Handel alarmiert

Lidl und Kaufland: Wegen „Bundesnotbremse“ drohen lange Warteschlangen vor Märkten

Menschen warten mit Einkaufswägen in einer Schlange vor einem Laden.
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Händler fürchten durch die Begrenzung der Kundenzahl in den Supermärkten lange Schlangen vor den Läden.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Im Zuge der „Bundesnotbremse“ sollen beim Einkaufen die Abstände unter den Kunden noch größer werden. Lidl und Kaufland halten die Regeln für kontraproduktiv. Dennoch ändert sich für Kunden hier einiges.

Neckarsulm - Mit der Bundesnotbremse werden die Corona-Regeln wieder geändert. Am Samstag gilt die Notbremse in allen Bundesländern, in Baden-Württemberg tritt sie schon am Freitag in Kraft. Für Gebiete mit einem Inzidenzwert von über 100 herrschen jetzt auch im Einzelhandel wieder strengere Bedingungen. Die Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch Kaufland gehört, sieht die neuen Regeln jedoch mit Skepsis.

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, befürchten Lidl und Kaufland durch die erneute Beschränkung der Einkaufsfläche pro Person lange Schlangen vor ihren Märkten. Die neuen Regeln zum Coronavirus in Baden-Württemberg sehen nämlich Folgendes vor:

  • Geschäfte mit weniger als 800 Quadratmetern dürfen nur eine Person pro 20 Quadratmeter einlassen (bisher galt eine Person pro 10 Quadratmeter).
  • Geschäfte ab 800 Quadratmeter dürfen nur eine Person pro 40 Quadratmeter einlassen (bisher galt eine Person pro 20 Quadratmeter).

„Die neue Vorgabe zur Kundenbegrenzung birgt aus unserer Sicht die Gefahr, zur Bildung von Warteschlangen vor den Filialen zu führen, statt Kundenströme zu entzerren“, teilte eine Sprecherin der Schwarz-Gruppe auf Anfrage der Lebensmittelzeitung mit. Gleichwohl setze man die Vorgaben in den Filialen von Lidl und Kaufland um - und halbiert die Anzahl der Einkaufswagen.

Handelsverband kritisiert Maßnahme: „Unnötige Infektionsmöglichkeiten“

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hält die strengeren Auflagen für kontraproduktiv. „Die damit verbundenen Menschenansammlungen werden unnötige Infektionsmöglichkeiten schaffen“, so der HDE. Vielerorts könnte der Wocheneinkauf in den Supermärkten also bald ziemlich ungemütlich werden.

Das ständige Hin und Her der Politik bei den Maßnahmen und Verboten zum Infektionsschutz zermürbt viele Bürger zunehmend. Die „Notbremse“ soll nun offensichtlich erstmal für eine längere Zeit gelten und tritt laut Bundesregierung „spätestens am 30. Juni 2021“ außer Kraft.

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