Aussagen im Internet

Grünen-Mitglied verrät: Auch Freunde von Boris Palmer „finden seine Äußerungen schrecklich“

Oberbürgermeister Boris Palmer bei einer Pressekonferenz in Tübingen
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Boris Palmer sieht selbst ein, dass er mit seinen Äußerungen nicht immer den richtigen Ton treffe (Symbolbild).
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Boris Palmer spaltet mit seinen Äußerungen im Internet die Meinung der Bevölkerung. Kritik erhält er dabei auch häufig aus seinem engeren Bekanntenkreis.

Tübingen - Die Meinungen zu Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) verhalten sich wie „Schwarz“ oder „Weiß“: Entweder man ist Fan von ihm oder genervt. Etwas dazwischen scheint es für viele in der Bevölkerung nicht zu geben. Klar ist, dass der Grünen-Politiker mit seinen Äußerungen im Internet schon mehrmals für Aufregung sorgte und das der Grund für das Parteiausschlussverfahren gegen Boris Palmer ist.

Während kürzlich der neue Grünen-Chef über Boris Palmer lästerte und ihm zwei Persönlichkeiten unterstellte, erhält der Oberbürgermeister dennoch weiterhin genügend Rückendeckung aus der Partei. Sein Anwalt Rezzo Schlauch verteidigt Palmer nicht nur im Ausschlussverfahren, sondern ebenso in der Öffentlichkeit. Aufgrund der Leistungen des Tübingers sei ein Ausschluss seiner Meinung nach eine „politisch und rechtlich grobe Fehlleistung“.

Freunde von Boris Palmer „finden es schrecklich, wie er sich äußert“

In einem Interview spricht die Kontext:Wochenzeitung mit weiteren Unterstützern über Boris Palmer. Neben dem grünen Urgestein von Tübingen, Bruno Gebhart, kommt auch Christoph Melchers zu Wort. Als Grünen-Mitglied unterstützt er den Wahlkampf für Palmers OB-Kandidatur im Herbst und ist darüber hinaus auch dessen Nachbar.

Christoph Melchers gibt im Interview zu, dass Boris Palmer auch von seinem engeren Bekanntenkreis kritisiert wird: „Sogar seine besten Freunde finden es gelegentlich schrecklich, wie er sich äußert.“ Dennoch könne man Tübingens OB nicht als Ausländerfeind bezeichnen. Ähnlich sieht das auch Boris Palmer selbst, der sich aufgrund einer Äußerung gegenüber Fußballer Denis Aogo als Opfer der Cancel Culture wahrnimmt.

Boris Palmer: „Treffe in bestimmten Situationen nicht die angemessene Wortwahl“

„So weit ich sehen kann, werfen mir nicht mal die schärfsten innerparteilichen Kritiker vor, dass ich im Amt – in der Tat – Fehler mache“, sagt der Oberbürgermeister selbstbewusst. Tübingen stehe in Baden-Württemberg, was die Grünen-Politik angehe, als Vorreiter da. Das sieht auch sein Anwalt Rezzo Schlauch so.

Boris Palmer nehme die Kritik aus seinem Umfeld dennoch an und weiß, dass er „in bestimmten Situationen nicht die angemessene Wortwahl“ treffe. Allerdings werde er weiterhin das sagen, was er für notwendig halte.

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