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Cellcentric fährt bei Brennstoffzellenfabrik zweigleisig

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Energieeffizient und ressourcenschonend: Brennstoffzellentechnologie wird bei Mobilität eine immer größere Rolle spielen
Energieeffizient und ressourcenschonend: Brennstoffzellen werden eine immer größere Rolle spielen. (Symbolfoto) © photo2000/imago

Trotz Fortschritten beim Aufkauf von Grundstücken für die geplanten Brennstoffzellenfabrik im schwäbischen Weilheim/Teck ist der Bau des Werks durch Cellcentric noch nicht endgültig unter Dach und Fach.

Weilheim/Teck (dpa/lsw) - Eine Unternehmenssprecherin sagte am Mittwoch, angesichts des ambitionierten Zeitplans für den Hochlauf der Serienproduktion müssten alle Restrisiken abgesichert werden. Daher werde Cellcentric parallel alternative Standorte und Szenarien für das Werk prüfen. Man hoffe aber, nicht auf andere Standorte umsteigen zu müssen.

Nach Angaben der Stadt sind inzwischen 94 Prozent des benötigten Grundstücks für das geplante Gewerbegebiet der Kommune zugesagt. Im Hinblick auf die noch offenen Restflächen für die Umsetzung des Ansiedlungsvorhabens sei ein gangbarer Weg aufgezeigt worden, der mit dem Zeitplan vereinbar sei. Baubeginn könnte demnach noch im Jahr 2023 sein.

Die Cellcentric-Sprecherin sagte, in den vergangenen Wochen habe ein signifikanter Fortschritt im Landerwerb erzielt werden können, mit dem die Grundvoraussetzung für die Ansiedlung geschaffen worden sei. „Die Stadt zeigt heute einen geeigneten Weg auf, der die Ansiedlungspläne von Cellcentric in dem vorgesehenen Projektzeitplan unterstützt.“

30 Hektar sind für das Gewerbegebiet Rosenloh vorgesehen. Bis Ende Oktober mussten die Gespräche mit den jeweiligen Eigentümern positiv abgeschlossen werden, wie die Kommune mitteilte.

Ende April hatten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde im Kreis Esslingen mehrheitlich für die Ausweisung des Gewerbegebiets gestimmt. Für das Vorhaben hatte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stark gemacht. Die Ansiedlung von Unternehmen im Südwesten ist nach den Worten Kretschmanns „Chefsache“.

Ein Sprecher der Landesregierung sagte, für Grün-Schwarz und die Stadt Weilheim sei die Ansiedlung von Cellcentric in Weilheim von größtem Interesse. „Für eine erfolgreiche Transformation und das Klima, aber auch deshalb, weil die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger von Weilheim dieses genauso sehen und im Frühjahr dieses Jahres für die Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebiets Rosenloh gestimmt haben.“ Die Umsetzung biete eine große Zukunftschance für die Stadt, das Land und die Menschen, die hier lebten und arbeiteten.

Cellcentric, ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler Truck und Volvo, will das Werk errichten und dort alternative Antriebe für schwere Lastwagen entwickeln. Beim Übergang vom Verbrennermotor zu neuen Antrieben setzt Daimler Truck auf Batterie und Brennstoffzelle. Der Hersteller sieht sich als Weltmarktführer für Nutzfahrzeuge und beschäftigt mehr als 100.000 Menschen.

Die Gemeinde erhofft sich von der Ansiedlung weitere Entwicklungschancen. Umweltschützer hatten den Flächenverbrauch und die ihrer Ansicht nach zu großzügige Planung des Gebiets kritisiert. Insgesamt sollen nach früheren Angaben in der Fabrik einmal rund 800 Menschen arbeiten.

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