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Coronavirus: Polizei in Sindelfingen überwacht Bürger mit Drohnen

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Von: Sabrina Hoffmann

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Das Coronavirus in Baden-Württemberg fordert von der Polizei besondere Maßnahmen. In Sindelfingen setzt sie Drohnen ein, um die Einhaltung des Kontakt- und Versammlungsverbots zu prüfen. 

Sindelfingen – In Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg nutzt die Polizei in Sindelfingen, Landkreis Böblingen, Drohnen, um die Einhaltung des Kontaktverbots zu prüfen. Ein Beispiel dafür ist die Überwachung eines Einkaufszentrums in Sindelfingen. Hier fliegt die Polizei immer wieder Einsätze, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu verhindern, wie ein Sprecher der Polizei Sindelfingen BW24 bestätigte.

Vor dem Einkaufszentrum in Sindelfingen treffen sich laut Polizei regelmäßig Gruppen und trinken Alkohol - trotz Kontaktverbot, das wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt. Das Gebiet sei allerdings durch Fußstreifen der Polizei nur schwer einsehbar, weshalb man auf Drohnen zurückgreife, erklärt Polizeisprecher Peter Widenhorn gegenüber BW24. Wird dann ein Verstoß gegen das Coronavirus-Kontaktverbot von Baden-Württemberg festgestellt, könne eine Streife vorbeigeschickt und die Verantwortlichen zur Rede gestellt werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei Sindelfingen kontrolliert mit Drohnen

Eine Drohne der Polizei NRW schwebt vor dem Fernsehturm in Düsseldorf in der Luft
Die Polizei setzt im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg Drohnen ein - ebenso wie hier in NRW © Federico Gambarini/dpa

Ende April sorgte eine Drohne in Sindelfingen für Aufregung, die wiederholt über Reihenhäusern und privaten Gärten stehenblieb. Ebenfalls eine Kontrollmaßnahme im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg? Ein Beobachter meldete dies der Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung, die darüber berichtete. Eine Drohne der Polizei sei es allerdings nicht gewesen, betonte Polizeisprecher Peter Widenhorn auf Anfrage der SZ/BZ. Es könnte also eher die Freizeitbeschäftigung eines gelangweilten Bürgers gewesen sein.

Laut Drohnen-Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sind Flüge über Wohngrundstücke grundsätzlich verboten – auch für die Polizei in Baden-Württemberg. Beamte müssen sich wie Hobbypiloten an alle Regeln der Verordnung halten, es sei denn, es liegen Ausnahmegenehmigungen vor. Außerdem fänden keine proaktiven Drohnen-Flüge statt, sagte Peter Widenhorn von der Polizei Sindelfingen zu BW24. Nur ein akuter Einsatz, etwa im Rahmen der Corona-Verordnung in Sindelfingen, rechtfertige die Verwendung einer Drohne.

Verstoß gegen Coronavirus-Kontaktverbot: Kann Polizei mit Drohnen Gesichter identifizieren?

Laut Pressesprecher Peter Widenhorn kämen Drohnen nicht nur im Rahmen des Coronavirus in Baden-Württemberg zum Einsatz, sondern länderübergreifend. Auch die Polizei NRW testet den Einsatz von Drohnen in der Corona-Krise. Von Science-Fiction-Szenarien ist man allerdings noch weit entfernt: Eine Identifikation von Personen sei mit den Kameras der Drohnen nicht möglich, sagt der Polizeisprecher von Sindelfingen. Optisch unterscheiden sich die Geräte nicht von handelsüblichen Drohnen – ein Blaulicht sucht man also vergebens. 

Die Polizei steht wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise bereits in der Kritik. So prangerte die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) an, dass die Polizei in Baden-Württemberg jetzt auf Daten von Coronavirus-Infizierten zugreifen kann. Bei Twitter schrieb sie: „Die Polizei macht jetzt wohl in Baden-Württemberg Jagd auf Corona-Infizierte. Sie erhält Zugriff auf die Daten der Gesundheitsämter. Brechen jetzt alle Dämme?

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