„Neue Energie tanken“

Konzern schenkt 51.000 Mitarbeitern Urlaub - als Dank für ihren Einsatz in der Coronakrise

Ein Mitarbeiter von Boehringer Ingelheim steckt Kabel an einem Server ein
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Boerhinger Ingelheim schenkt Mitarbeitern Urlaub - als Dank für ihren Einsatz in der Coronakrise
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    vonJulian Baumann
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Durch die Corona-Pandemie mussten die Mitarbeiter vieler Unternehmen ihren Arbeitsalltag drastisch umstellen. Ein Konzern würdigt den Einsatz mit bezahltem zusätzlichem Urlaub.

Ingelheim/Biberach - Die weltweite Corona-Pandemie hat den Alltag der Bevölkerung grundlegend verändert. Das Coronavirus in Baden-Württemberg hatte beispielsweise eine fatale Wirkung auf die Wirtschaft und führte bei vielen Unternehmen zu Stellenabbau und Jobverlusten. Doch auch die Mitarbeiter von Unternehmen, die besser durch die aktuelle Krise gekommen sind, mussten ihren gewohnten Arbeitsalltag stark verändern und oftmals unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Das größte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland schenkt den Mitarbeitern weltweit nun bezahlten Extra-Urlaub.

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ging aus einem bereits 1817 in der Landeshauptstadt Stuttgart gegründeten Unternehmen hervor. Das Kerngeschäft des Konzerns mit Hauptsitz in Ingelheim am Rhein (Rheinland-Pfalz) ist das Erforschen, Entwickeln, Herstellen und Vertreiben von Arzneimitteln für Menschen und Tiere. Die Mitarbeiter des Pharmaunternehmens erhalten zum Jahresende weltweit zusätzlichen bezahlten Urlaub, wie ein Sprecher gegenüber BW24 erklärte. Damit würdigt Boehringer Ingelheim den Einsatz der Mitarbeiter während der Corona-Krise.

Boehringer Ingelheim: Konzern gewährt Mitarbeitern als Zeichen der Würdigung bezahlten Urlaub

Während viele Unternehmen ihre Mitarbeiter durch die Corona-Pandemie in Kurz- oder Zeitarbeit mit Gehaltskürzungen schicken müssen, ist die Geste des Konzerns Boehringer Ingelheim den Mitarbeitern bezahlten Extra-Urlaub zu gewähren, auf den ersten Blick ungewöhnlich. „2020 war ein außergewöhnliches Jahr, das allen viel abverlangte“, sagte Matthias Reinig, der Leiter der Unternehmenskommunikation von Boehringer Ingelheim, gegenüber BW24. Die Organisation habe sich schnell darauf eingestellt, die meiste Zeit des Jahres von zu Hause aus arbeiten zu müssen oder unter entsprechenden Schutzmaßnahmen vor Ort zu arbeiten.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Arbeits- und Privatleben haben auch den Mitarbeitern bei Boehringer Ingelheim einiges abverlangt. Man sei sich der Auswirkungen bewusst, die dies auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden haben kann, sagte Reinig. „Wenn wir den Kolleginnen und Kollegen am Ende dieses Jahres eine Woche frei geben, können sie sich ausruhen, entspannen und neue Energie tanken.“ Am gestrigen Dienstag, dem 17. November, habe die Unternehmensleitung die Mitarbeiter per Videobotschaft darüber informiert, dass das Unternehmen vom 24. Dezember bis zum 4. Januar kollektiv Urlaub nehmen werde.

Boehringer Ingelheim: Extra-Urlaub auch für die Mitarbeiter am Standort in Biberach

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat weltweit eine Mitarbeiterzahl von rund 51.000 (Stand: 2019). Neben dem Hauptwerk in Ingelheim am Rhein ist der Standort im baden-württembergischen Biberach an der Riß mit seinen 6.400 Mitarbeitern der zweitgrößte Unternehmensstandort und der größte Forschungsstandort des Konzerns. Der Extra-Urlaub wird jedoch allen Mitarbeitern weltweit gewährt. „Indem alle Kolleginnen und Kollegen weltweit im gleichen Zeitraum bezahlten Urlaub haben, können sie wirklich von der Arbeit abschalten und eine schöne Zeit mit ihren Freunden und Lieben verbringen“, sagte Reinig gegenüber BW24.

Laut Reinig werde jedoch sichergestellt, dass der zusätzliche Urlaubsanspruch keine Auswirkungen auf die Versorgung von Patienten mit innovativen Arzneimitteln sowie auf die Dienstleistungen von Boehringer Ingelheim haben werde. „Mitarbeitende, die in der letzten Dezemberwoche keinen einwöchigen Urlaub nehmen können, erhalten ihre Freistellung Anfang 2021.“ Dazu gehören nach Angaben des Sprechers Mitarbeiter in bestimmten Bereichen von Forschung und Entwicklung, Produktion, Medizin, Standortbetrieb und Unternehmensfunktion.

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