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Die Grünen und das Palmer-Problem: Der OB denkt gar nicht erst daran, seinen Stil zu ändern

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Von: Niklas Noack

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Boris Palmer freut sich nach seiner Wiederwahl als Oberbürgermeister von Tübingen.
Boris Palmer will nach seiner Wiederwahl als Oberbürgermeister von Tübingen seiner Linie treu bleiben. © Bernd Weißbrod/dpa

Boris Palmer wurde als Oberbürgermeister in Tübingen wiedergewählt. Doch wie geht seine Partei damit um?

Tübingen - Es war eine Wahl, bei der für Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer einiges auf dem Spiel stand. Er hätte seine Politikerkarriere beendet, wäre er im ersten Wahlgang nicht vorne gelegen. Dies hatte er zumindest zuvor selbst angekündigt.

Doch die Tübinger (52,4 Prozent) schenkten ihrem umstrittenen OB für weitere acht Jahre das Vertrauen und stellen damit Palmers Partei auf eine harte Probe. Denn bei den Grünen hat der ein oder andere darauf gehofft, dass sich die Bewohner der baden-württembergischen Studentenstadt gegen den polarisierenden Rathauschef entscheiden und sich damit ein Problem von alleine löst.

Boris Palmer: Das Problem der Grünen

Das Problem, wie die Grünen mit ihrem Skandalpolitiker künftig umgehen sollen. Denn aufgrund mehrerer rassistischen Äußerungen wurde bereits ein Parteiausschlussverfahren gegen Palmer eingeleitet. Statt dies zu vollziehen, einigten sich die Grünen jedoch darauf, seine Mitgliedschaft bis 2023 ruhen zu lassen. Bei der Tübinger Wahl trat er als unabhängiger Kandidat an.

Mit Palmers Wiederwahl stellt sich jetzt aber erneut die Frage, wie seine Zukunft bei den Grünen aussieht. Baden-Württembergs Grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann ging bereits mit versöhnlichen Worten auf den OB zu und setzt darauf, dass Palmer wieder ein ordentliches Parteimitglied wird. Er nannte ihn einen „erfolgreichen Oberbürgermeister, vor allem in den grünen Kernthemen“.

Boris Palmer denkt gar nicht daran, sich zu ändern

Andere ärgerten sich derweil über Palmers Wiederwahl, wie der Berliner Grünen-Abgeordnete Vasili Franco. Der schrieb bei Twitter: „Mit Boris Palmer hat Deutschland jetzt den ersten AfD Oberbürgermeister. Traurig!“. Kurze Zeit später löschte er den Post und schrieb stattdessen: „Es ist 2022 und Rassismus ist immer noch kein Ausschlusskriterium.“

Und was sagt Palmer? Der sieht hinsichtlich seines Auftretens keinen großartigen Grund zur Selbstreflexion und sagte: „Warum sollte ein Oberbürgermeister, der zum dritten Mal mit absoluter Mehrheit gewählt wird, seinen Stil ändern?“

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