Scherz mit Polizei

Unbekannter pflanzt kleine Cannabis-Plantage vor Polizeirevier - und die Beamten merken es nicht

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Vor dem Polizeirevier in Reutlingen konnten Passanten Kurioses beobachten. Am Eingang der Wache wuchsen offenbar Cannabis-Pflanzen – von den Polizisten vor Ort unbemerkt. 

  • Cannabis-Pflanzen wuchsen vor dem Polizeirevier in Reutlingen
  • Aufgrund von Bauarbeiten waren der Polizei die Cannabis-Pflanzen nicht aufgefallen
  • Zum Zeitpunkt der Entdeckung waren die Pflanzen bereits 25 bis 30 Tage alt

Reutlingen - So mancher Passant traute wohl seinen Augen nicht, als er Anfang Juni am Polizeirevier Reutlingen vorbeispazierte: Waren das wirklich Cannabis-Pflanzen, die da zwischen all dem Unkraut wuchsen? Betreibt die Polizei Reutlingen, die dem Landespolizeipräsidium in Stuttgart untergeordnet ist, seit Neuestem ihre persönliche Mini-Plantage?

Keine Sorge, selbstverständlich nicht. Aber irgendjemand habe sich da wohl einen Spaß erlaubt, wie ein Polizeisprecher dem Reutlinger Generalanzeiger mitteilte. Um die 20 bis 25 Cannabis-Pflanzen habe man vor dem Polizeirevier in Reutlingen gezählt. Während einiger Bauarbeiten sollen die nicht ganz so legalen Gewächse von einem unbekannten Täter heimlich eingepflanzt worden sein.

Cannabis-Pflanze

Reutlingen: Cannabis-Pflanzen vor Polizeirevier - Polizisten waren ahnungslos

Cannabis als Rauschmittel ist in Deutschland illegal. Es gibt jedoch Produkte auf dem Markt, die nur sehr wenig THC enthalten, welches für die psychoaktive Rauschwirkung verantwortlich ist. Bei einem Test nahm die Lebenmittelüberwachung in Baden-Württemberg 49 Proben und kam dabei zu einem fatalen Ergebnis.

Nach Größe der Cannabis-Pflanzen in Reutlingen, mussten sie zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung bereits etwa 25 bis 30 Tage alt gewesen sein. Schon klar, an der frischen Luft vor dem Revier der Polizei und bei viel Sonnenlicht und Regen fühlten sie sich vermutlich wohl und konnten unbemerkt in aller Öffentlichkeit gedeihen.

Wer weiß? Womöglich würden die Pflanzen auch heute noch eifrig weiterwachsen, hätte nicht ein Anrufer die Polizei auf die ungewöhnliche Begrünung ihres Reviers aufmerksam gemacht. Da die Beamten in Reutlingen in der Regel einen anderen Eingang benutzen, waren die Cannabis-Pflanzen für sie nämlich bis zuletzt unbemerkt geblieben.

Das gilt übrigens auch für den gründaumigen Täter – zu dessen Glück. Sollte er nämlich gefunden werden, könnten ihm für seinen kleinen Scherz strafrechtliche Konsequenzen drohen. Zumindest den Cannabis-Pflänzchen ging es bereits kurz nach ihrer Entdeckung an den Kragen. Die Begrünung des Reviers der Polizei in Reutlingen ist damit wieder ordnungsgemäß.

Bei dem Täter in Reutlingen handelte es sich aller Voraussicht nach nur um einen Scherzbold. Bei einer groß angelegten Razzia in Stuttgart dagegen kam es Mitte Juni zur Verhaftung von elf mutmaßlichen Mitgliedern eines Rauschgiftrings. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Cannabis und Kokain. Und auch gestern kam es wieder zu einer Wohnungsdurchsuchung mehrerer mutmaßlicher Rauschgifthändler in Degerloch. Dennoch ist die Anzahl der Verbrechen in Baden-Württemberg niedrig wie nie. Wie die Kriminalstatistik der Polizei zeigt gilt Reutlingen übrigens sicherste Großstadt des Bundeslands.

Rubriklistenbild: © Polizei Bonn/Angelika Warmuth/dpa/picture allia

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