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Palmer verärgert mit Feminismus-Aufruf - „Ihr Geschwätz ist mittlerweile mehr als unerträglich“

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Von: Nadja Pohr

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Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bei einer Pressekonferenz
Boris Palmer fordert von den Grünen sich auf „ihre Wurzeln zu besinnen“: Feminismus und Toleranz (Symbolbild). © ULMER/IMAGO

Ein Ausschnitt aus dem neuen Buch von Alice Schwarzer nimmt Boris Palmer zum Anlass, die Grünen zu kritisieren. Er fordert, sich auf Feminismus und Toleranz zu besinnen.

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) steht weiterhin im Konflikt mit seiner Partei Bündnis 90/Die Grünen. Während gegen Palmer ein Parteiausschlussverfahren wegen einiger umstrittener Aussagen im Internet läuft, scheut er sich nicht davor, die Grünen zu kritisieren.

Unter anderem schießt Boris Palmer auf Facebook gegen seine Partei und unterstellt ihr, dass sie jeden als Rassisten niederknüppeln würde, der ihnen widerspricht. Dies sei laut Palmer auch der Grund für sein Ausschlussverfahren. Sein Anwalt Rezzo Schlauch feuert ebenfalls gegen das Vorgehen der Grünen-Abgeordneten aus Baden-Württemberg und spricht von einer „politisch und rechtlich groben Fehlleistung“. Boris Palmer sei für die Partei ein Vorreiter in vielen Dingen gewesen.

Den erneuten Anlass für Kritik von Boris Palmer bietet nun die Veröffentlichung eines Ausschnitts aus einem neuen Buch von Alice Schwarzer in der Zeit. Darin äußert die bekannte Feministin ihre Meinung zu einem geplanten Gesetz der geschlechtlichen Selbstbestimmung und kreidet das Verhalten der Grünen an. Tübingens OB schließt sich dieser Meinung an.

Boris Palmer rät den Grünen, sich beim Thema Feminismus „auf ihre Wurzeln“ zu besinnen

„Alice Schwarzer hat ein Buch geschrieben, das verteidigt, wofür die Grünen einmal gegründet wurden: Feminismus und Toleranz“, schreibt Boris Palmer auf Facebook. „In einer Zeit, in der feministische Außenpolitik an harte militärische Grenzen stößt, täte meine Partei gut daran, sich auf ihre Wurzeln zu besinnen“, rät er. Für Palmer sei Feminismus weiterhin notwendig, um „das Patriarchat zu überwinden.“

Mit seiner Meinung stößt Boris Palmer allerdings auf wenig Verständnis im Internet. „Wenn Palmer über Feminismus redet und dafür Alice Schwarzer zur Zeugin nimmt, kann ich nur noch lachen“, schreibt eine Userin. „Ihr Geschwätz und der Geltungsdrang, zu allem und jedem was sagen zu müssen, ist mittlerweile mehr als unerträglich“, kritisiert ein anderer. Weitere Nutzer sind der Meinung, man habe momentan andere Probleme, als sich damit zu beschäftigen. Dennoch gibt es auch Zuspruch in den Kommentaren unter dem Beitrag, der viele offenbar „zum Nachdenken“ anregt.

Palmer warnt vor „radikalen Transaktivisten wie Maike Pfuderer“

In seinem Beitrag zieht Boris Palmer auch über seine Kritikerin Maike Pfuderer (Grüne) her. Die Politikerin aus Stuttgart bezeichnet er als „radikale Transaktivistin“. Pfuderer und Palmer führen seit mehreren Jahren Streitigkeiten. Im Interview mit fr.de* berichtet Maike Pfuderer davon, wie der Oberbürgermeister sie misgenderte, den abgelegten Namen nannte und somit gegen das Offenbarungsverbot des Transsexuellengesetzes verstieß. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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