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Bewährungsstrafe für Pfleger wegen sexuellen Missbrauchs

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Amtsgericht Freiburg
Das Gericht verzichtete darauf, ein Berufsverbot für den Bereich der Psychiatrie auszusprechen. (Symbolbild) © Philipp von Ditfurth/dpa

Wegen sexuellen Missbrauchs einer Patientin in einer psychiatrischen Einrichtung ist ein Pfleger zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Emmendingen (dpa/lsw) - Das Amtsgericht im badischen Emmendingen sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der 50-Jährige ein sexuelles Verhältnis mit der Frau hatte, die stationär behandelt wurde.

„Es ist sicher eine Ausnahmesituation gewesen“, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Lennig. Dem ausgebildeten Altenpfleger wurde sexueller Missbrauch von Kranken und Hilfsbedürftigen verbunden mit sexuellem Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses zur Last gelegt.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung plädiert. Das Gericht verzichtete darauf, ein Berufsverbot für den Bereich der Psychiatrie auszusprechen, für das sich die Staatsanwaltschaft stark gemacht hatte. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

Der nicht vorbestrafte Angeklagte gab vor Gericht zu, mit der Frau mehrfach Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, auch innerhalb der südbadischen Einrichtung. „Ich war verliebt. Sie war verliebt.“ Über ihre medizinische Diagnose sei er nicht informiert gewesen.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, es komme nicht auf den Aspekt der Einvernehmlichkeit an, denn es sei keine Beziehung „auf Augenhöhe“ gewesen. Zudem sei der Angeklagte 27 Jahre älter als die Frau und die Initiative sei von ihm ausgegangen. Der Mann habe eine Grenze überschritten, die nicht hätte überschritten werden dürfen. Verteidiger Jens Janssen sagte, das Gesetz sei nicht auf Pfleger, sondern auf Psychotherapeuten zugeschnitten, die gezielt eine Therapie ausnutzten, um Sex mit Patientinnen zu haben.

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