Statement gegen Impfverweigerer

Boris Palmer wettert gegen Impfverweigerer: Begriff „Impf-Idioten“ ist angemessen

Boris Palmer steht vor einer Wand und trägt eine Schutzmaske.
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Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer spricht sich für die Verwendung des Begriffs „Impfidioten“ aus.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Boris Palmer ist dafür bekannt, offen seine Meinung zu sagen. Nun sprach sich der Grünen-Politiker für die Verwendung des Begriffs „Impf-Idioten“ aus.

Tübingen - Die Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg dauert bereits seit fast zwei Jahren an. In Teilen der Bevölkerung sind nicht nur die Maßnahmen der Landesregierung umstritten, sondern auch die Corona-Impfungen, die Ende des vergangenen Jahres aufgenommen wurden. Seit dem Beginn der Corona-Impfungen in Stuttgart und Baden-Württemberg wurden knapp 9 Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Dennoch gibt es immer noch einen großen Anteil, der eine Impfung aufgrund von verschiedenen Gründen abweist oder sogar gänzlich gegen eine Impfung ist.

Während der anhaltenden Corona-Krise in Baden-Württemberg sprach sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne), in seiner typischen deutlichen Art, immer wieder gegen Impfverweigerer aus. Boris Palmer will beispielsweise Impfverweigerer ins Gefängnis stecken und forderte, dass Impfverweigerer höhere Kassenbeiträge zahlen sollten. Nun positionierte sich der umstrittene Politiker mit einem Statement auf seiner Facebook-Seite noch deutlicher gegen Impfverweigerer und sprach sich für die Verwendung des Begriffes „Impfidioten“ aus.

Boris Palmer mit Statement gegen Impfverweigerer: „Es war wie Schachspielen mit Tauben“

Eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist laut Experten der wichtigste und zuverlässigste Schutz gegen eine Infektion. Daneben gelten in Baden-Württemberg auch Corona-Regeln, die es für ungeimpfte Bürger nahezu unmöglich machen, am sozialen Leben teilzunehmen. Dass bei einem Kino- oder Restaurantbesuch oder auch im öffentlichen Nahverkehr und vielen anderen Bereichen ein Impfstatus verlangt wird, trifft bei Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis. Die zunehmende Radikalisierung der Impfgegner und der Querdenken-Bewegung führten offenbar auch bei Boris Palmer zu einem Umdenken.

„Als Saskia Esken (SPD-Vorsitzende im Bundestag, Anm.d.Red.) vor einem Dreivierteljahr von Covidioten sprach, fand ich das daneben. Beschimpfungen überzeugen niemanden“, schreibt Boris Palmer in der Einleitung seines Statements auf Facebook. „Mittlerweile habe ich meine Meinung geändert. Den Begriff Impfidioten würde ich für angemessen halten.“ Im Laufe des vergangenen halben Jahres habe er immer wieder versucht, Impfgegner von der Wichtigkeit und der Wirksamkeit der Corona-Impfung zu überzeugen, so der OB weiter.

Das sei bei den betroffenen Facebook-Nutzern aber nicht angekommen. „Es war wie Schachspielen mit Tauben“, schreibt Boris Palmer. „In keinem einzigen Kommentar aus zehntausenden wäre zu erkennen gewesen, dass einer der Impfgegner verstanden hätte, wie überwältigend die Fakten für die Impfung sprechen.“ Stattdessen habe er täglich hundertfach Kommentare aus dem Querdenkerumfeld erhalten, „mit falschen Quellen, falschen Deutungen und falschem Verständnis von simplen Zusammenhängen“.

Laut Boris Palmer gibt es nur drei Handlungsoptionen gegen die Omikron-Variante

Seit dem Beginn der Corona-Krise ist das gefährliche Virus mehrfach mutiert und neue, oftmals noch ansteckendere Varianten, gelangten früher oder später auch nach Baden-Württemberg. Die erst kürzlich erstmals in Südafrika nachgewiesene Omikron-Variante des Coronavirus bereitet inzwischen auch dem Südwesten Sorgen. Beispielsweise gibt es derzeit noch Unklarheit darüber, wie wirksam die Schnelltests die Omikron-Variante nachweisen können. „Meine Hypothese ist, dass Omikron so ansteckend ist, dass die Zahl gleichzeitig kranker Menschen zum Problem der kritischen Infrastruktur einschließlich der Krankenhäuser werden könnte“, schreibt Boris Palmer. „Wenn das stimmt, gibt es drei Handlungsoptionen.“

  • 1.) Die Infektion laufen lassen bis zur Durchseuchung
  • 2.) Mit einem harten Lockdown die Kurve abflachen
  • 3.) Alle Erwachsenen rechtzeitig immunisieren

(Quelle: Boris Palmer)

Allerdings gibt der Oberbürgermeister von Tübingen zu bedenken, dass die Anzahl an schweren Corona-Verläufen bei der ersten Variante deutlich ansteigen würde. Gegen die zweite Variante spreche dagegen, dass Händler, Gastronomen, Kinobetreiber, Schulen und Kita die Rechnung zahlen müssten, obwohl sie nicht zur Überlastung der Intensivstationen beitragen. „Gegen Option 3 spricht nur der Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Bürger. Der ist zwar theoretisch bedeutsam, praktisch aber viel geringer als die Optionen 1 und 2“, schreibt Boris Palmer. „Und deswegen bin ich dafür, dass der Staat vor dem Höhepunkt der Omikronwelle die Grundimmunisierung durch eine Pflicht mit klaren Sanktionen herstellt.“

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