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Chemie- und Pharmaindustrie im Südwesten mit rückläufigen Umsätzen

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Chemiebranche
Industrieanlagen stehen auf dem Werksgelände eines Chemiekonzerns. Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie erwartet dieses Jahr wenig Besserung der angespannten Lage. © Uwe Anspach/dpa

Für die chemische und pharmazeutische Industrie ist die Gasversorgung der Knackpunkt schlechthin. Die Stimmung in der Branche ist schlecht, die Prognosen skeptisch. Erste Daten für dieses Jahr untermauern das - und dürften sich auch auf die Tarifverhandlungen auswirken.

Baden-Baden (dpa/lsw) - Wenige Monate nach Beginn des Kriegs in der Ukraine und der dadurch ausgelösten Energiekrise sind die Folgen in der Chemie- und Pharmaindustrie in Baden-Württemberg spürbar. Die Umsätze der Branche waren im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig, wie ein Sprecher mitteilte. Details will Chemie.BW am Donnerstag (9.30 Uhr) in Baden-Baden bekanntgeben.

Als Chemie.BW treten die Verbände der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg gemeinsam auf. In ihnen sind demnach insgesamt 480 Mitgliedsunternehmen mit 108 000 Beschäftigten organisiert. Der Jahresumsatz betrug 2021 rund 46 Milliarden Euro.

In einer Blitzumfrage haben die Verbände ihre Unternehmen zur Lage und ihren Erwartungen befragt: «Die Unternehmen sind für den Rest des Jahres eher pessimistisch eingestellt», erklärte Björn Sucher, Hauptgeschäftsführer des Chemie-Arbeitgeberverbandes. Aus Sicht von Winfried Golla, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie Baden-Württemberg, sind insbesondere die explodierenden Energiekosten «bedrohliche Wettbewerbsnachteile für die Unternehmen».

Die andauernde Unsicherheit ist für Arbeitgeber-Vertreter Sucher ein Grund, in der Chemie-Tarifrunde weiter Investitionen dem Verteilen voranzustellen. Die Verhandlungen werden im Oktober fortgesetzt.

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