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Palmer als Rentner? Wenn es mit der Wiederwahl nicht klappt, hat er keinen Plan B

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Von: Nadja Pohr

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Boris Palmer
Boris Palmer will in Rente gehen, sollte es mit einer Wiederwahl zum Tübinger Oberbürgermeister im Herbst nicht klappen. © IMAGO/ULMER

Boris Palmer tritt bei der Oberbürgermeisterwahl im Herbst in Tübingen als unabhängiger Kandidat an. Sollte er scheitern, will er in den Ruhestand gehen.

Tübingen - Das Jahr 2022 war für Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bereits von einigen Hiobsbotschaften geprägt. Im April musste Palmer nach einer Klage vor Gericht, um seine in Tübingen eingeführte Verpackungssteuer kämpfen - und verlor. Die Tübinger Verpackungssteuer verstößt laut Gericht gegen das Bundesrecht. Nur wenige Tage später stand er erneut vor einem Richter, diesmal ging es um das Parteiausschussverfahren. Auch hier musste er einen Kompromiss hinnehmen: Tübingens OB muss seine Mitgliedschaft bei den Grünen bis 2023 ruhen lassen.

Eine letzte Hoffnung ist für Boris Palmer die Oberbürgermeisterwahl in Tübingen im Herbst. Schon zu Beginn des Jahres hat Palmer bekannt gegeben, dass er bei der OB-Wahl als unabhängiger Kandidat und nicht für die Grünen antreten wird. Die Partei geht stattdessen mit Ulrike Baumgärtner ins Rennen. Das Ergebnis wird für Palmer in jeglicher Hinsicht wegweisend sein.

Boris Palmer will im Falle einer Wahlniederlage in Rente gehen

Boris Palmer könnte mit einem Sieg den Grünen beweisen, dass er gefragt ist. Auf der anderen Seite weiß der amtierende OB allerdings auch, was passiert, wenn die Wiederwahl nicht klappt: Es wäre das endgültige Ende. Denn Boris Palmer hat im Falle einer Wahlniederlage keinen Plan B. „Wenn es mit der Wiederwahl nicht klappt im Herbst, werde ich Pensionär“, sagte der Tübinger gegenüber der Bild. Vorerst aber will sich Palmer weniger mit den sozialen Medien und mehr mit seinem Wahlkampf beschäftigen. Daher seien keine provokanten Sprüche von ihm im Netz zu erwarten.

Palmers Aktivität in den sozialen Medien handelte ihm nicht zuletzt das Ausschlussverfahren ein und sorgt darüber hinaus immer wieder für Diskussionen. Kürzlich teilte er auf Facebook beispielsweise eine Fotomontage von sich mit Dreadlocks oder präsentierte sich als „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. von Frankreich. Während einige sich wohl wünschen, dass er bald politisch nichts mehr zu melden haben könnte, feiern ihn wiederum auch Bürger aus Tübingen genau für seine offene Art.

Boris Palmer hat in seiner Amtszeit einiges in Tübingen erreicht

Ungeachtet von seinen Social-Media-Eskapaden hat Boris Palmer als Oberhaupt von Tübingen vieles erreichen können. „Ich bin zuversichtlich, dass die Menschen schätzen, was in den letzten 15 Jahren passiert ist“, sagt Palmer. Unter anderem wurde eine Tiefgarage für 1.100 Fahrräder und 72 Autos gebaut und der Technologiepark „Cyber Valley“ angesiedelt, der die Gewerbesteuer-Einnahmen der Stadt vervielfacht und Arbeitsplätze in Baden-Württemberg geschaffen hat. Auch die Verpackungssteuer habe bis zum Urteil Wirkung in Tübingen gezeigt.

„Für so einen Bürgermeister mit der Bilanz würden sich andere Städte alle 10 Finger lecken“, meint ein User dazu auf Palmers Facebookseite. „Der gute Boris geht einem schon manchmal auf die Nerven, aber er ist ein toller Bürgermeister“, pflichtet auch ein anderer Nutzer bei. Viele können auch daher nicht glauben, dass der Oberbürgermeister im Falle einer Wahlniederlage in Rente gehen wird. „Als Pensionär sehe ich Sie noch nicht“, schreibt ein User.

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