen“, finden viele Park-Fans. Einige verweisen darauf, dass der Schneefall bereits am Tag zuvor in der Wettervorhersage angekündigt wurde.

Tripsdrill-Sprecher nimmt Stellung: „Schneemengen und Außentemperatur waren nicht mit letzter Sicherheit einzuschätzen“

„Es ist richtig, dass der Wetterbericht schon zuvor Schnee angekündigt hatte“, bestätigt Tripsdrill-Sprecher Birger Meierjohann. „Allerdings waren die Schneemengen und die Entwicklung der Außentemperatur nicht mit letzter Sicherheit einzuschätzen. Bei minimal vom Wetterbericht abweichenden Witterungsbedingungen - wie es oft der Fall ist - hätte der Park geöffnet werden können.“ Nach Angaben des Sprechers könnten die Techniker des Parks erst am jeweiligen Tag vor Ort prüfen, ob die Attraktionen abhängig vom Zusammenspiel zwischen Temperatur, Niederschlag und Wind öffnen dürfen.

Erlebnispark Tripsdrill: Nutzer beleidigen sich gegenseitig - Account reagiert mit Löschung von „persönlichen Angriffen“

Der Unmut über die enttäuschende Nachricht ging bei einigen Achterbahn-Fans offenbar so weit, dass sie sich in der Kommentarspalte gegenseitig beleidigten. Irgendwann ging es dann in der Diskussion gar nicht mehr um den gecancelten Eröffnungstag, sondern um die Maskenpflicht, die Debatte eskalierte. Inzwischen haben die Verantwortlichen des Facebook-Accounts die Hassbekundungen jedoch von der Seite entfernt. „Leider mussten wir einige Kommentare löschen. Persönliche Angriffe und Anfeindungen dulden wir nicht“, heißt es in einem Statement der Betreiber des Tripsdrill-Accounts.

Neben der wütenden und enttäuschten Kommentare finden sich unter dem Posting des Vergnügungsparks jedoch auch milder gestimmte Beiträge. „Verständlich, wenn auch schade, aber bei dem Wetter* ist man halt machtlos“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Auch andere finden den Schritt nachvollziehbar und verweisen auf die großzügigen Gratis-Tickets. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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