„Zweitimpfung? Auf keinen Fall!“

Nebenwirkung von BioNTech? Heidelberger (60) erleidet einen Herzinfarkt

  • VonRobin Eichelsheimer
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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Herzmuskelentzündungen und einer Impfung mit BioNTech? Nach Israel werden auch in Deutschland immer mehr Fälle bekannt – so auch in Heidelberg:

Während die Corona-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson aufgrund von vermehrten Berichten über schwere Nebenwirkungen wie potenziell tödlich verlaufenden Hirnvenenthrombosen in der Vergangenheit für reichlich Verunsicherung unter den Impfwilligen in Deutschland gesorgt hatten, genießt das Vakzin des Mainzer Herstellers BioNTech einen weitaus besseren Ruf. Doch der hat jüngst vor allem durch zahlreiche Fälle von Herzmuskelentzündungen in Israel in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit „Comirnaty“ einen Riss bekommen.

Während das israelische Gesundheitsministerium die Fälle prüft, hat das Mainzer Unternehmen bereits verkündet, kein höheres Aufkommen von sogenannten Myokarditis-Fällen in Verbindung mit der Verabreichung des BioNTech-Impfstoffs beobachtet zu haben. Wie HEIDELBERG24* berichtet, werden nun auch in Deutschland immer mehr Fälle von Herzmuskelentzündungen bekannt – darunter auch in Heidelberg.

NameBioNTech SE
Gründung2008
CEOUğur Şahin
CMOÖzlem Türeci
HauptsitzMainz
Tochtergesellschaften BioNTech Innovative Manufacturing Services GmbH, BioNTech US Inc.

Impfung mit BioNTech: Über 60 Fälle von Herzmuskelentzündungen in Israel – auch in Deutschland häufen sich die Fälle

In einer vorläufigen Studie wurden in Israel bei über 5 Millionen Geimpften insgesamt 62 Fälle von Herzmuskelentzündungen ermittelt. Bei den Betroffenen handelt es sich in erster Linie um Männer unter 30 Jahren, eine Myokarditis wurde hauptsächlich nach der zweiten Impfung festgestellt. 60 Patienten mussten stationär behandelt werden, konnten das Krankenhaus aber im Anschluss wieder gesund verlassen. Für eine 22-jährige Frau und einen 35-jährigen Mann aus Israel endete die Erkrankung tödlich – beide sollen Medienberichten zufolge bis zur Impfung gesund gewesen sein.

In Deutschland wurden dem Paul-Ehrlich-Institut bislang 7 Myokarditis-Fälle (Stand: 27. April) nach einer Impfung mit dem Vakzin von BioNTech gemeldet – dabei handelt es sich um Patienten im Alter zwischen 23 und 89 Jahren. Einer Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts zufolge trat bei diesen die Herzmuskelentzündung „wenige Stunden bis vier Tage nach der Impfung auf.“

Hintergrund: Was ist eine Myokarditis?

Bei einer Myokarditis handelt es sich um eine Entzündung des Herzmuskels. Diese kann akut oder chronisch verlaufen und die Herzmuskelzellen beschädigen. Die häufigsten Beschwerden bei einer Myokarditis sind Atembeschwerden oder Herzklopfen, aber auch Müdigkeit und Fieber können auftreten. Es gibt diverse Ursachen, die eine Herzmuskelentzündung auslösen können – begünstigt wird diese beispielsweise durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren. In vielen Fällen verläuft sie symptomfrei und heilt oft folgenlos aus. Es kann aber auch zu Spätfolgen wie Herzschwäche kommen. Selten gibt es tödliche Verläufe durch Herzversagen.

Während für die finale Bewertung, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den Herzproblemen und einer Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff gibt, noch weitere Informationen ausstehen, erklärte das Mainzer Unternehmen gegenüber der BILD, dass es aktuell keine Hinweise darauf gäbe, dass Myokarditis ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung des Impfstoffs darstelle: „Nebenwirkungen werden kontinuierlich und gründlich überprüft. Wir haben beim Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung kein höheres Aufkommen von Myokarditis-Fällen nach der Impfung mit unserem COVID-19-Impfstoff beobachtet. Ein kausaler Zusammenhang mit dem Impfstoff ist nicht nachgewiesen worden.“

Nebenwirkung nach BioNTech-Impfung? Weitere Myokarditis-Fälle in Deutschland

Unterdessen wurden in Baden-Württemberg mindestens zwei weitere Myokarditis-Fälle bekannt – neben einem 18-jährigen Schüler aus Heilbronn, der mit Herzproblemen auf der Intensivstation behandelt werden musste, wurde auch bei Ralf B. (60, Name wurde von der Redaktion geändert) aus Heidelberg im Anschluss an die Impfung mit dem Wirkstoff von BioNTech eine Herzmuskelentzündung festgestellt.

Der 60-Jährige wurde am 16. März im Zentralen Impfzentrum Heidelberg mit „Comirnaty“ gegen das Coronavirus geimpft – wie er gegenüber HEIDELBERG24 erklärt, zählte er als Kontaktperson zu seinen pflegebedürftigen Eltern zu den Impfberechtigten. Trotz Vorerkrankungen wie einem leichten Herzinfarkt vor sechs Jahren und seiner Non-Hodkin-Lymphom-Diagnose vor zwölf Jahren, hatte der Heidelberger im Vorhinein keine Bedenken wegen der bevorstehenden Corona-Impfung: „Ganz im Gegenteil, ich war froh, dass ich endlich einen Impftermin bekam und auch noch mit BioNTech, welches ich Astrazeneca wegen den bekannten Nebenwirkungen natürlich bevorzugte.“

Doch nur zwei Tage nach der BioNTech-Impfung habe er Druckschmerzen im gesamten Brustbereich verspürt und darüber hinaus einen extremen Leistungsabfall festgestellt.

Nach BioNTech-Impfung: 60-jähriger Mann aus Heidelberg erleidet Herzmuskelentzündung

Weil G.‘s Schmerzen über das Wochenende schlimmer wurden und laut eigenen Aussagen auch noch typische Infarktssymptome hinzukamen, ging er am Montag darauf in die Notaufnahme der Uniklinik Heidelberg – dort wurde schließlich mittels MRT eine Herzmuskelentzündung, eine Herzbeutelentzündung und ein leichter Herzinfarkt festgestellt (HEIDELBERG24 liegt der Ärztebrief vor). „Dem Schmerzverlauf nach zu beurteilen wurde der Herzinfarkt durch die Herzmuskel-, bzw. Herzbeutelentzündung ausgelöst“, ist sich Ralf B. sicher. Er habe seinen Fall dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet, warte jedoch bislang noch auf eine Rückmeldung.

Mann aus Heidelberg erleidet Herzmuskelentzündung nach BioNTech-Impfung – So geht es ihm jetzt

Nur zwei Wochen, nachdem Ralf B. die Uniklinik Heidelberg verlassen hatte, musste er sich erneut in Behandlung geben – aufgrund der Herzmuskelentzündung hatte sich Wasser in der Lunge gesammelt, die in einem erneuten Klinikaufenthalt punktiert werden musste. Mittlerweile gehe es dem Heidelberger langsam wieder besser, „allerdings bin ich sehr schnell erschöpft und habe Probleme beim Atmen“.

Auf die Frage, ob er Sorge oder gar Angst vor der Zweitimpfung habe, antwortet G. überzeugt: „Für mich ist es ziemlich eindeutig, dass die Impfung die Ursache für die Myokarditis war, die Zweitimpfung werde ich auf keinen Fall machen.“ (rob) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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