Kritik aus dem Internet

Boris Palmer sammelt Geld für OB-Wahl - „befremdlich, dass Sie auf Spenden angewiesen sind“

OB Boris Palmer
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Für seinen Wahlkampf für die OB-Wahl hat Boris Palmer zum Spenden aufgerufen und erste Erfolge erzielt.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Boris Palmer hat die Bürger zum Spenden aufgerufen, um seinen Wahlkampf zu finanzieren. Fast 24.000 Euro sind schon zusammengekommen, doch es gibt nicht nur Glückwünsche.

Tübingen - Wegen eines beginnenden Parteiausschlussverfahrens wird Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) bei der nächsten OB-Wahl nicht mehr auf seine Partei setzen können. Dies hat zur Folge, dass er sich seinen Wahlkampf selbst finanzieren muss. Sein Spendenaufruf kommt in den sozialen Medien nicht nur positiv an.

Boris Palmer hat sich von seiner Partei gelöst und wird bei der nächsten Oberbürgermeister-Wahl der Stadt Tübingen in Baden-Württemberg als unabhängiger Kandidat antreten. Durch verschiedene Kontroverse hatte sich Palmer zuletzt immer wieder bei den Grünen unbeliebt gemacht. Unter anderem hatte er im vergangenen Jahr interne Parteidokumente auf Facebook veröffentlicht.

Ohne die Unterstützung der Grünen muss Palmer nun seinen Wahlkampf selbst finanzieren. Hierzu hatte der Politiker am Montag (24. Januar) auf seiner Facebook-Seite zum Spenden aufgerufen und den ersten Erfolg nur zwei Tage später veröffentlicht: Fast 24.000 Euro sind es bereits. Für diesen Erfolg erntet Palmer jedoch nicht nur Glückwünsche.

Boris Palmer startet Spendenaufruf für Wahlkampf in Tübingen: Bürger finden es „befremdlich“

Unterstützer von Boris Palmer freuen sich über den bisherigen Spendenerfolg. „Das sind gute Nachrichten für Tübingen. Es zeigt sich, dass die Bürger honorieren, was Du in Deiner Amtszeit geleistet hast“, kommentiert ein Nutzer den Facebook-Beitrag des Oberbürgermeisters. Ein anderer ermutigt Palmer, so weiterzumachen und findet, man brauche Menschen mit Ecken und Kanten. „Bemerkenswert und gleichzeitig toll finde ich ihren offenen Umgang mit diesem Thema. Alle Achtung“, heißt es in einem anderen Kommentar.

Ein weiterer Nutzer schreibt, er fände es klasse, dass Palmer nun im Alleingang kandidiere. Allerdings halte er es auch „für ein wenig befremdlich, dass Sie auf Spenden angewiesen sind.“ Weitere Kommentare kritisieren die Art, wie Palmer seinen Wahlkampf finanziert, weitaus heftiger. „Wär ja auch undenkbar, dass so ein armer Mensch seinen Wahlkampf selber zahlt“, meint eine Nutzerin ironisch. „Millionär bettelt“, stichelt jemand anderes. „Hoffentlich scheitern Sie kläglich“, wünscht sich ein Mann.

Tübingens Oberbürgemeister Boris Palmer bleibt umstritten

Mit seiner polarisierenden Art eckt Boris Palmer nicht nur bei seiner Partei, sondern auch bei den Bürgern an. Gerne befeuert er Debatten rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg und sorgt damit für Aufmerksamkeit. Unter anderem forderte er bereits eine 5.000 Euro Strafe für Impfverweigerer oder machte den Vorschlag, Tübingen als Modellstadt für eine Impfpflicht zu nutzen. Zuletzt sorgte sein Auftritt bei der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ für erneute Diskussionen. Im Zuge der Impfdebatte forderte Boris Palmer das Ende aller Corona-Maßnahmen.

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