Unbeliebtes Parteimitglied

Grünen-Chef lästert über Boris Palmer - „Gibt zwei Versionen von ihm“

Der Tübinger Oberbürgermeister und Grüne-Politiekr Boris Palmer polarisiert mit seinen Äußerungen.
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Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer polarisiert mit seinen Äußerungen.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Boris Palmer erfreut sich in seiner Partei Bündnis 90/Die Grünen keiner großen Beliebtheit. Dies verdeutlicht auch ein Interview von Grünen-Chef Omid Nouripour.

Tübingen/Berlin - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) gibt seine Meinung gerne auf der Plattform Facebook kund. Durch die Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg, nahm seine Aktivität dort zuletzt deutlich zu und polarisierte immer mehr. Unter anderem wetterte er auf Facebook über Impfverweigerer und bezeichnete sie als „Impf-Idioten“ oder forderte, diese sogar ins Gefängnis zu stecken.

Mit einer rassistischen Äußerung gegenüber Dennis Aogo ging er jedoch selbst seiner Partei zu weit - Mitglieder forderten daraufhin Palmers Rauswurf aus der Partei. Als Konsequenz folgte ein Parteiausschlussverfahren der Landespartei in Baden-Württemberg, welches wiederum Tübingens OB selbst auf Facebook veröffentlichte. In einem Interview zog nun auch der neue Grünen-Chef Omid Nouripour über Boris Palmer her.

Grünen-Chef Nouripour lästert: „Gibt zwei verschiedene Boris Palmer“

Im Gespräch mit der Welt lästerte der neue Bundesvorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, über Boris Palmer und unterstellte ihm zwei verschiedene Persönlichkeiten. „Wenn ich ihn das nächste Mal sehe, werde ich ihn fragen, warum es einen analogen und einen digitalen Boris Palmer gibt, die nichts miteinander zu tun haben“, antwortete er auf die Frage, warum die Grünen Boris Palmer nicht aushalten würden. Dabei kritisierte er vor allem, dass viele Dinge, die er im Netz von sich gebe, im Widerspruch mit dem stehen würden, wofür die Grünen stünden.

Der neue Grünen-Chef Omid Nouripour (Foto) zog in einem Interview über Boris Palmer her und unterstellte diesem, zwei verschiedene Persönlichkeiten zu haben.

Boris Palmer kommentierte das Interview auf seiner Facebookseite gelassen. „Interessantes Interview. Ich freue mich auf den Anruf“, schrieb er. Darunter kommentierte ein Nutzer, dass der Grünen-Chef stolz darauf sein sollte, so einen Politiker in seinen Reihen zu haben. Ein anderer meint, dass Omid Nouripour wohl nicht der größte Freund von Palmer sei. Dies könnte auch der Grund sein, warum der Grünen-Chef sich im Interview nicht klar zu seiner Haltung gegenüber dem Ausschlussverfahren äußern wollte. „In diesem laufenden Verfahren möchte ich mich nicht einmischen“. Das macht einen User stutzig: „Er ist Parteivorsitzender und hat keine eigene Meinung dazu?“

Boris Palmer erfährt von den Grünen keine Unterstützung bei Tübinger OB-Wahl im Herbst

Im Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters von Tübingen wird Boris Palmer als unabhängiger Kandidat antreten. Omid Nouripour machte auch hier deutlich, dass Palmer keine Unterstützung zu erwarten habe: „Es gibt mit Ulrike Baumgärtner eine grüne Kandidatin, die zur OB-Wahl antritt und die unsere volle Unterstützung hat.“

Wahlkampf-Hilfe erfährt Boris Palmer dennoch genug, wie sein Spendenaufruf für die OB-Wahl im Herbst zeigt. In den vergangenen Tagen hatte er dadurch 100.000 Euro gesammelt. Auch eine Pro-Palmer-Liste, auf der Unterschriften gesammelt wurden, zeigt den Zuspruch. Allerdings zog dies auch Kritik auf sich, da darunter Fake-Unterschriften zu finden waren.

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