Autobahndreieck Leonberg 

Irrer Größenwahn: Veranstalter der Corona-Demos scheitert mit Plan für die Autobahn A8

Stau auf der A8 am Autobahndreieck Leonberg.
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Stau auf der A8 am Autobahndreieck Leonberg.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Gegen die Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg soll bald in noch größerem Stil demonstriert werden: Auf der A8, die extra dafür gesperrt werden soll. 

  • Gegen die Maßnahmen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg finden seit Wochen Proteste statt.
  • Der Initiator der Corona-Demo in Stuttgart würde gerne mit noch mehr Menschen gegen die Maßnahmen zum Infektionsschutz protestieren.
  • Für eine der nächsten Corona-Demos soll die Autobahn A8 und die A81 am Autobahndreieck Leonberg gesperrt werden.

Leonberg - Eigentlich hatte Michael Ballweg ja angekündigt, keine Corona-Demo mehr zu organisieren. Die Proteste gegen die Maßnahmen zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sollten in Zukunft andere planen, hatte er gesagt.

Stattdessen macht der Gründer der „Initiative Querdenken“ jetzt mit einem Plan auf sich aufmerksam, der an Größenwahn grenzt: Eine Sperrung der Autobahn A8 und der A81 am Autobahndreieck Leonberg – des am stärksten befahrenen Autobahnabschnitts in Baden-Württemberg. Die Teilnahme an der Corona-Demo soll nicht nur zu Fuß, sondern auch im Auto möglich sein, so die dpa

Coronavirus in Baden-Württemberg: Corona-Demo soll provozieren - durch Sperrung der A8

Die A8 ist berüchtigt. „Willkommen in Stuttgart, wir haben noch Parkplätze auf der A8 frei.“ Dieser Spruch sagt alles: Wer über die Autobahn nach Stuttgart fährt, muss sich darauf einstellen, im Stau zu stehen. Der Abschnitt zwischen Autobahndreieck Leonberg und dem Autobahnkreuz Stuttgart ist mit durchschnittlich 154.000 Fahrzeugen in 24 Stunden der am stärksten befahrene in Baden-Württemberg, wie die dpa berichtet.

Vielleicht hatte der Initiator der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen, die regelmäßig in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg stattfinden, gerade deshalb die Idee, sie für eine Corona-Demo am 7. Juni komplett sperren zu lassen. Die Aktion soll provozieren. Die Sperrung der Autobahn soll noch mehr Aufmerksamkeit auf den Protest gegen die Maßnahmen lenken, die die Landesregierung von Baden-Württemberg wegen des Coronavirus erlassen hat. Das ist gelungen. Aber ob man so mehr Unterstützung in der breiten Bevölkerung findet, ist fraglich. 

Veranstalter der Corona-Demo: Sperrung der Autobahn lediglich aufgeschoben 

Die Corona-Demo wird jedenfalls vorerst nicht auf der Autobahn stattfinden. Die Menschen, die gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg demonstrieren wollen, werden dies am 7. Juni nicht auf der A8 oder der A81 tun. Das „Fest für Freiheit und Frieden“, wie die Veranstalter es nennen, wird - etwas weniger spektakulär - auf einem ehemaligen Golfplatz stattfinden. Darauf haben sich die Initiatoren mit der Stadt Leonberg geeinigt. Unter anderem, weil das Sicherheitskonzept der Veranstaltung die Behörden nicht überzeugte. Die Corona-Demo wurde zu einem peinlichen Flop - die Veranstalter mussten Teilnehmer dazu erfinden.

Die Sperrung der Autobahn ist jedoch noch nicht vom Tisch. „Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben“, sagte der Initiator der Corona-Demos Michael Ballweg laut der dpa. „Wir werden das Konzept weiter ausarbeiten und detaillieren.“ Auch der Landtag von Baden-Württemberg veröffentlichte die Meldung auf seiner Website. Auf dem Weg zu einer Corona-Demo in Bad Cannstatt waren am 16. Mai drei Teilnehmer von Unbekannten zusammengeschlagen und teils lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei Stuttgart ermittelt nach dem Angriff auf die Demonstranten wegen versuchter Tötung.

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