Proteste werden laut

Tausende Eltern wehren sich gegen Maskenpflicht bei Kindern: „Wollen unsere Würde zurück“

Grundschülerinnen sitzen mit Maske in einem Klassenzimmer.
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Dass schon Kinder in der Grundschule an die Maskenpflicht gebunden sind, stört einige Eltern.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Mehr als 500 Eltern aus dem Landkreis Calw haben sich in einer WhatsApp-Gruppe vernetzt. Dort rufen sie zum Protest gegen die Maskenpflicht für Grundschüler in Baden-Württemberg auf. Damit sind sie nicht alleine.

Calw - Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Landesregierung entschieden, dass die Maskenpflicht ab sofort auch für Grundschüler gelten soll. Nun werden Proteste der Eltern laut. Mit der neuen Maßnahme zum Infektionsschutz sind einige nicht einverstanden. Sie fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder.

Auf WhatsApp haben sich mehr als 500 Eltern aus dem Landkreis Calw vernetzt, um sich gemeinsam gegen die Vorschrift einzusetzen. Damit sind sie nicht alleine: Auch auf Facebook wächst eine Gruppe von derzeit 2.000 Eltern aus ganz Baden-Württemberg, die gegen die Maßnahme protestierten.

Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, haben Eltern in Calw am Samstag Plakate vor dem Rathaus niedergelegt, um ihrem Ärger Luft zu machen. Auf den Schildern steht in großen Lettern „Freiheit“ und „Wir wollen unsere Würde zurück“. Susanne Schober, eine der Initiatoren des Protestnetzwerks, sagte der Zeitung: „Wir sehen gerade bundesweite Protestaktionen von Eltern, die ihren Unmut und ihre Angst vor schädlichen Nebenwirkungen der Maskenpflicht bei Kindern ausdrücken.“ Der Einsatz einer medizinischen Maske bei Grundschulkindern habe keine Zulassung der Hersteller.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Kinder konnten nicht richtig atmen und hatten Kopfschmerzen“

Konkret beschreibt Schober ihr Anliegen so: „Wir erwarten von der Politik, dass eindeutige Studien vorgelegt werden, die eine physische und psychische Unbedenklichkeit der Schutzmaßnahmen bescheinigen.“ Bis dahin müsse die Maskenpflicht für Grundschulen ausgesetzt werden. Die Forderung haben die Eltern auch in einem Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zum Ausdruck gebracht.

Knapp 2.000 Eltern aus ganz Baden-Württemberg haben sich seit kurzem in der Facebookgruppe „Keine Maskenpflicht für Grundschulkinder/Schulkinder“ zusammengetan. Auch hier werden Stimmen laut, die eine Gefahr der Masken für Grundschüler sehen. „Ich habe mitbekommen, dass ein paar Kinder nach der Schule sich beklagt hatten, dass sie Kopfschmerzen haben, sie konnten nicht richtig atmen“, schreibt eine Mutter. „Sie durften die Maske die ganze Zeit nicht absetzen. Sogar im Freien nicht. Einmal nur, um kurz etwas zu essen und zu trinken.“ Sie hoffe, dass die Mütter die Kinder Zuhause lassen.

„Es gibt effektivere Maßnahmen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen“

Auch die Gründerin der Gruppe, Alexandra Schweimler, meldete sich in einem YouTube-Video zu Wort. „Wir können etwas bewegen, wenn wir viele Eltern sind, die ihre Stimme erheben“, betont sie. Es gehe ihr dabei nicht darum, Corona zu leugnen - „dafür habe ich die Gruppe nicht gemacht und das ist auch nicht meine Aufgabe oder meine Meinung.“ Vielmehr glaube sie daran, dass es effektivere Maßnahmen gebe, um sich vor Corona zu schützen.

„Die Politik hatte lange Zeit - und sie haben nichts daraus gemacht“, bemängelt Schweimler. So gebe es keine Luftfilter in Klassenräumen oder Kindergärten, die nachweislich etwas bringen würden. „Ich habe mich mit verschiedenen Ärzten unterhalten - auch Kinderärzte - die alle sagen, das ist nicht gut für die Kinder.“ Ebenso sei die Maske aus pädagogischer Sicht fragwürdig, da die Kinder untereinander keine Mimik mehr erkennen könnten.

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