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Bürger sollen Müll auf Balkon lagern – „Eher kipp ich das Teil vor dem Rathaus aus“

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Von: Nadja Pohr

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Im Alb-Donau-Kreis und in Stuttgart gibt es zum Jahresbeginn Probleme bei der Müllentsorgung – das stinkt vielen Bürgern gewaltig. Der Rat des Entsorgungsunternehmens ist für sie ebenfalls weniger hilfreich.

Alb-Donau-Kreis/Stuttgart - Mit dem Jahreswechsel kamen auf einige Bürger in Baden-Württemberg Veränderungen beim Thema Abfallentsorgung zu. Unter anderem schaffte die Landeshauptstadt Stuttgart den Abfallkalender ab. Darüber hinaus wurde nun der Dienstleister gewechselt, der für die Entsorgung der Gelben Säcke verantwortlich ist und auch im Alb-Donau-Kreis kümmert sich künftig der Kreis um die Abholung der Mülltonnen.

In beiden Regionen kam es nun in den vergangenen Tagen vermehrt zu Beschwerden, denn das neue System funktioniert zum Teil noch überhaupt nicht. Im Alb-Donau-Kreis sorgt ein Vorschlag des neuen Entsorgungsunternehmens an die Bürger für großen Ärger und Unverständnis.

„Nicht zu glauben“: Bürger im Alb-Donau-Kreis sollen Müll auf Balkon oder im Keller lagern

Nach der Umstellung auf den neuen Abfallwirtschaftsbetrieb im Alb-Donau-Kreis müssen in allen Kommunen neue Mülltonnen ausgeliefert werden. Geplant war dies eigentlich noch im vergangenen Jahr zu erledigen, doch das funktionierte nicht, wie der SWR berichtet. 3.500 Tonnen müssten laut des Unternehmens noch ausgeliefert werden. Zu der Verzögerung komme es unter anderem auch, weil viele Anwohner wohl vergessen hätten, sich eine neue Tonne zu bestellen. Man gehe davon aus, dass es noch drei Wochen dauern werde, bis jeder Bürger versorgt ist. Die Entsorgungsfirma schlägt daher vor: Wer keine Mülltonne hat, solle seinen Rest- und Biomüll notfalls im Keller oder auf dem Balkon zwischenlagern.

Müllsäcke liegen auf einem Gehweg
Das Entsorgungsunternehmen im Alb-Donau-Kreis empfiehlt, den Bio- und Restmüll auf dem Balkon oder im Keller zu lagern. In Stuttgart sollen die nicht abgeholten Gelben Säcke einfach liegengelassen werden. (Symbolfoto) © dpa/Uwe Anspach

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Für die Menschen aus dem Landkreis in Baden-Württemberg eine blödsinnige Idee. „Und was machen Haushalte ohne Balkon? Keller haben auch nicht alle! Und im Keller oft auch untersagt“, gibt ein Facebook-Nutzer zu bedenken. „Ich glaube, langsam geht es los. Nicht zu glauben“, ärgert sich eine Userin. „Eher kipp ich das Teil vor dem Rathaus aus, wenn die es nicht abholen“, kommentiert ein weiterer. Ein Nutzer zeigt sogar etwas Verständnis für das Entsorgungsunternehmen und schreibt, die Leute seien selbst schuld, „wenn man zu doof ist“, sich rechtzeitig um eine neue Mülltonne zu kümmern.

Stuttgarts Konflikt mit den Gelben Säcken sei nur ein „Anfangsproblem“

In der schwäbischen Metropole Stuttgart sollte die ausgebliebene Entsorgung der Gelben Säcke bald wieder in den Griff bekommen werden. Die Stadt Stuttgart sowie die Abfallwirtschaft Stuttgart – die bei der Ankündigung der Neuerung davon ausging, die Bürger würden den Partnerwechsel gar nicht bemerken – hoffen, dass es nur ein „Anfangsproblem“ sei, wie sie gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ) äußerten.

„Den Bürgerinnen und Bürgern raten wir, die Abholung abzuwarten und die Gelben Säcke an Ort und Stelle zu belassen, damit diese im Falle einer verspäteten Abholung greifbar sind“, rät die Stadtverwaltung. Einige Stuttgarter im Netz erinnert das Szenario an ein ähnliches Ärgernis in Ludwigsburg. Dort gab es im Januar 2022 ebenfalls große Probleme bei der Müllentsorgung: Die Bürger fürchteten sich damals bereits vor Ratten.

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